Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast
vom 15.06.2018, aktuelle Version,

Hans Schneider (Architekt, 1860)

Hans Schneider

Hans Schneider (* 27. November 1860 in Wien; † 3. März 1921 ebenda) war ein österreichischer Architekt und christlich-sozialer Kommunalpolitiker.

Leben

Hans Schneider war der Sohn des Schmiedemeisters Wenzel Schneider und dessen Frau Eva Maria Kneissl. Er besuchte die Baugewerbeschule in Wien und arbeitete dann etwa von 1878 bis 1883 im Baubüro Heinrich von Ferstels mit. Dadurch war er als junger Mann noch am Bau der Votivkirche und der Wiener Universität beteiligt, die von Ferstel errichtet wurden. Nach dem Tod Ferstels verliert sich die Spur Schneiders, bis er um 1895 im Büro Emil von Försters wieder nachgewiesen werden kann. Da Förster damals Vorstand der Hochbauabteilung im Innenministerium war, gelang es Schneider, mit einflussreichen Persönlichkeiten bekannt zu werden, etwa auch mit dem Thronfolger Franz Ferdinand, der Schneider in der Folge unterstützte. Zu dieser Zeit konnte Hans Schneider auch als selbständiger Architekt tätig werden.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann sich Schneider auch politisch zu engagieren. 1904 wurde er christlich-sozialer Gemeinderat im 20. Wiener Gemeindebezirk, 1905 auch Stadtrat, wobei er als Referent für Bauangelegenheiten zuständig war. Daneben war er von 1909 bis 1919 Kurator der Zentralsparkassa und Mitglied der Donauregulierungskommission, von 1913 bis 1919 Mitglied der Kommission für Verkehrsanlagen. Weitere Funktionen waren von 1909 bis 1919 Obmann des Vereins der Hausbesitzer, 1909–1918 Bauschätzer des Oberhofmarschall-Gerichts, 1912–1921 Verwaltungsrat der Wiener Baugesellschaft und 1919–1921 Verwaltungsrat der Wiener Baustoff AG. Außerdem erhielt Schneider in jenen Jahren auch zahlreiche Auszeichnungen.

Hans Schneider war seit 1885 mit Anna Maria Gottwald verheiratet und hatte mit ihr zwei Kinder. Er starb nach langem Leiden an Magenkrebs und konnte seinen Kindern ein ansehnliches Vermögen hinterlassen.

Werk

Hans Schneider hatte keine akademische Ausbildung, konnte aber aufgrund seiner Praxis bei den großen Architekten Heinrich von Ferstel und Emil von Förster viel lernen. Stilistisch war er von diesen geprägt und blieb zeitlebens ein Vertreter des Historismus, speziell des Neobarock. Durch seine politischen Kontakte konnte er auch größere Bauvorhaben verwirklichen. In seiner Praxis und als Entscheidungsträger blieb Schneider ein Traditionalist und Gegner der modernen Strömungen. Schneiders prominentester Bau war das Technische Museum in Wien. Bei der Auftragsvergabe kam es allerdings zu Ungereimtheiten und Schneiders Beauftragung wurde stark kritisiert.

Neusimmeringer Pfarrkirche (1907–1910)
Technisches Museum (1909–1913)
Arbeiterunfallversicherungsanstalt (1911–1912)
Börseplatz 7 (1912)
  • Miethaus, Kärntner Straße 37, Wien 1 (1893–1894), unter Denkmalschutz
  • Miethaus, Fuchsthallergasse 4, Wien 9 (1893–1894)
  • Umbau von Schloss Belvedere (1894), Mitarbeit
  • Miethaus, Große Pfarrgasse 28–30, Wien 2 (1894)
  • Umbau des Hofburgtheaters (1897), Mitarbeit
  • Ausbau der Hofburg (um 1898), Mitarbeit
  • Kinderbewahranstalt, Schönburgstraße 17, Wien 4 (1905)
  • Allerheiligenkirche, Allerheiligenplatz 5, Wien 20 (1905), im Krieg zerstört
  • Miethaus, Währinger Straße 109–111, Wien 18 (1905–1906), ehemals Communalsparkassa Währing, 1. Preis
  • Miethaus, Schönburgstraße 17, Wien 4 (1905)
  • Miethaus, Brigittaplatz 14, Wien 20 (1905)
  • Umbau, Schönlaterngasse 13, Wien 1 (1906)
  • Pfarrkirche Neusimmering zur Unbefleckten Empfängnis, Enkplatz, Wien 11 (1907–1910), unter Denkmalschutz
  • Miethaus, Greiseneckergasse 20, Wien 20 (1908)
  • Bürgerschule, Deublergasse 19–21, Wien 21 (1908), ehemals Jubiläumsgasse, Fassade
  • Militärinvalidenhaus und Kirche hl. Nepomuk, Fasangartengasse 101, Wien 13 (1908–1910), unter Denkmalschutz
  • Miethaus, Jägerstraße (Nr. unbek.), Wien 20 (1909)
  • Erweiterung der Maria Lourdes Kapelle, Wolkersdorf im Weinviertel (1909), unter Denkmalschutz
  • Technisches Museum, Mariahilfer Straße 212, Wien 14 (1909–1913), nach einem Vorentwurf Emil von Försters; unter Denkmalschutz
  • Miethäuser, Blindengasse 7–11, Wien 8 (1911)
  • Miethaus, Pfeilgasse 48, Wien 8 (1911)
  • Arbeiterunfallversicherungsanstalt, Webergasse 2–6, Wien 20 (1911–1912), 1925–1972 „Unfallkrankenhaus Webergasse“, jetzt Büro der Allgemeinen Unfallversicherung; unter Denkmalschutz
  • Miethaus, Börseplatz 7 / Wipplingerstraße 32, Wien 1 (1912)
  • Miethäuser, Lerchenfelder Gürtel 54–56, Wien 8 (1912)

außerdem diverse Fabrikgebäude

Auszeichnungen und Ehrungen

Literatur

  Commons: Hans Schneider  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien