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vom 05.08.2016, aktuelle Version,

Josef Esser (Rechtswissenschaftler)

Josef Esser (* 12. März 1910 in Schwanheim am Main, heute Teil von Frankfurt am Main; † 21. Juli 1999 in Tübingen) war ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Leben

Josef Esser legte 1928 das Abitur in Frankfurt ab und studierte ebendort Rechtswissenschaften. Nach dem Staatsexamen war Esser von 1936 bis 1940 als Stadtsyndikus in Mönchengladbach tätig. Er habilitierte sich 1939 über „Grundlagen und Entwicklung der Gefährdungshaftung“. Esser lehrte an den Universitäten Greifswald (1941 bis 1943),[1] Innsbruck (1943 bis 1949) und Mainz (1949 bis 1961) und wirkte als Leiter der Rechtsabteilung der Internationalen Atomenergiebehörde, bevor er 1961 einen Ruf an die Universität Tübingen annahm. Hier lehrte er bis zu seiner im Jahr 1977 erfolgten Emeritierung, Rufe nach Wien, Bonn, Freiburg und Konstanz lehnte er ab. 1973 wurde er als ordentliches Mitglied in die Heidelberger Akademie der Wissenschaften aufgenommen.[2]

Sein bekanntestes Werk ist ein Lehrbuch des Schuldrechts, das etliche Auflagen erlebte und von seinen Schülern fortgeführt wird. Essers Forschungsschwerpunkte waren das Allgemeine Schuldrecht, die Methodenlehre und die Rechtsvergleichung. Seine Bedeutung wurde durch seine methodischen und rechtstheoretischen Arbeiten begründet, wie Grundsatz und Norm in der richterlichen Rechtsfortbildung (1956) und Vorverständnis und Methodenwahl in der Rechtsfindung (1970).

Literatur

  • Stefan Vogel: Josef Esser – Brückenbauer zwischen Theorie und Praxis. wvb, Wiss. Verl., Berlin 2009, ISBN 978-3-86573-485-3, zugl.: Berlin, Humboldt-Univ., Diss., 2008.
  • Johannes Köndgen: Josef Esser – Grenzgänger zwischen Dogmatik und Methodologie. In: Stefan Grundmann, Karl Riesenhuber (Hrsg.): Deutschsprachige Zivilrechtslehrer des 20. Jahrhunderts in Berichten ihrer Schüler (2007). Band 1, de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 9783899494563, S. 103ff Google Bücher
  • Johannes Köndgen: Josef Esser: Methodologe zwischen Theorie und Praxis. In: JuristenZeitung 2001, S. 807–813.
  • Eberhard Picker: Josef Esser (1910–1999) in: Jahrbuch der Heidelberger Akademie der Wissenschaften für 1999, Heidelberg 2000, S. 171f.

Einzelnachweise

  1. Erich Molitor: Die Greifswalder Juristenfakultät. In: Festschrift zur 500-Jahrfeier der Universität Greifswald. Band 2. Greifswald 1956, S. 17.
  2. Mitglieder der HAdW seit ihrer Gründung 1909. Josef Esser. Heidelberger Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 12. Juli 2016.