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vom 08.10.2017, aktuelle Version,

Ister Reederei

Die Ister Reederei G.m.b.H. war ein Schifffahrtsunternehmen mit Sitz in Bremen. Gegründet wurde die Reederei als Joint Venture von dem verstaatlichten österreichischen Stahlkonzern VÖEST gemeinsam mit der Schlüssel Reederei zu dem Zweck, die Tauglichkeit des von der VÖEST neu auf den Markt gebrachten LD-Stahl für die Schifffahrt zu demonstrieren.

Geschichte

Der Grundstein für die Ister Reederei wurde durch einen Vertrag vom 20. Februar 1956 zwischen der VÖEST-Geschäftsstelle Frankfurt und der Schlüssel Reederei gelegt. Dabei wurde neben kaufmännischen Details auch festgelegt, dass die Schlüssel Reederei die Bereederung der geplanten Hochseeflotte übernehmen würde.

Am 15. Dezember 1958 erfolgte der Stapellauf des ersten Schiffes Linzertor, welches am 2. März 1959 im Rahmen einer Probefahrt offiziell an die Reederei übergeben wurde. Neben den Räumlichkeiten für die Besatzung waren auf der Linzertor auch Kabinen für weitere Passagiere vorgesehen: im Rahmen eines Sozialprogramms sollte es Beschäftigten des Linzer Stahlwerkes ermöglicht werden, Erholungsfahrten auf dem Schiff zu unternehmen.

Nach dem Erfolg des ersten Schiffes folgte am 24. Jänner 1961 die Indienststellung des zweiten Hochseeschiffes der Ister Reederei, der Wienertor. Auch auf diesem Schiff waren Kabinen für Werksangehörige der VÖEST vorgesehen.

Einen Rückschlag erhielt die Reederei am 20. Jänner 1966, als ihr drittes Schiff – die Kremsertor – im Ärmelkanal sank.[1] Als Ersatz wurde ein viertes Schiff – die Buntentor – in Auftrag gegeben.

Eigentumsverhältnisse

Bei der Gründung der Gesellschaft hielt die VÖEST einen Anteil von 65 % an der Reederei, die restlichen 35 % verteilten sich auf die Gesellschafter der Schlüssel Reederei. In den 1970er Jahren zog sich die VÖEST jedoch zurück, 1987 wurde die Ister Reederei gänzlich zum Tochterunternehmen der Schlüssel Reederei.[2]

Betriebene Schiffe

  • Linzertor (Tragfähigkeit: 11.280 t)
  • Wienertor (Tragfähigkeit: 16.250 t)
  • Kremsertor (Tragfähigkeit: 18.100 t)
  • Buntentor (Tragfähigkeit: 38.260 t)

Literatur

  • Helmuth Gröbl: VÖEST-Hochseeschifffahrt. Herausgegeben vom Geschichteclub Stahl, Linz 2012.
  • A. Lührs, O. Kohlmann: MS „Linzertor“. Gebaut von der Flensburger Schiffsbau-Ges. für die Reederei Ister GmbH, Bremen. In: Schiff & Hafen – Fachzeitschrift für Schifffahrt, Schiffbau & Offshore-Technologie, 1959, S. 421–430.

Einzelnachweise

  1. 1960 bis 1969 – Kurzer Auszug aus der Chronik. voestalpine Geschichteclub.
  2. Ein Blick zurück ins Kielwasser, Geschichte der Schlüssel Reederei.