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vom 14.11.2017, aktuelle Version,

Hermann Pfanner Getränke

Hermann Pfanner Getränke GmbH
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1856
Sitz Lauterach, Österreich
Leitung Peter Pfanner (geschäftsführender Gesellschafter)
Mitarbeiter 390 in Österreich, 850 in ganz Europa (2016)[1]
Umsatz 256 Mio. EUR (2016)[1]
Branche Getränkeherstellung
Website www.pfanner.com

Die Hermann Pfanner Getränke GmbH ist ein international tätiger österreichischer Getränkeproduzent. Nach eigenen Angaben wurden 2010 von der über 420 Millionen Liter umfassenden Produktion rund 80 Prozent in über 80 Länder der Welt verkauft. Die Hauptmärkte des in Lauterach in Vorarlberg seinen Stammsitz führenden Unternehmens sind dabei die Getränkemärkte in Deutschland, Italien, Österreich, Rumänien und Tschechien.

Pfanner ist nach Eigenangaben mit 19,8 Prozent Marktanteil Marktführer bei Eistee in Deutschland.[2]

Geschichte

Altes Logo
Weinkellerei Hermann Pfanner (Fresko von Konrad Honold)

1856 kaufte Max Hermann Pfanner den „Gasthof Hirschen“ in Lauterach und gründete eine Gasthaus-Bierbrauerei. 1919 übernahm sein Enkel Hermann Pfanner den Betrieb und erweiterte ihn in den folgenden zehn Jahren um den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten, u.a. Wein und Spirituosen.

Im Jahr 1933 stellte er erstmals Fruchtsaft her. Nach dem Tod von Hermann Pfanner im Jahre 1944 führte dessen Frau Ferdinanda den Betrieb gemeinsam mit ihren Kindern weiter. Durch geschicktes Wirtschaften und technische Neuerungen konnte sie den Betrieb der neuen Generation (Hedwig, Hans, Erwin und Egon Pfanner) übergeben. Diese expandierten mit dem Fruchtsafthandel über die Grenzen Europas und übergaben den Betrieb 1988 an die nächste Generation. Die Hermann Pfanner Getränke Gesellschaft m.b.H. wurde gegründet. Im Jahr 1984 erhielt das Unternehmen die Staatliche Auszeichnung und darf seither im Geschäftsverkehr das Bundeswappen verwenden.

2001 begann die Fruchtsaftproduktion in Deutschland (Hamburg). Pfanner ist nach wie vor ein Familienunternehmen – die Familien Pfanner, Schneider und Dietrich leiten die Firma.[3]

Der Lauteracher Fruchtsafthersteller steigerte im Jahr 2007 seinen Umsatz um 11,3 Prozent auf 228 Millionen Euro.[4] Auch in den darauffolgenden Jahren konnte Pfanner den Umsatz stetig steigern. Im Jahr 2013 wurde mit 255 Millionen Euro ein neuer Rekordumsatz erzielt.

Produkte

Das Sortiment umfasst rund 210 Produkte, die bekanntesten sind die seit Jahrzehnten hergestellten Fruchtsäfte. Daneben stellt das Unternehmen aber auch andere Produkte im Bereich der Erfrischungsgetränke her. Abgefüllt werden hierbei die Verpackungsvarianten Tetra Pak, Elopak, PET-Flaschen, Glasflaschen sowie Dosen. Unter den Eistee-Marken Europas ist Pfanner die „Nummer 2“ – lt. Canadean U.K., einem englischen Marktforschungsinstitut für die Getränke-Branche[5]. Im Hauptmarkt Deutschland liegt Pfanner seit 2001 bei Eistee auf Platz eins (exklusive Diskonter). Neben der Produktion für die eigenen Marken betätigt sich Pfanner zusätzlich als Lohnabfüller für Partner-Unternehmen. Ebenfalls werden seit der Übernahme der Produktionsstätte in Policoro verstärkt Fruchtsaftkonzentrate und -pürees vertrieben.

