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vom 02.05.2016, aktuelle Version,

Internationale Bodenseekonferenz

Internationale Bodensee Konferenz

Die Internationale Bodensee Konferenz (IBK) ist ein kooperativer Zusammenschluss der an den Bodensee angrenzenden und mit ihm verbundenen deutschen Länder Bayern und Baden-Württemberg, der Schweizer Kantone Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau, Zürich, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden, des österreichischen Bundeslands Vorarlberg und des Fürstentums Liechtenstein.

Gegründet wurde die Bodenseekonferenz im Jahr 1972 aufgrund der Notwendigkeit sich in Umwelt- und Gewässerschutzfragen grenzübergreifend abzustimmen. Sie hat das Ziel, die Bodenseeregion als Lebens-, Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum zu erhalten, zu fördern und dabei die regionale Zusammengehörigkeit über die Grenzen hinweg zu stärken. Die IBK bildet als Plattform der Regierungen und Verwaltungen den Kern eines Netzwerks der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Bodenseeregion auf den Themengebieten Umwelt, Bildung, Forschung, Verkehr, Wirtschaft, Tourismus oder Gesundheit und Soziales.

IBK Gebietskarte

Die Internationale Bodensee Konferenz versucht grenzbedingte Hemmnisse abzubauen und koordiniert eine gemeinsame Außendarstellung der Euregio Bodensee. Am 27. Juni 2008 unterzeichneten die Regierungschefs ein Leitbild der IBK für den Bodenseeraum.

Organisation

Regierungschef-Konferenz der IBK

Die Konferenz der Regierungschefs ist das oberste Gremium der IBK. Die Regierungschefs der IBK beraten regelmäßig über gemeinsame politische Anliegen und Ziele in der Region. Sie beschließen die Schwerpunkte des Arbeitsprogramms, legen Budgets fest, verabschieden Resolutionen an die Mitgliedsländer sowie Empfehlungen an die Regierungen der Staaten und an Institutionen der europäischen Zusammenarbeit.

Organigramm der IBK

Ständiger Ausschuss

Der Ständige Ausschuss fungiert als operatives Organ. Dieser tagt dreimal im Jahr. Ihm gehören die obersten Funktionsträger der Verwaltungen an. Der Ausschuss führt die laufenden Geschäfte, setzt Kommissionen sowie Arbeits- und Projektgruppen ein, koordiniert deren Arbeit, überwacht den Haushalt und pflegt Kontakte zu anderen Institutionen. Die Kommissionen führen gemeinsame Projekte durch oder regen solche an. Es bestehen die Kommissionen Bildung, Wissenschaft und Forschung, Kultur, Umwelt, Verkehr, Wirtschaft, Gesundheit und Soziales sowie Öffentlichkeitsarbeit. Spezielle Projektgruppen wurden bei Bedarf vom Ständigen Ausschuss eingesetzt. Als solche bestanden:

  • Weltkulturlandschaft Bodensee (2004–2005)
  • Vogelgrippe H5N1 (2005–2006)
  • Leitbild (2007–2008)
  • Projektsteuerung Bodensee Agenda 21 (2008–2010)

Die Arbeitsgruppen werden von den Kommissionen mit Zustimmung des Ständigen Ausschusses zur Bearbeitung von Fragestellungen eingesetzt. Beispiele hierfür sind:

Umwelt:

Wirtschaft:

  • Arbeitsgruppe Arbeitsmarkt
  • Arbeitsgruppe grenzüberschreitende berufliche Bildung
  • Arbeitsgruppe Tourismus

Verkehr:

  • Fachausschuss Bodan-Rail 2020
  • Koordinationsausschuss Tageskarte Euregio Bodensee|Euregio-Ticket

Vorsitz der IBK

Der IBK-Vorsitz wechselt jährlich in ein anderes Mitgliedsland oder -kanton. Der Vorsitz führt die laufenden Geschäfte für die Regierungschefkonferenz und den Ständigen Ausschuss und wird darin von der IBK-Geschäftsstelle unterstützt.

Geschäftsstelle der IBK

Die Geschäftsstelle mit Sitz in Konstanz unterstützt die Gremien der IBK, ist Ansprechpartner für Fragen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und informiert über die Bodenseeregion, ihre Länder und Kantone. Zudem vermittelt sie Kontakte zu öffentlichen Verwaltungen und Einrichtungen. Sie fungiert zudem als Schnittstelle von IBK zur Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen (AGEG) oder zur Raumordnungskommission Bodensee (ROK-B). Sie wird durch das Regierungspräsidium Freiburg verwaltet.

Projekte und Initiativen

Die IBK verfügt über ein eigenes Budget und fördert daraus Projekte aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung, Kultur, Umwelt, Natur und Energie, Verkehr, Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, Gesundheit und Soziales sowie Öffentlichkeitsarbeit. Initiativen sind unter anderem:

  • Förderpreise à 10.000 Schweizer Franken in wechselnden Kultursparten.[1]
  • Die Internationale Bodensee-Hochschule (IBH) geht auf ihre Initiative zurück.[2]
  • Die Bodensee Agenda 21 ist ein Projekt zur Umsetzung der Ergebnisse des Umweltgipfels in Rio in der Bodenseeregion.[3]
  • Das Lehrlingsaustauschprogramm xchange.[4]
  • Die jährliche Nobelpreisträgertagung in Lindau wird durch die IBK unterstützt.[5]
  • Die IBK ist beratendes Mitglied des Interreg-Programms Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein.[6]
  • Statistisches Arbeitsmarktmonitoring in der Euregio Bodensee.[7]
  • Vereinigung der Bodensee Industrie- und Handelskammern (B-IHK).[8]
  • Kleinprojektefonds
  • IBK-Künstlerbegegnung
  • Tageskarte Euregio Bodensee
  • Jugendprojekt Europakonzil zur Förderung des nationen- und generationsübergreifenden Dialogs[9]
  • Industrie 4.0 für die Digitalisierung der Industrie[10]

Einzelnachweise

  1. http://www.bodenseekonferenz.org/36505/Handlungsfelder-und-Projekte/Kultur/Foerderpreise/index_v2.aspx
  2. http://www.bodenseehochschule.org/portrait/traegerschaft/ - Informationen zur Trägerschaft der IBH
  3. http://www.bodensee-agenda21.net/ - Internetpräsenz der Bodensee Agenda 21
  4. http://www.xchange-info.net/tabid/54/language/de-DE/Default.aspx Informationen zum Projekt xchange
  5. http://www.lindau-nobel.org/Benefactors.AxCMS?ActiveID=1179 - Stifter der Nobelpreisträgertagung in Lindau
  6. http://www.interreg.org/ViewContent.php?aktsubid=918&subnavid=296&targetid=134&child=1 - Organisatorischer Aufbau INTERREG
  7. http://www.statistik-bodensee.org//
  8. http://www.bodensee-wirtschaft.org/
  9. Holger Kleinstück: Die Themen der Zukunft. In: Südkurier vom 3. Juli 2015.
  10. Holger Kleinstück: Die Themen der Zukunft. In: Südkurier vom 3. Juli 2015.