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vom 13.12.2019, aktuelle Version,

Johann Nepomuk Hunczovsky

Johann Nepomuk Hunczovsky, Gemälde von Heinrich Friedrich Füger, 1792, Wienmuseum

Johann Nepomuk Hunczovsky (* 15. Mai 1752 in Czech bei Proßnitz, Mähren; † 4. April 1798 in Wien) war ein österreichischer Arzt.

Leben

Hunczovsky erhielt seine erste Ausbildung in Olmütz und ging 1771 nach Wien, um Chirurgie zu studieren. Auf Empfehlung von Giovanni Alessandro Brambilla setzte er seine Studien in Mailand fort. Anschließend kehrte er nach Wien zurück, unternahm aber 1777 mit einem Stipendium von Kaiser Joseph II. erneut eine Studienreise, die ihn diesmal nach Paris und London führte. 1781 erhielt er eine Professur an der medizinisch-chirurgischen Schule im Militärhospital zu Gumpendorf, wo er auf zahlreichen Spezialgebieten lehrte. Später übernahm er zusätzlich eine Professur an der Josephs-Akademie. 1791 unternahm er im Gefolge Kaisers Leopold II. eine Reise durch Italien und wurde nach der Rückkehr zum k. k. Leibchirurgen ernannt.

Um 1795 gehörte Hunczovsky zu den Lehrern von Beethovens Bonner Freund Lorenz von Breuning (1776–1798), der 1794 bis 1797 in Wien Medizin studierte. Wie Breuning in mehreren Briefen schreibt, verbrachte er die Abende – gemeinsam mit Beethoven – oft bei Hunczovsky. Für Breunings Bruder Stephan von Breuning war Hunczovsky „der liebenswürdigste Mann den ich in Wien kennen lernte“.[1]

Am 15. Februar 1796[2] kaufte Hunczovsky von Peter von Genzinger ein Haus in der Alservorstadt, am Alsergrund Nr. 90, das am 20. April 1799[3] von Caroline Pichlers Mutter Caroline von Greiner erworben wurde. Pichler schreibt über ihn:

„Hunczovsky […] war ein sehr gebildeter Mann, ein großer Kunstfreund, und, was noch mehr sagen will, und was sein Tod bewies, ein edler Menschenfreund. Die meisten und schönsten Zimmer seines Hauses hatte er seinen Sammlungen gewidmet. Da war eine ansehnliche Bibliothek, ein ganzes Zimmer voll Handzeichnungen, die an den tiefblauen Wänden desselben in prächtigen Goldrahmen prangten, ein anderes mit den schönsten Kupferstichen, in dem sich überdies eine zahlreiche Mineraliensammlung in 10–12 höchst eleganten Glasschränken befand; endlich ein eigens dazu eingerichteter Saal mit Gemälden. Hier lebte der Besitzer mit einer hübschen, jungen Frau, die er kürzlich geheiratet, umgeben von seinen Kunstschätzen.“[4]

Laut Wurzbach starb er unerwartet im Alter von 47 Jahren an den Folgen einer Fingerverletzung, die er sich bei einer Operation zugezogen hatte. Diese Angabe wird jedoch nicht vom Totenbeschauprotokoll des Magistrats bestätigt, demzufolge Hunczowsky an einer "Lungen- und Leberentzündung" starb.[5]

Schriften (Auswahl)

  • Medicinisch-Chirurgische Beobachtungen auf seinen Reisen durch England und Frankreich, besonders ueber die Spitäler, Wien: Rudolph Gräffer, 1783.
  • Anweisung zu chirurgischen Operationen. Für seine Vorlesungen bestimmt, Wien: Rudolph Gräffer, 1785 (Digitalisat).
  • Ueber die neuere Geschichte der Chirurgie in den k. k. Staaten. Eine Rede, gehalten am 8ten November 1787, Wien: Rudolph Gräffer, 1787 (Digitalisat).

Literatur

Einzelnachweise

  1. Klaus Martin Kopitz, Rainer Cadenbach (Hrsg.) u. a.: Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen in Tagebüchern, Briefen, Gedichten und Erinnerungen. Band 1: Adamberger – Kuffner. Hrsg. von der Beethoven-Forschungsstelle an der Universität der Künste Berlin. Henle, München 2009, ISBN 978-3-87328-120-2, S. 117 f.
  2. Michael Lorenz, Das Forschungsprojekt "W. A. Mozart und sein Wiener Umfeld": Mozartforschung in Wien am Beginn des 21. Jahrhunderts, Wien 2013.
  3. Lorenz, 2013.
  4. Caroline Pichler, Denkwürdigkeiten aus meinem Leben, hrsg. von Emil Karl Blümml, Band 1, München 1914, S. 217 f. (Digitalisat).
  5. Lorenz, 2013.