unbekannter Gast
vom 05.05.2017, aktuelle Version,

Johann Benda

Johann Benda (* 10. August 1919 in Wien; † 5. August 2012 ebenda) war Eisenbahn-Designer beim Schienenfahrzeughersteller Simmering-Graz-Pauker (SGP) in Wien. Seine bekanntesten Arbeiten waren das Design des Transalpin 4010 der ÖBB und das des Silberpfeil der Wiener U-Bahn.

Lebenslauf

Johann Benda wurde 1919 in Wien geboren und ist auch in Wien aufgewachsen. Er machte nach fünf Jahren Realgymnasium eine Lehre als Kunsttischler (laut eigener Aussage hat er diese eher zufällig begonnen[1]), noch bevor er als Soldat im Zweiten Weltkrieg eingezogen wurde.

Ab Ende der 50er-Jahre arbeitete er bei Simmering-Graz-Pauker in Wien – zunächst als technischer Zeichner (ohne formelle Ausbildung, durch die bloße Behauptung es zu sein, erhielt er die Stelle) und dann zunehmend als Eisenbahndesigner – bis zu seiner Pensionierung.[2][3]

Sein ganzes Leben wohnte und wirkte Benda in Wien (mit einem Zweitwohnsitz in Vorarlberg). Von 1957 bis 1992 wirkte Benda im Wiener Musikverein auch als aktives Mitglied des Konzertchors Singverein. Er verstarb im August 2012 im Alter von 92 Jahren.

Designarbeiten

Johann Benda war federführend bei folgenden Designs von Schienenfahrzeugen in äußerer Gestaltung und im Innenbereich:[4]

  • für den SGP-Kunden Österreichische Bundesbahnen (ÖBB)
    • die Diesellok Reihe 2045 (mit zwei Motoren und richtungssymmetrischem Aufbau) – seine damals noch in einem Dreierteam tätige erste und gleich sehr erfolgreiche Designarbeit – eingesetzt von 1952 bis 1993 unter anderem am Semmering, für diese Lokomotive entwarf er ein Flügelrad, welches die Lettern ÖBB enthielt und das bis Mitte der 1970er-Jahre als offizielles Logo der ÖBB geführt wurde.
    • die Triebwagen-Garnitur Reihe 4010 (mehrteilig, bestehend aus dem Triebwagen 4010, den Zwischen- und Speisewagen 7x10 und dem Steuerwagen 6010, erstmals für einen internationalen Fernreisezug) – nun schon alleine tätig und laut eigener Aussage sein Meisterstück und die Basis seines Erfolges als Eisenbahndesigner – eingesetzt von 1965 bis 1977 als Städteschnellzug Transalpin (genauer Transalpin II oder Transalpin 4010, dieser war die Ablösung des Transalpin I und verkehrte auf der Prestigestrecke von Wien nach Basel) und
    • die Triebwagen-Garnitur Reihe 4020 (dreiteilig, bestehend aus dem Triebwagen 4020, dem Zwischenwagen 7020 und dem Steuerwagen 6020) – eingesetzt im Nahverkehr als Schnellbahn, unter anderem seit 1979 als S-Bahn in und um Wien, sowie
  • für den SGP-Kunden Wiener Stadtwerke Verkehrsbetriebe (seit Juni 1999 Wiener Linien)

Somit war Johann Benda prägend nicht nur für den Transalpin in den 70er-Jahren, sondern auch für das Design der Fahrzeuge im hochrangigen öffentlichen Nahverkehrsnetz (S-Bahn und U-Bahn) von Wien in den 80er- und 90er-Jahren und teilweise auch noch bis heute (2016).

Einzelnachweise

  1. ORF-Nachruf in Ö1 in der Sendung "Menschenbilder" am 21. Oktober 2012.
  2. Interview mit Johann Benda auf Bahnorama.
  3. Ein blaues Wunder namens Transalpin – Artikel im Standard am 12. Juni 2012.
  4. Nachruf zu Johann Benda im Tramwayforum am 10. August 2012.