Pfanner und Fairtrade

Pfanner ist seit 2001 Fairtrade-Partner. Heute ist Pfanner laut eigenen Angaben weltweit der volumenstärkste Partner von Fairtrade im Fruchtsaftbereich und bietet das mit Abstand umfangreichste Sortiment an. 2014 wurde erstmals ein Eistee aus Fairtrade-Zutaten auf den Markt gebracht.

Produktionsstätten

Standorte des Unternehmens sind in Österreich, Deutschland, Italien und in der Ukraine. Neben der Zentrale in Lauterach befindet sich die größte Produktionsstätte in Enns (Oberösterreich) sowie je eine weitere in Hamburg (Deutschland), Policoro (Italien) und in Bar (Ukraine).

Kritik

Im Winter 2009/10 richteten sich die Aktivitäten der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch gegen die in ihren Augen irreführenden Marketingaktivitäten der Hermann Pfanner Getränke GmbH hinsichtlich deren Eisteeproduktes "Der Gelbe Zitrone-Physalis". Es wurde vorgehalten, Pfanner bezeichne Physalisfrucht und gelben Tee als Hauptbestandteile der Rezeptur des Getränkes und erwähne zudem nicht den hohen Zuckeranteil pro Packung.[6] Nach Angaben von Foodwatch fand sich im Januar 2010 in dem Eisteegetränk keine echte Physalis, sondern ein Aroma, welches den Geschmack imitierte.[6]

Die Hermann Pfanner Getränke GmbH hingegen vertritt den Standpunkt, es handele sich bei dem Getränk um keine "Mogelpackung", da der Teegehalt (15 % Gelber Tee + 85 % Kräutertee-Ergänzung) insgesamt tatsächlich 100 % betrage und der Zuckergehalt um rd. 30 Prozent unter dem anderer Softdrinks liege.[7] Pfanner reagierte auf die Vorwürfe, indem die neue Variante des Getränks neben Aroma nun mit Physalissaft fein abgerundet wird und zudem der Zuckergehalt reduziert wurde.[6] Darüber hinaus vertritt das Unternehmen aber den Standpunkt, dass bei Teegetränken der Fruchtgehalt keine wertbestimmende Rolle spiele.[8] Außerdem legte Pfanner Gutachten vor, die belegen, dass die Deklarationsangaben den lebensmittelrechtlichen Vorgaben entsprechen.[9][10] Laut Gesetz müsse der Gehalt einer beworbenen oder namengebenden Zutat nicht angegeben werden, wenn sie nur in geringer Menge zur Geschmackgebung eingesetzt wird.[11]

Einzelnachweise

  1. 1 2 Geschäftsbericht 2016. Abgerufen am 14. November 2017.
  2. Factbox. Abgerufen am 16. April 2013.
  3. Pfanner, Geschichte
  4. Vorarlberger Nachrichten vom 15./16. März 2008
  5. http://www.pfanner.com/de/#!Presse/News
  6. 1 2 3 Foodwatch: Infos "Pfanner Der Gelbe Physalis-Zitrone", abgerufen am 13. November 2010
  7. Antwort von "PR & Kommunikationsbüro Hermann Pfanner Getränke GmbH" vom 29. Januar 2010 (PDF; 80 kB), abgerufen am 13. November 2010
  8. Antwort der Hermann Pfanner Getränke GmbH vom 6. September 2010 (PDF; 506 kB), abgerufen am 13. November 2010
  9. Gutachten des Fresenius-Instituts vom 7. April 2016 (PDF; 669 kB), abgerufen am 13. November 2010
  10. Gutachten Eurofins Laborservices vom 27. Januar 2010 (PDF; 278 kB), abgerufen am 7. April 2016
  11. Foodwatch: Infos "Pfanner Der Gelbe Physalis-Zitrone", abgerufen am 13. November 2010