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vom 21.02.2017, aktuelle Version,

Innsbrucker Küchenschelle

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Innsbrucker Küchenschelle

Innsbrucker Küchenschelle (Pulsatilla oenipontana)

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Anemoneae
Gattung: Kuhschellen (Pulsatilla)
Art: Innsbrucker Küchenschelle
Wissenschaftlicher Name
Pulsatilla oenipontana
Dalla Torre & Sarnth.

Die Innsbrucker Küchenschelle (Pulsatilla oenipontana) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Beschreibung

Die ausdauernden Pflanzen verfügen über ein Rhizom, dessen Länge und Verzweigungsgrad variabel ist. Die zwei bis sechs grundständigen Laubblätter sind einfach gefiedert und in einer Rosette angeordnet. Oft sind sie zur Blütezeit nur unvollständig entwickelt. Die Laubblätter besitzen 80 bis 120 Abschnitte, die 4 bis 7 Millimeter breit sind. [1] Im Allgemeinen ist der Blütenstand auf eine Blüte reduziert. Die meist lila, rot- bis dunkelviolette Blüte wird von einem einfachen Perigon gebildet, welches sich in der Regel aus sechs, in Größe und Farbintensität gleichen Tepalen zusammensetzt, deren Anzahl jedoch variieren kann. Bei der Reife geht aus ihnen eine Gesamtfrucht hervor, die sich aus vielen Einzelfrüchten einsamigen Nüsschen - zusammensetzt. Die langen, stark behaarten "Fruchtschwänze" entstehen durch das Auswachsen des Griffels während der Fruchtreife und dienen als Verbreitungs- und Bohrorgan. Um Selbstbestäubung zu vermeiden, sind die Blüten vorweiblich.

Verbreitung

Diese endemische Art kommt nur in der Umgebung von Innsbruck in sogenannten Halbtrockenrasen vor. Sie dürfte nacheiszeitlich vermutlich durch Hybridisierung der von Deutschland bis Südschweden, Schweiz und Frankreich verbreiteten Gewöhnlichen Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris) mit der osteuropäisch verbreiteten Großen Kuhschelle (Pulsatilla grandis) im Grenzgebiet dieser beiden tetraploiden Arten im Inntal entstanden sein.

Gefährdung

Obwohl die Innsbrucker Küchenschelle seit 1939 geschützt ist, gehört sie inzwischen zu den gefährdetsten Pflanzenarten Nordtirols. Als verantwortlich für die Gefährdung gilt zum einen die Ausdehnung des Siedlungsgebiets, wodurch zahlreiche Wuchsorte erloschen sind, zum anderen die Änderung der landwirtschaftlichen Praxis, die mit Düngung von Mist, Jauche und Mineraldünger einherging. Eine herbstliche Nachweide im Herbst unterblieb, so dass nicht mehr genutzte Hänge zunehmend verbuscht sind. Daher wurde im Jahr 1981 das 3490 m² große Naturschutzgebiet Arzl gegründet. Das Areal ist im Besitz der Pfarre Arzl, die Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens entrichten hierfür einen jährlichen Pachtzins, der Stadt Innsbruck obliegt die Besorgung der jährlichen Mahd.[2]

Belege

  1. Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 274.
  2. Arzl bei Innsbruck: Innsbrucker Küchenschelle

Galerie

  Commons: Innsbrucker Küchenschelle (Pulsatilla oenipontana)  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien