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vom 14.05.2016, aktuelle Version,

Ignaz von Schönfeld

Ignaz Ritter von Schönfeld (* 1778 in Prag; † 11. November 1839 in Wien) war ein österreichischer Beamter, Unternehmer und Genealoge. Er war ein Angehöriger des böhmischen Adelsgeschlechts von Schönfeld.

Ignaz von Schönfeld war ein Sohn des k.k. Hofbuchdruckers Johann Ferdinand von Schönfeld (1750–1821) und dessen Ehefrau Johanna, geborene Löhnert (Lehnert). Er studierte Rechtswissenschaften an der Karls-Universität Prag, arbeitete danach bei den Landgerichten in Tarnów und Czernowitz und gab 1801 ein Handbuch der erlaeuterten Gerichtsordnung heraus. 1805 wurde er Landrat, quittierte jedoch 1813 den Dienst, um in Prag 1813–1818 die Leitung der nach ihm benannten Schönfeld´schen Druckerei und Herausgabe der K.und K. Oberpostamtszeitung, der späteren Prager Zeitung, zu übernehmen. Wegen finanzieller Verluste zog er sich aus dem Unternehmen zurück.

Er zog nach Wien und übernahm dort als Handelsvertreter eine Hofagentenstelle. Er wurde Mitbegründer des "Vereins der Ersten österreichischen Spar-Casse in der Leopoldstadt in Wien", an dessen Leitung er bis 1828 beteiligt war. 1828 zog er sich zurück und begab sich im Auftrag der Familie Logothetti, aus welcher seine Ehefrau stammt, nach Odessa.

Tätigkeit als Genealoge

Neben seinen beruflichen Tätigkeiten verwaltete er vorübergehend das Schönfeld´sche Adelarchiv und förderte die Weiterentwicklung des von seinem Vater Johann Ferdinand von Schönfeld begonnenen diplomatisch-heraldischen Adelsarchives. 1824/25 gab er den "Ersten Adels-Schematismus des österreichischen Kaiserstaates" in 2 Bänden heraus. Damit erregte er den Widerstand der kaiserlichen Behörden. Er versteigerte 1826 seine genealogische Sammlung und investierte den Erlös mit wenig Erfolg in verschiedene wirtschaftliche Unternehmungen.

Sein wirtschaftlich-politischer Verdienst ist in der maßgeblichen Beteiligung und Entwicklung der ersten österreichischen Sparkasse zu sehen, die das Wohl der ärmeren Bevölkerung förderte.

Ignaz von Schönfeld war verheiratet mit Susanna von Logothetti (* 1785). Die Ehe blieb kinderlos.

Literatur