unbekannter Gast
vom 07.06.2017, aktuelle Version,

Heinrich Siedentopf

Heinrich Friedrich Emil Siedentopf (* 5. März 1938 in Leipzig; † 25. November 2014 in Landau in der Pfalz) war ein deutscher Rechts- und Verwaltungswissenschaftler.

Familie

Heinrich Siedentopf ist der mittlere von drei Söhnen aus der Ehe des Mediziners Heinrich Wilhelm Siedentopf (1901–1986) und Marie-Louise geb. von Bodecker (1914–2006).

Er war seit 1973 mit Gräfin Elisabeth von Ballestrem (* 1947), einer Tochter des Grafen Franz Anton von Ballestrem (1912–1982) und der Gräfin Maria Bertha von Schall-Riaucour (1916–1982), verheiratet. Aus der Ehe stammen die Söhne Philipp (* 1975) und Johannes Siedentopf (* 1977).

Leben

Siedentopf studierte Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg in Heidelberg und an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und wurde 1963 an Universität Münster zum Dr. iur. promoviert. Anschließend absolvierte er ein Studium an der École Nationale d’Administration (ENA) in Paris. 1971 habilitierte er sich mit der Schrift Regierungsführung und Ressortführung in Frankreich - Zur Organisation und Funktion der Cabinets ministeriéls an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer in den Fächern Verwaltungswissenschaft und Öffentliches Recht.

1973 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Vergleichende Verwaltungswissenschaft und Öffentliches Recht an der DHV Speyer. Von 1983 bis 1985 war er Rektor der DHV Speyer. Von 1991 bis 1993 und ab 1997 war er Wissenschaftlicher Beauftragter des Führungskollegs Speyer (FKS) und Vorsitzender des Senatsausschusses für die wissenschaftliche Weiterbildung. Zusammen mit Karl-Peter Sommermann hatte er seit 1985 die Schriftleitung der Fachzeitschrift Die Öffentliche Verwaltung inne. Er war langjähriger Präsident der Deutschen Sektion des Internationalen Instituts für Verwaltungswissenschaften (IIAS) Brüssel.

Siedentopf hatte von 1982 bis 1983 und 1988 bis 1989 eine Gastprofessor an der juristischen Fakultät der Nationaluniversität Singapur inne.

Wirken

Heinrich Siedentopf engagierte sich für die deutsch-französische Zusammenarbeit auf den Gebieten der Verwaltungswissenschaft. Er wirkte an der Zusammenarbeit der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer und der École Nationale d’Administration (ENA) in Paris. Er war verantwortlich für zahlreiche deutsch-französische Verwaltungswissenschaftliche Tagungen.

2006 wurde ein Ehrensymposium für Heinrich Siedentopf durch die DHV Speyer und das Deutsche Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV) zu seiner Emeritierung durchgeführt.[1]

Ehrungen und Auszeichnungen

Schriften

  • Verwaltung und Verwaltungspolitik, 1983
  • The implementation of community legistation by members states, 1988
  • Europäische Integration und nationalstaatliche Verwaltung, 1991
  • Das Recht des öffentlichen Dienstes in den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft, 1994
  • Die Zukunft der Europäischen Union, 1997

Quellen

  • Wer ist Wer?: Das deutsche Who’s Who, 1999 Bd. 38 S. 1343

Einzelnachweise

  1. Ehrensymposium für Heinrich Siedentopf, uni-protokolle, 29. März 2006
  2. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  3. Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Siedentopf zum Ritter der Ehrenlegion ernannt, DHV Speyer 25. Juni 2008
  4. Rede des französischen Botschafters Bernard de Montferrand anlässlich der Überreichung der Insignien eines Chevalier de la Légion d’Honneur an Professor Heinrich Siedentopf 27. Juni 2008, Speyer