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vom 28.06.2016, aktuelle Version,

Heinz Lichem

Heinz Lichem, auch Heinz Lichem von Löwenbourg (* 20. Dezember 1941 in Graz; † 12. Mai 2007 in München) war ein Militärhistoriker, Schriftsteller und Journalist.

Leben

Er studierte Medizin, Geschichte und Geografie und wurde 1982 in Innsbruck mit einer Abhandlung über die Tiroler Kaiserschützen zum Dr. phil. promoviert.[1]

Lichem verfasste zahlreiche Bücher über den Ersten Weltkrieg im Hochgebirge sowie zum Thema Fotografie.

Im Rahmen der Publizistik über den Gebirgskrieg 1915–1918 interviewte Lichem Tausende von Überlebenden, ging als Alpengeograph und Militärwissenschaftler alle hochalpinen Fronten der österreichisch-ungarischen und italienischen Hauptkampflinien ab. Er legte ein bekanntes Gebirgskriegsarchiv mit über tausend Original-Kriegsakten, Tagebüchern, Kriegslandkarten und Originalfotografien an und schloss in jahrzehntelanger Arbeit zahlreiche historische Lücken innerhalb der Berichterstattung über das einstige Geschehen. Neben der historischen Faktendarstellung legte Lichem Wert auf die Schilderung herausragender Persönlichkeiten auf Seiten aller Kriegsparteien.

Lichem war am Aufbau des bekannten, die Isonzo-Front darstellenden Kobariski Muzej in Kobarid (Slowenien) beteiligt, dem er zahlreiche Unterlagen aus seinem Militärarchiv zur Verfügung stellte. Für diese Mitarbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Für das Dokumentationszentrum Lusern verfasste er den Ausstellungskatalog, dessen Abbildungen auch als Exponate in der ersten Ausstellung des Dokumentationszentrum Verwendung fanden.

Lichem hegte erkennbar Sympathien für die „einzigartige multinationale Donaumonarchie“ und deren Soldaten. Dem „Konsumfetischismus“ der Gegenwart stellt er die Tapferkeit und den Heldenmut der alpinen Truppen beider Seiten gegenüber Der Kriegseinsatz wird zum „Kreuzweg der Landesschützen“. Er preist die Kameradschaft der Soldaten und beschreibt eine angeblich homogene familiäre Truppe ohne Standesunterschiede, als „sicheren Garanten“ für die Verteidigung der Heimat. Offiziere werden ausschließlich positiv dargestellt, als schneidige Männer, die ihre Soldaten nicht im Stich lassen und nur schonend einsetzen.[1]

Publikationen

Einzelnachweise

  1. 1 2 Helmut Kuzmics, Sabine A. Haring: Emotion, Habitus und Erster Weltkrieg. Soziologische Studien zum militärischen Untergang der Habsburger Monarchie. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8471-0118-5, S. 367ff.