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vom 06.01.2018, aktuelle Version,

Heinz Pusitz

Heinz Pusitz (* 1961 in Wien) ist ein österreichischer Ethnologe und Schriftsteller.[1]

Leben

Pusitz studierte Kulturanthropologie an der Universität Wien und erwarb den Titel des Magisters.[2] Er arbeitete als buddhistischer Religionslehrer in Wien[3] und berichtete aus Indonesien für die Zeitschrift Ursache & Wirkung,[4] bei der er von 1995 bis 1998 Redakteur war. Pusitz veröffentlichte Ungeschieden, eine 44-seitige Ethnographie eines fiktiven Stadtteils der niederösterreichischen Stadt Baden, berichtete über das erste „höfleiner donauweiten poesiefestival“,[5] veröffentlichte poetische Texte im Internet wie „Sonnenaufgang“[6] und ein Künstlerportrait über Karin Frank.[7]

Rezensenten hoben Sprachspiele und Wortschöpfungen bei Pusitz hervor. Alexander Sprung schrieb, dass er Sprache „immer wieder reflektiert. ‚Was kann Sprache erklären? Kann Sprache erklärt werden?’ Lustvoll bringt diese Skepsis Neologismen hervor, berauscht sich am Klang einzelner Wörter: ‚Der Huflattich ist ein Huflattich. Huflattich.’“[8] Daniela Beuren schrieb, Pusitz hätte „Spaß an Wortanwandlungen wie „bekritische Untersuchung“, „Geforschung“, „tradnitiv“, an schnörkeligen Konstruktionen und bewussten Alternativschreibungen: ‚Anders vereckt präsentiert sich jene Tote, die schnell Entzug wollte und der Narkose treu geblieben wurde und nicht mehr erwachte’. Manche LeserInnen werden ihn auf solchen Mäandern gerne folgen, andere werden von so viel [sic] vielleicht ganz krank oder irritiert.“[9]

Pusitz wirkte am Text des Films "In Out - Bewege die Welt" (2002) von Christina Zurbrügg mit.[10]

Werke

Monografien

  • Die Landschaftsapotheke – seit 1661. Baden bei Wien 2005 (Broschüre über eine Apotheke, 36 Seiten mit zahlreichen Abbildungen)
  • Ungescheiden: Forschungsbericht. 33 Versuche oder Frazer-Variationen. Vienna [u.a.]: Labyrinth Assoc. of English-Language Poets in Vienna 2010 (ISBN 978-3-902339-13-3), Heft, 44 Seiten

Aufsätze und Beiträge

  • mit Johann Stockinger: Hypermedia und Ethnologie. Wien 1994–1997.
  • Die japanische Schauspielerin Hanako in Baden. In: Wasser-Leben-Weltkurort. Baden und die Badener. 1900–1914. Ein Ausstellungskatalog, Baden 2003.
  • Der Neubau des Badener Stadttheaters. In: Wasser-Leben-Weltkurort. Baden und die Badener. 1900–1914. Ein Ausstellungskatalog, Baden 2003.
  • „Wenn ich einmal, Wanderer, nach… Über das Falsche im Richtigen.“ In: Volker Zotz (Hrsg.): Schnittstellen. Buddhistische Begegnungen mit Schamanismus und westlicher Kultur. Festschrift für Armin Gottmann zum 70. Geburtstag. Luxemburg: Kairos Edition 2013, ISBN 978-2-919771-04-2, S. 105–120

Herausgeberschaften

  • mit Elisabeth Reif (Hg.): Interkulturelle Partnerschaften: Begegnungen der Lebensformen und Geschlechter. Frankfurt am Main: IKO - Verl. für Interkulturelle Kommunikation 1996, ISBN 3-88939-375-6 (Darin ein Beitrag von Heinz Pusitz: „M und kein Ende“, S. 113–138).
  • mit Dieter Berdel (Hg.): tor ort rot. Edition Lex Liszt12, Oberwart, 2014 (Darin ein Beitrag von Heinz Pusitz: „vier zeilen und i − 52i-gedicht.“ S. 16–18)

Einzelnachweise

  1. Daten und biografische Angaben folgen der Autorenbiografie von Pusitz in: Volker Zotz Hrsg.: Schnittstellen: buddhistische Begegnungen mit Schamanismus und westlicher Kultur: Festschrift für Armin Gottmann zum 70. Geburtstag, ISBN 978-2919771042, S. 181
  2. Heinz Pusitz: Die Ethnographie als Text. Eine Einführung in das ethnomonographische Schreiben. (unveröffentlichte Diplomarbeit Univ. Wien 1990)
  3. Der Standard 8. Januar 2009
  4. „Indonesisches Protokoll.“ Ursache&Wirkung 27.1999
  5. Bericht von H. Pusitz über das Festival
  6. Heinz Pusitz: „Sonnenaufgang“
  7. Heinz Pusitz: Karin Frank.
  8. Alexander Sprung: Heinz Pusitz: Ungescheiden. In: Triëdere. Zeitschrift für Theorie und Kunst
  9. Daniela Beuren: Darüber soll gesprochen werden. In: etcetera 41, Oktober 2010
  10. Heinz Pusitz in der IMDb