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vom 11.05.2017, aktuelle Version,

Josef Riedmann

Josef Riedmann (* 9. September 1940 in Wörgl) ist ein österreichischer Historiker.

Josef Riedmann studierte Geschichte und Geographie in Innsbruck, Marburg und Wien. Riedmann wurde 1966 in Wien mit einer von Heinrich Appelt betreuten Studie zur diplomatischen Form von Vertragsurkunden im 12. Jahrhundert promoviert. Er war Assistent am Institut für Österreichische Geschichtsforschung in Wien. Seit 1969 war er Assistent am Institut für Geschichtswissenschaften an der Universität Innsbruck. 1975 habilitierte er sich in Österreichischer Geschichte. Längere Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem nach Rom und Venedig. 1982 wurde er als Nachfolger von Othmar Hageneder ordentlicher Professor für Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Innsbruck und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006. Zu Riedmanns Schülern gehören Klaus Brandstätter, Hannes Obermair und Romedio Schmitz-Esser.

Riedmann ist u.a. wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und korrespondierendes Mitglied der Zentraldirektion der Monumenta Germaniae Historica in München. Seit 1988 ist er korrespondierendes Mitglied der Accademia degli Agiati in Rovereto.[1] Riedmann übernahm 1992 gemeinsam mit Marjan Cescutti die Leitung der Schlern-Schriften, der ältesten landeskundlichen Schriftenreihe Tirols. Riedmann war Herausgeber der Zeitschrift Tiroler Heimat.

Im Sommer 2005 wurde in der Universitätsbibliothek Innsbruck eine Briefsammlung mit 130 bisher unbekannten Briefen, Mandaten und Diplomen Friedrichs II. und vor allem Konrads IV. in einer Handschrift aus der Südtiroler Kartause Allerengelberg (zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts, heute Innsbruck, UB, Hs. 400) identifiziert. Der Fund wurde von Riedmann im Deutschen Archiv berichtet und analysiert.[2] Im Jahr 2016 legte Riedmann eine kritische Edition der Innsbrucker Briefsammlung vor.

Schriften

  • Geschichte Tirols. 3. Auflage. Verlag für Geschichte und Politik, Wien 2001, ISBN 3-486-56553-2.
  • Das Mittelalter. In: Josef Fontana, Peter W. Haider (Hrsg.): Geschichte des Landes Tirol. Bd. 1: Von den Anfängen bis 1490. 2., überarbeitete Auflage. Athesia Verlag, Bozen u.a. 1990, S. 291–698.
  • Die Beziehungen der Grafen und Landesfürsten von Tirol zu Italien bis zum Jahre 1335 (= Sitzungsberichte der Österr. Akademie der Wissenschaften. Phil.-Hist. Kl. Bd. 307). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1977, ISBN 3-7001-0198-8 (Zugleich: Innsbruck, Universität, Philosophische Fakultät, Habilitations-Schrift, 1975).
  • Die Beurkundung der Verträge Friedrich Barbarossas mit italienischen Städten. Studien zur diplomatischen Form von Vertragsurkunden im 12. Jahrhundert. (= Sitzungsberichte der Österr. Akademie der Wissenschaften. Phil.-Hist. Kl. Bd. 307). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1973, ISBN 3-7001-0049-3 (Zugleich: Wien, Universität, Dissertation, 1966).

Anmerkungen

  1. Mitgliederdatenbank der Akademie
  2. Josef Riedmann: Unbekannte Schreiben Kaiser Friedrichs II. und Konrads IV. in einer Handschrift der Universitätsbibliothek Innsbruck: Forschungsbericht und vorläufige Analyse. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters, Bd. 62, 2006, S. 135–200.