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vom 29.06.2017, aktuelle Version,

Josef Muchitsch

Josef Muchitsch (2014)

Josef Muchitsch (* 21. August 1967 in Lang in der Steiermark) ist ein österreichischer Politiker und seit 2006 Abgeordneter der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) zum österreichischen Nationalrat. [1]

Karriere

Nach Absolvierung der Pflichtschule erlernte Muchitsch den Beruf des Maurers. Von 1988 bis 1991 besuchte er die höhere technische Bundeslehranstalt Graz und anschließend die Sozialakademie Mödling 1991–1992. Von 1992 bis 2000 war er Sekretär bei der Gewerkschaft Bau-Holz. Mitglied des Gemeinderates von Leibnitz ist Muchitsch seit 1992. Vizebürgermeister (der jüngste in der Steiermark) von Leibnitz war er von 1998 bis 2003. Seit 2000 ist er Landesgeschäftsführer sowie Bundesvorsitzender Stellvertreter und FSG-Bundesvorsitzender bei der Gewerkschaft Bau-Holz. Seit 2006 ist Muchitsch Abgeordneter im Nationalrat. Im Frühjahr 2010 initiierte er gemeinsam mit 15 Partnern die überparteiliche Nachhaltigkeitsinitiative UMWELT + BAUEN. Ein Schwerpunkt von Muchitschs Arbeit ist die Bekämpfung von Lohndumping und Sozialbetrug. Er war und ist maßgeblich an der Umsetzung rechtlicher Bestimmungen wie dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz oder dem Bestbieterprinzip bei öffentlichen Vergaben beteiligt. Letzteres erreichte er mit der Gründung der Initiative "Faire Vergaben sichern Arbeitsplätze!", bestehend aus 3 Fachgewerkschaften, 11 Bundesinnungen, 2 Fachverbänden und 4 weiteren Partnern.[2]

Ab Jänner 2012 war Muchitsch Geschäftsführender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz und wurde 2014 zu deren Bundesvorsitzenden gewählt.

Seine Tätigkeit umfasste die sozialpartnerschaftliche Umsetzung eines Überbrückungsgeldes für Bauarbeiter im Bereich der BUAK (Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse).[3]

Seit Oktober 2015 ist Josef Muchitsch auch Europas oberster Baugewerkschafter. Muchitsch wurde in Brüssel einstimmig zum neuen Vorsitzenden der Bau-Holz-Internationale Europa (BHI Europa) gewählt - bis 2017. Der Sozialdemokrat ist der erste Österreicher in dieser ehrenamtlichen Funktion, hieß es in einer Aussendung.[4]

Kritik

Am 20. Juni 2015 veröffentlichten diverse Medien, dass Muchitsch eine Sozialwohnung des gemeinnützigen Bauträgers Sozialbau im 8. Wiener Gemeindebezirk bewohnt. Muchitsch bezahlte dafür 285,99 Euro inklusive Betriebskosten. Sein Gehalt liegt nach eigenen Angaben bei insgesamt 8806 Euro netto, davon werden laut seinen Angaben noch diverse Parteisteuern abgezogen, die aber großteils abgesetzt werden können. Er hatte keinen Hauptwohnsitz in Wien angemeldet und stand auch nicht auf einer Warteliste, bis er die Wohnung bekam. Auf die Frage, ob er sich bei der Wohnungssuche in einer ähnlichen Notsituation wie ein arbeitsloser Jugendlicher sah – sagt er: „Ich habe eine Frau und drei Kinder. Ich bezahle sicher nicht tausend Euro für eine Wohnung.“ [5][6] In Folge der öffentlichen Kritik kündigte er den Mietvertrag.[7]

Privates

Muchitsch ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Einzelnachweise

  1. Eintrag zu Josef Muchitsch auf den Webseiten des österreichischen Parlaments
  2. Faire Vergaben: Faire Vergaben sichern Arbeitsplätze. Abgerufen am 23. Januar 2017.
  3. www.gbh.at - Bausozialpartner: "Viel erreicht, noch viel vor". Abgerufen am 23. Januar 2017 (deutsch).
  4. www.gbh.at - Bau-Holz International: Muchitsch ab 2016 Europa-Vorsitzender. Abgerufen am 23. Januar 2017 (deutsch).
  5. Nationalratsabgeordneter wohnt im Sozialbau. Die Presse, 20. Juni 2015, abgerufen am 20. Juni 2015.
  6. Zeit im Bild, ORF: Ich habe eine Frau und drei Kinder. Ich bezahle sicher nicht tausend Euro für eine Wohnung. Abgerufen am 20. Juni 2015.
  7. Muchitsch kündigt Billig-Wohung. In: Kurier. 21. Juni 2015, abgerufen am 23. Juni 2017.