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vom 06.03.2025, aktuelle Version,

Hugo von Freytag-Loringhoven

Hugo Friedrich von Freytag-Loringhoven

Hugo von Freytag-Loringhoven (* 20. Mai 1855 in Kopenhagen; † 19. Oktober 1924 in Weimar) war ein preußischer General der Infanterie und Militärschriftsteller.

Leben

Hugo Friedrich Philipp Johann Freiherr von Freytag-Loringhoven entstammte dem baltischen Zweig Freytag von Loringhoven, einer der ältesten westfälischen Familien. Sein Vater war der aus Gut Owerlack (heute Patküla) bei Helme in Estland gebürtige Diplomat, Generalkonsul in Kopenhagen und Danzig, Carl Gottlob von Freytag-Loringhoven (1811–1882).[1] Der Dramatiker und Weimarer Kammerherr Alexander Freytag von Loringhoven war sein in Rio de Janeiro geborener älterer Bruder.

Freytag-Loringhoven leistete zunächst, wegen seiner russischen Staatsbürgerschaft, seinen Wehrdienst in der zaristischen Armee. Nach einem Wechsel der Familie nach Preußen setzte er seinen Militärdienst im 2. Garde-Regiment zu Fuß der Preußische Armee fort. Dort avancierte er am 13. Dezember 1877 zum Sekondeleutnant. Ab Herbst 1886 absolvierte er die Kriegsakademie und wurde von dort in den Großen Generalstab versetzt. Eingesetzt wurde er beim Topografischen Dienst und später wegen seiner Sprachkenntnisse in der Russischen Abteilung. Zusätzlich unterrichtete er an der Kriegsakademie Militärgeschichte. Ab 1893 war er in der Kriegsgeschichtlichen Abteilung unter Oberst Jacob Meckel verwendet. Von dort trat er als Kompaniechef zum Grenadier-Regiment „König Friedrich III.“ (2. Schlesisches) Nr. 11 in Breslau. Am 14. Dezember 1897 kehrte er als Major in den Nebenetat des Großen Generalstab zurück. Zuerst der Kriegsgeschichtlichen Abteilung II zugeordnet, übernahm er ab 1901 die Leitung der Abteilung I (Kriegsgeschichtliche Abteilung I) zuständig für die "Neueren Kriege. In dieser Position unternahm er zahlreiche Reisen in die möglichen Aufmarschgebiete des Preußischen Heeres im Bereich der deutsch-französischen Grenzregion.

Im Verlauf seiner weiteren Militärkarriere kommandierte er vom 19. Dezember 1907 bis zum 26. Januar 1910 das Grenadier-Regiment „Prinz Carl von Preußen“ (2. Brandenburgisches) Nr. 12 in Frankfurt (Oder). Später war er als Generalleutnant vom 1. Dezember 1913 bis 1. August 1914 Kommandeur der 22. Division in Kassel. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er zum Militärbevollmächtigten beim k. u. k. Armee-Oberkommando ernannt. Anfang 1915 wechselte er als Generalquartiermeister nach Berlin, kommandierte von April bis Dezember 1916 die 17. Reserve-Division, bevor er bis 1918 den Posten des stellvertretenden Chefs vom Generalstab bekleidete. In dieser Position wurde er Anfang 1919 aus dem Militärdienst verabschiedet.

Die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin verlieh von Freytag-Loringhoven am 22. Juli 1915 die Ehrendoktorwürde. Im Jahr darauf erhielt er den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste. Seit 1918 war er Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt.

Er war Vater von Leopold von Freytag-Loringhoven, dem Ehemann der New Yorker „Dada-Baroness“, Elsa von Freytag-Loringhoven, und Bruder der Malerin Mathilde Freiin von Freytag-Loringhoven in Weimar.

Schriften

Literatur

  • Antulio J. Echevarria II: General Staff Historian Hugo Freiherr von Freytag-Loringhoven and the Dialectics of German Military Thought. The Journal of Military History 60, 1996.
  • Bernd Freiherr Freytag von Loringhoven: Freytag von Loringhoven. Eine kurzgefaßte Familiengeschichte. München 1986.
  • Brockhaus Enzyklopädie. Band 6, Wiesbaden 1968.
  • Genealogisches Handbuch der baltischen Ritterschaften. Teil 1: Livland. Band 1, Görlitz 1929, S. 437.
  • Der bisherige Generalquartiermeister Generalleutnant Freiherr v. Freytag-Loringhoven ist durch Allerhöchste Kabinettsorder vom 12. September 1916 zum Chef des Stellvertretenden Generalstabes der Armee ernannt worden. Amtliche Kriegs-Depeschen, nach Berichten des Wolff´schen Telegr.-Bureaus, 5. Band, Nationaler Verlag, Berlin SW 68 (1916).

Einzelnachweise

  1. Ernst Rudolf Huber: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Bd. 5: Weltkrieg, Revolution und Reichserneuerung 1914–1919. W. Kohlhammer, Stuttgart 1957, ISBN 3-17-001055-7, S. 198.

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Hugo Friedrich von Freytag-Loringhoven Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz 1 Autor/-in unbekannt Unknown author
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