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vom 06.11.2022, aktuelle Version,

John Kay (Musiker)

John Kay auf dem Chesapeake Bay Blues Festival am 4. August 2007

John Kay (* 12. April 1944 in Tilsit in Ostpreußen als Joachim Fritz Krauledat) ist ein deutsch-kanadischer Rockmusiker in Nordamerika. Weltweit bekannt wurde er durch die Bluesrockband Steppenwolf.[1]

Leben

Im Rahmen der Flucht aus Ostpreußen floh seine Mutter Elsbeth Krauledat, geb. Zimmermann, 1945 mit dem Kleinkind vor der anrückenden Roten Armee nach Arnstadt in Thüringen. Der Vater Fritz Krauledat, am 13. Juni 1913 in Absteinen (Opstainys in der Gemeinde Pagėgiai, heute Litauen) geboren, war im Zweiten Weltkrieg zwei Monate vor der Geburt seines Sohnes gefallen. Von dort flüchteten Mutter und Sohn erneut aus der Sowjetischen Besatzungszone nach Hannover, wo sie ein zweites Mal heiratete. Noch in Deutschland hatte Kay seine Hörgewohnheiten am Soldatensender AFN ausgerichtet. Er entwickelte dabei eine Vorliebe für Rock ’n’ Roll und Country Blues.[1] Im Radiosender BFBS der britischen Streitkräfte lauschte der farbenblinde und lichtempfindliche[2] Joachim britischer und amerikanischer Musik. Seine Sehstärke soll zudem lediglich bei 21 % liegen, was zum Status legally blind (blind nach gesetzlicher Regelung Kanadas) führt. Im März 1958 wanderte die Familie nach Toronto in Kanada aus und zog im Sommer 1963 nach Buffalo in den USA.

Musiker

In Kalifornien schloss sich John Kay im September 1965 als Leadsänger der Bluesband Sparrows und wurde Frontman der Band, aus der später 1967 Steppenwolf hervorging. Als Sparrows ging die Band nach New York City, spielte einige Gigs. Im Herbst 1966 ging die Band nach Kalifornien wo sie einige Angebote hatte.

Im Jahr 1969 wurde die Band, inzwischen Steppenwolf, durch den zum Rockklassiker gewordenen Song Born to Be Wild, (1967) Titelsong des Kultfilms Easy Rider, weltberühmt. Kay schrieb weitere Hits, wie den Protestsong Monster, mit dem er das Amerika der Nixon-Ära kritisierte. Eine Rezension hält fest, dass Kay mit „arrogant schnarrender Bluesstimme, finsterer Miene hinter dunkler Sonnenbrille und einer Bühnenmontur aus schwarzem Leder die rechte Galionsfigur für seine Band Steppenwolf“ abgegeben habe, „die ihren treibenden Rock mit Kays Bürgerschreck-Appeal dekorierte“.[1]

Nach diversen Umbesetzungen löste sich die Gruppe Steppenwolf 1980 auf, doch gaben sie jedes Jahr noch unter dem Namen John Kay & Steppenwolf ein paar Konzerte.

Kay nahm bereits in seiner Zeit mit Steppenwolf Soloalben auf. Das erste erschien 1972 unter dem Namen Forgotten Songs and Unsung Heroes. Das sechste und vorerst letzte Album erschien 2001 (Heretics and Privateers).

John Kay zog 1989 mit seiner Ehefrau Jutta, die er 1965 kennengelernt hatte, nach Tennessee. Später zogen sie nach Vancouver in Kanada. Er wohnt seit Ende 2013 wieder mit seiner Familie in Santa Barbara (Kalifornien), wo er schon in den 1960er und 1970er Jahren gelebt hatte.

Da Kay seine Band nach dem Roman Der Steppenwolf von Hermann Hesse benannt hatte, lud dessen Geburtsstadt Calw ihn 2002 zum Internationalen Hermann-Hesse-Festival ein, ebenso andere von Hesse inspirierte Gruppen wie beispielsweise Anyone’s Daughter.

1996 wurde Kay in die Canadian Music Hall of Fame[3] und 2004 auf Canada’s Walk of Fame aufgenommen.[4]

Diskographie

Studioalben (als John Kay & Sparrow)

  • 1969: John Kay & Sparrow (Aufnahmen 1966–1967)
  • 1993: John Kay & Sparrow (Aufnahmen 1966–1967 remastered und mit einigen Songs ergänzt)

Studioalben (als Steppenwolf)

  • 1967: Steppenwolf
  • 1968: The Second
  • 1969: At You Birthday Party
  • 1969: Monster
  • 1970: 7
  • 1971: For Ladies Only
  • 1974: Slow Flux
  • 1975: Hour of the Wolf
  • 1976: Skullduggery

Studioalben (als John Kay & Steppenwolf)

  • 1982: Wolf Tracks
  • 1984: Paradox
  • 1987: Rock & Roll Rebels
  • 1990: Rise & Shine
  • 1996: Feed the fire

Livealben

  • 1969: Early Steppenwolf Live (noch als The Sparrow im Jahr 1967 aufgenommen)
  • 1970: Steppenwolf Live (als Steppenwolf)

Livealben (als John Kay & Steppenwolf)

  • 1981: Live in London
  • 1995: Live at 25
  • 2004: Live in Louisville

Studioalben als Solokünstler

  • 1972: Forgotten Songs and Unsung Heroes (Debut als Solokünstler)
  • 1973: My Sportin' Life
  • 1978: All in Good Time
  • 1987: Lone Steppenwolf
  • 1997: The Lost Heritage Tapes
  • 2001: Heretics and Privateers

Literatur

  • Mathias Greffrath: Steppenwolf – Der Wilde von nebenan. In: ZEITmagazin LEBEN. Nr. 8/2008 (online; kostenpflichtig)
  • Dennis Draber: Ortsbesuch beim Steppenwolf-Sänger John Kay in Kalifornien. In: Rolling Stone, 7. April 2014 (online).

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Barry Graves, Siegfried Schmidt-Joos, Bernward Halbscheffel: Rock-Lexikon. Rowohlt TB, Reinbek 2003, ISBN 978-3-499-61588-7.
  2. Ortsbesuch beim Steppenwolf-Sänger John Kay in Kalifornien: ‚Ich bin wütend auf die Politiker‘. 7. April 2014, abgerufen am 11. Oktober 2020 (deutsch).
  3. Canadian Music Hall of Fame – Inductees. Canadian Music Hall of Fame, abgerufen am 6. August 2017 (englisch).
  4. John Kay auf canadaswalkoffame.com

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John Kay of Steppenwolf at Lillehammer Rock Weekend, in Lillehammer, Oppland, Norway. Own work (author) Thomas Andersen
CC BY-SA 3.0
Datei:John Kay (cropped).JPG
John Kay at the Chesapeake Bay Blues Festival on August 4, 2007. This photo was taken by David Podgor . Originally from en.wikipedia ; description page is/was here . Original uploader and author was Ravens326 at en.wikipedia
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