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vom 03.06.2018, aktuelle Version,

Hanspeter Eisendle

Hanspeter Eisendle (* 8. November 1956 in Sterzing, Südtirol, Italien) ist ein professioneller Bergführer. Der Bergsteiger hat in seiner Karriere zahlreiche Touren in den Alpen, im Himalaya, in Patagonien, im Yosemite-Nationalpark aber auch im Oman unternommen. Dazu kommen einige Erstbegehungen und Solobegehungen vornehmlich in den heimischen Dolomiten. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Alpine Biographie

Im Jahr 1980 konnte Eisendle die Prüfung zum Bergführer ablegen und bestehen. Zwei Jahre später wurde er von Reinhold Messner zu einer Expedition am Cho Oyu eingeladen, aber die Winterbegehung auf den 8188 m hohen Berg scheiterte. Auch ein Versuch am Dhaulagiri (8167 m) misslang 1984. Danach verlegte Eisendle seinen Fokus stärker auf das (alpine) Sportklettern in den Alpen. 1986 reiste er in die Vereinigten Staaten in das Kletterzentrum Yosemite-Nationalpark. Hier kletterte er die Nose am El Capitan in elf Stunden. Im Jahr 1989 gelang ihm zusammen mit Hans Kammerlander die Besteigung der Aguja Poincenot (3002 m) in Patagonien. Zwei Jahre später durchstieg er wiederum mit Kammerlander an einem Tag die Nordwände von Ortler (3905 m) und Großer Zinne (2999 m). Die 247 Kilometer dazwischen legten sie mit dem Rennrad zurück. Weitere Kletter-Unternehmungen führten ihn 1995 nach Schweden und Norwegen, sowie 1999 in die Hohe Tatra nach Polen. Mit Messner ging es 2000 wieder in den Himalaya, dieses Mal zum Nanga Parbat (8125 m). Der Versuch, den Gipfel über die Diamir-Nordflanke zu besteigen misslang, allerdings waren sie die ersten, denen die Begehung der Flanke gelang; sie erreichten eine Höhe von (7500 m).[1]

Knochenfund

Hanspeter Eisendle war derjenige Bergsteiger, der am 26. Juli 2000 am Fuß der Diamirwand auf etwa 4300 m Höhe einen Knochen fand, das rechte Wadenbein eines Mannes, der laut einer Untersuchung von Anfang 2004 höchstwahrscheinlich von Günther Messner stammt. Reinhold Messners Bruder war während der Sigi-Löw-Gedächtnisexpedition zum Nanga Parbat am 29. Juni 1970 unter bis heute ungeklärten Umständen zu Tode gekommen.

Klettererfolge

Berg Wand Route Grad Anmerkung
Zweiter Sellaturm Fata Morgana VII– Erstbegehung
Goldkappl Südwand Veitstanz VI+ Erstbegehung
Piz Ciavazes Shit Hubert VI+, A2 Erstbegehung
Hintere Weißspitze Direkte Nordwand IV+, Eis 70° Erstbegehung
Meisules Türme Menhir X Erstbegehung
Sprechenstein Purzigogl X Erstbegehung
Kleine Zinne Südwand Gelbe Mauer 9– Onsight
Cinque Torri Telefono Azzurro 9+ Onsight
Meisules Türme Vogelfrei 9– Rotpunkt
Marmolada Südwand Weg durch den Fisch 8+ Rotpunkt
Piramide Armani il canto del Cigno 8+ Rotpunkt
Große Zinne Nordwand Hasse-Brandler 8+ Rotpunkt

Einzelnachweise

  1. Ralf Peter Märtin: Operation Nanga Parbat. In: Die Zeit, 33/2000 (abgerufen am 22. Januar 2009)