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vom 06.05.2017, aktuelle Version,

Hansi Niese

Hansi Niese
Josef Müllner: Denkmal neben dem Volkstheater, enthüllt 1952

Johanna Jarno-Niese, bekannter als Hansi Niese (* 10. November 1875 in Wien; † 4. April 1934 ebenda) war eine österreichische Schauspielerin und Operettensängerin (Sopran). Die anfängliche Autodidaktin wurde eine der beliebtesten Schauspielerinnen der Monarchie.

Leben

Geboren vermutlich unter dem Namen „Marie Johanna“[1] als Tochter des deutschen Papierfabrikanten August Niese († 31. Juli 1913 St. Andrä-Wördern)[2]. Hansi Nieses Eltern zogen 1880, als sie fünf Jahre alt war, mit ihr nach Speising (seit 1892 Teil des 13. Wiener Gemeindebezirks), in das Haus Speisinger Straße 28. Die Familie wohnte dort bis 1892 (Gedenktafel).

Hansi Niese debütierte mit 16 Jahren 1891 im südmährischen Znaim am dortigen Stadttheater. Ihre Erfolgsserie in Wien begann 1893 am Raimundtheater, wo sie in der Folge sechs Jahre lang in der Rolle der Soubrette auftrat. Im Jahr 1899 wechselte sie an das Theater in der Josefstadt. Wenig später heiratete sie Josef Jarno, den Leiter dieses Theaters. Mit ihm hatte sie zwei Kinder, Josef und Hansi (geb. 26. Februar 1901, verh. Breza).

Nicht nur an den verschiedenen Bühnen Wiens, sondern auch auf Tourneen nach Berlin spielte Niese in zahlreichen Stücken unter anderem von Ludwig Anzengruber, Gerhart Hauptmann, Ferenc Molnár, Johann Nestroy, Ferdinand Raimund und Arthur Schnitzler. Sie trat auch in verschiedenen Possen und in Operetten auf (etwa 1907 als „Försterchristl“ in der gleichnamigen Operette ihres Schwagers Georg Jarno) und häufig als Partnerin von Alexander Girardi.

In den Dreißiger Jahren spielte Hansi Niese in einigen Filmen, unter anderem 1931 in „Die große Liebe“ und 1932 in „Husarenliebe“.

Auf dem Wiener Zentralfriedhof wurde die Volksschauspielerin in dem Ehrengrab (Gruppe 14 C, Nummer 4) beigesetzt, in dem zwei Jahre vorher ihr Ehemann Josef Jarno bestattet worden war. Im Jahr 1935 wurde in Wien im 19. Bezirk, Döbling, die Hansi-Niese-Gasse und 1955 im 13. Bezirk, Hietzing, unweit ihres Kindheitsdomizils der Hansi-Niese-Weg nach ihr benannt. 1952 wurde neben dem Volkstheater in Wien das Hansi-Niese-Denkmal, gestaltet von Josef Müllner, enthüllt. (Müller gestaltete zuvor u.a. das Karl-Lueger-Denkmal Wiens.)[3]

Filmografie

  • 1913: Johann Strauß an der schönen blauen Donau
  • 1914: Frau Gertrud Namenlos
  • 1926: Der Feldherrnhügel
  • 1931: Die Blumenfrau von Lindenau (Sturm im Wasserglas)
  • 1931: Purpur und Waschblau
  • 1931: Die große Liebe
  • 1932: Ein süßes Geheimnis
  • 1932: Frau Lehmanns Töchter
  • 1932: Husarenliebe
  • 1933: Unser Kaiser
  • 1933: Hochzeit am Wolfgangsee
  • 1933: Kaiserwalzer
  • 1934: Der Polizeibericht meldet
  • 1934: Die große Chance
  • 1934: Die Töchter ihrer Exzellenz

Einzelnachweise

  1. Österreichische Nationalbibliothek: ANNO, Deutsches Volksblatt, 1899-04-08, Seite 8. Abgerufen am 31. März 2017 (deutsch).
  2. Österreichische Nationalbibliothek: ANNO, Teplitz-Schönauer Anzeiger, 1913-08-04, Seite 3. Abgerufen am 31. März 2017 (deutsch).
  3. Meldung über die Denkmalenthüllung in der "Arbeiter-Zeitung" vom 15. Juni 1952

Literatur

  Commons: Hansi Niese  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien