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vom 26.10.2018, aktuelle Version,

Hundstoaranggeln

Veranstaltungsort im Gipfelbereich des Hundstein

Das Hundstoaranggeln ist eine traditionelle Sportart, die sich bis in die Keltenzeit zurückverfolgen lässt und auf dem Hundstein in den Salzburger Schieferalpen ausgetragen wird. Synonym wird dieser Sport auch als Jakobiranggeln bezeichnet, was sich auf den Austragungszeitraum, am Jakobstag im Juli bezieht. Beim sogenannten Ranggeln treten zwei Kontrahenten gegeneinander an, mit dem Ziel ihre Kräfte zu messen. Der Sieger des Hundstoaranggelns darf ein Jahr den Titel Hagmoar tragen. Hag bezeichnet dabei ein Grundstück und Moar steht für den Meister. Mit dem Jahr 2010 wurde das Hundstoaranggeln zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO erklärt.

Geschichte

Historische Darstellung des Ringens aus dem 15. Jahrhundert aus Hans Talhoffers Fecht- und Ringbuch.

Seit dem 14. Jahrhundert gibt es Aufzeichnungen über das Ranggeln in den Alpen und es gehört daher zu einer der ältesten Sportarten im Alpenraum. Die sogenannten „Rangglerfeste“ waren stets eine sehr populäre Veranstaltung in der Bevölkerung und wurden in unterschiedlichsten Varianten des Kräftemessens ausgeführt. Das bislang älteste bekannte Dokument dazu stellte Albrecht Dürer in seinem Fecht- und Ringbuch dar. Der Salzburger Rangglerverband wurde im Jahr 1947 gegründet und machte es sich zur Aufgabe, einheitliche Bestimmungen für den Kampfsport festzulegen, welche auch heute noch Gültigkeit haben.[1]

Veranstaltungsort

Das Hundstoaranggeln findet einmal jährlich am Jakobisonntag am Großen Hundstein bei Maria Alm im Salzburger Pinzgau statt. Die Naturarena, auf der gerangelt wird, befindet sich in 2116 Meter Höhe nahe dem Gipfelbereich. Dort liegt auch die Wiege dieser Brauchtumssportart innerhalb des Bundeslandes Salzburg.[2]

Reglementierung

Die Regeln und die Kleidung für dieses Ranggeln sind streng festgelegt. Die Sportler tragen einen speziellen „Rangglerstoff“, deren Aussehen und Beschaffenheit von den vier Vereinen (Bayern, Tirol, Südtirol und Salzburg) genau geregelt werden. Auch die Kampfzeit und Eigenschaften des Kampfplatzes sind strengen Regeln unterworfen.[3] Das „Ranggeln“ wird als ehrlich und ehrenhaft empfunden; deshalb sind Würge-, Hebel- oder Schmerzgriffe verboten. Man wird dann mittels Pokal, Fahne oder Geldpreis zum Sieger, also zum „Hagmoar“, gekürt, wenn man seinen Gegner mit beiden Schulterblättern zu Boden ringt.[4]

Literatur

  • Peter Ilka: Das Ranggeln im Pinzgau und verwandte Kampfformen in anderen Alpenländern. (= Schriftenreihe der Salzburger Heimatpflege. Band 3). Verlag der Salzburger Druckerei, Salzburg 1981, ISBN 3-85338-136-6.
  • Günther Heim: Hundstoa Ranggeln: Mythos, Kult, Tradition. Tauriska-Verlag, Neukirchen am Großvenediger 2014, ISBN 978-3-901257-45-2.
  • Josef Giezinger: Das Ranggeln als bäuerlich-sportliches Brauchtum im Lande Salzburg. Universitäre Hausarbeit. Universität Salzburg, Interfakultärer Fachbereich Sport- und Bewegungswissenschaft, Salzburg 1971.

Einzelnachweise

  1. Günther Heim (Expertise): ’’Ranggeln im Salzburger Land’’, abgerufen am 22. September 2018.
  2. Worterklärung und Regeln fürs Rangeln, abgerufen am 22. September 2018.
  3. UNESCO: Hundstoaranggeln als immaterielles Kulturerbe, abgerufen am 22. September 2018.
  4. Worterklärung und Regeln fürs "Ranggeln", abgerufen am 22. September 2018.