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vom 29.03.2017, aktuelle Version,

Heilandskirche (Graz)

Die Heilandskirche im Sommer 2008

Die Heilandskirche ist eine der fünf evangelischen Kirchen in der steirischen Landeshauptstadt Graz. Sie ist Pfarrkirche der evangelischen Pfarrgemeinde A.u.H.B. Graz-Heilandskirche. Die Kirche wurde in der Zeit des Biedermeier im historistischen Stil erbaut. Sie befindet sich am Kaiser-Josef-Platz im 2. Grazer Bezirk St. Leonhard.

Sie ist die Hauptkirche der Evangelischen Superintendentur A. B. Steiermark.

Geschichte

Martin-Luther-Haus

1824 wurde nach dem Toleranzpatent von Kaiser Joseph II. ein erstes evangelisches Bethaus am ehemaligen Holzplatz außerhalb der befestigten Grazer Altstadt errichtet. Vorher hatte es nach geltender Vorschrift mit etwa 270 Gläubigen zu wenige gegeben, um eine eigene Gemeinde zu gründen. Die Grazer Gemeinde war offiziell eine Dependence (Filiale) der Pfarrgemeinde Wald am Schoberpaß und war in die Augustinerkirche (heute Stiegenkirche) eingemietet. Entsprechend den Vorschriften des Toleranzpatents musste das neue, mit einem Schul- und Pfarrhaus verbundene Bethaus nach außen hin wie ein gewöhnliches Wohngebäude wirken und war daher in der Art eines Biedermeier-Wohnhauses angelegt. Es umfasste den Betraum, Wohnungen für den Pfarrer, den Kirchendiener, den Lehrer und ein Schulzimmer, die spätere Evangelische Mädchenschule, das heutige Martin Luther-Haus.[1]

Erst nach der Revolution von 1848 wurde es möglich, ein als evangelische Kirche erkennbares Gebäude zu errichten. 1853 wurde der Umbau nach Plänen von Franz Zehengruber bewilligt.[1] Die Heilandskirche ist der einzige Kirchenbau im Stil des romantischen Historismus in Graz.

Der heutige Innenraum entspricht Im Wesentlichen noch dem Raum des ehemaligen Bethauses. Die Orientierung wurde geändert: der Altar wurde von der Nordost- an die Südwest-Seite verlegt. Hinzugefügt wurden der Kirchturm, die von außen sichtbaren Kirchenfenster sowie das Portal am Kaiser-Josef-Platz. Ebenfalls erhalten sind der klassizistische Hochaltar mit einem Bild von Josef Wonsidler (datiert 1829) und die Kanzel.

Im Zuge einer umfassenden Sanierung nach Plänen von Architekt Werner Hollomey erhielt der Kirchenraum 1992 ein neues Erscheinungsbild: farbige Glasfenster sowie einen transportablen Altar, ein neues Ambo und ein Taufbecken. Die Gemeinde der Heilandskirche ist mit etwa 6.400 Gemeindemitgliedern die größte evangelische Gemeinde in Österreich.

Die Evangelische Pfarrkirche A.u.H.B. und das ehemalige Evangelische Schul- und Bethaus (beide Kaiser-Josef-Platz 9), sowie das Martin Luther-Haus (Luthergasse 1) stehen unter Denkmalschutz.

Umfeld

Die Heilandskirche bildet mit den angeschlossenen Pfarrgebäuden einen von Straßen umschlossenen Baukomplex mit einem Innenhof. Die Front der Kirche blickt auf den Kaiser-Josef-Platz, auf dem der größte Bauernmarkt der Stadt Graz stattfindet. Eine andere Seite dieses Platzes wird von der Grazer Oper eingenommen.

Literatur

  Commons: Heilandskirche, Graz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Die Geschichte der Heilandskirche. Evangelische Pfarrgemeinde Graz-Heilandskirche, abgerufen am 14. Oktober 2014.