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vom 05.06.2017, aktuelle Version,

Johanna Trodt-Limpl

Johanna Trodt-Limpl (* 3. November 1955) ist eine österreichische Pädagogin und Politikerin (BZÖ, zuvor FPÖ). Trodt-Limpl war von 2004 bis 2009 Abgeordnete zum Kärntner Landtag und ist seit 2013 erneut Landtagsabgeordnete sowie Landesobfrau ihrer Partei in Kärnten. Seit März 2015 ist sie ebenfalls Bundesparteiobfrau des BZÖ.[1]

Ausbildung und Beruf

Trodt-Limpl besuchte nach der Volks- und Hauptschule das musisch-pädagogische Bundesrealgymnasium in Klagenfurt und absolvierte nach der Matura die Pädagogische Akademie in Klagenfurt. 1977 legte sie die Lehramtsprüfung für Volksschulen, den katholischen Religionsunterricht, Heilstättenschulen und Sondererziehungsschulen ab. Sie verfügt zudem über eine Zusatzausbildung in Englisch, Italienisch und Slowenisch.

Zwischen 1995 und 1999 studierte Trodt-Limpl Pädagogik, Sozial- und Bildungsarbeit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und absolvierte eine Ausbildung im Sozialmanagement und Sozialmarketing. 2001 wurde sie Leiterin der zweisprachigen Volksschule Latschach und 2002 Bezirksschulinspektorin von Wolfsberg. Seit 1. Februar 2004 ist Trodt-Limpl Bezirksschulinspektorin von Villach-Stadt. Ihre Bestellung als Bezirksschulinspektorin von Villach wurde stark kritisiert, da keine Ausschreibung der Position erfolgt war.[2]

Politik

Trodt-Limpl zog am 31. März 2004 als Abgeordnete der FPÖ in den Kärntner Landtag ein. Im Zuge der Parteispaltung wechselte sie wie der Großteil der Kärntner FPÖ-Funktionäre zum BZÖ und war Bereichssprecherin für Bildung/Schule sowie Tierschutz des BZÖ-Landtagsklubs. Im März 2007 wurde Trodt-Limpl zur Ortsgruppenleiterin des BZÖ in Finkenstein am Faaker See gewählt.[3] Nachdem Trodt-Limpl im Jänner 2009 während einer krankheitsbedingten Abwesenheit als Bürgermeisterkandidatin beinahe von Werner Sitter weggeputscht worden war,[4] erreicht sie bei der Bürgermeisterdirektwahl im März 2009 18,4 % der Stimmen. Ihr Konkurrent Sittner, der mit einer FPÖ-Liste angetreten war, kam auf 15,2 %.[5] Aus dem Landtag schied Trodt-Limpl nach der Landtagswahl im März 2009 aus, nachdem sie auf der BZÖ-Landesliste nur auf Platz 54 gereiht gewesen war.[6] Nach der Gemeinderatswahl 2009 wurde sie Vizebürgermeisterin von Finkenstein am Faaker See für das BZÖ. Im Zuge der Abspaltungen der Freiheitlichen in Kärnten vom BZÖ und der Gründung der FPK wurde Trodt-Limpl am 8. April 2010 von der eigenen Fraktion als Vizebürgermeisterin abgewählt, nachdem sie sich gegen die Abspaltung ausgesprochen hatte. Mit ihr wurde auch der Gemeindevorstand von seiner Funktion abgelöst.[7] Trodt-Limpl machte in der Folge als einfache Gemeinderätin in Finkenstein weiter. Bei der Landtagswahl 2013 kandidierte sie für das BZÖ als Spitzenkandidatin im Landtagswahlkreis 3 und wurde am 28. März 2013 als eine von zwei BZÖ-Abgeordneten neuerlich als Abgeordnete zum Kärntner Landtag angelobt. Auf dem Landesparteitag des Kärntner BZÖ wurde Trodt-Limpl schließlich am 30. November 2013 mit 63,3 % der Stimmen zur neuen Landesobfrau gewählt.

Nachdem der bisherige Bundesparteiobmann des BZÖ Gerald Grosz von seinem Amt zurücktrat, wurde Johanna Trodt-Limpl am 30. März 2015 zu seiner Nachfolgerin gewählt.[1] Im Mai 2017 kündigte sie ihren Rückzug aus der Politik an. Sie werde nicht mehr als BZÖ-Obfrau kandidieren, im Landtag will sie bis zur Wahl 2018 bleiben.[8] Im Juni 2017 folgte ihr Helmut Nikel als Landesparteiobmann des BZÖ Kärnten nach.[9]

Privates

Trodt-Limpl ist verheiratet und Mutter eines Sohnes und einer Tochter. Sie lebt in Gödersdorf.

Einzelnachweise

  1. 1 2 BZÖ: Trodt-Limpl neue Parteichefin, 31. März 2015, Die Presse
  2. Kleine Zeitung: Polit-Geschenk? Wirbel um FP-Schulinspektorin, 19. Februar 2004
  3. Kleine Zeitung: Freie Bürgerliste vor der Gründung, 31. März 2007
  4. Neue Kärntner Tageszeitung: „Putschversuch bei BZÖ missglückt“, 22. Jänner 2009
  5. Land KärntenBürgermeisterwahl 2009
  6. Kleine Zeitung: „Wahlkampf biegt in die Zielgerade“, 28. Februar 2009
  7. Neue Kärntner Tageszeitung: „Die Chefin muss den Hut nehmen“, 10. April 2004
  8. orf.at: BZÖ-Obfrau zieht sich aus Politik zurück. Artikel vom 7. Mai 2017, abgerufen am 7. Mai 2017.
  9. orf.at: Helmut Nikel neuer BZÖ-Obmann. Artikel vom 4. Juni 2017, abgerufen am 5. Juni 2017.