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vom 28.11.2018, aktuelle Version,

Joseph Seemüller

Joseph Eusebius Seemüller (* 15. Oktober 1855 in Währing; † 20. Januar 1920 in St. Martin am Techelsberg) war ein österreichischer Sprachwissenschaftler, Germanist und Hochschullehrer.

Leben

Der Sohn eines Statthalterei-Offizials besuchte von 1866 bis 1873 das Wiener Schottengymnasium und wurde dort von dem Germanisten Hugo Mareta erzogen. 1873–1876 studierte er an der Wiener Universität bei Richard Heinzel, Karl Tomaschek (1828–1878) und Wilhelm von Hartel Germanistik und Altphilologie. 1877 promovierte Joseph Seemüller bei Heinzel mit der von Wilhelm Scherer in Straßburg betreuten Dissertation „Die Handschriften und Quellen von Willirams deutscher Paraphrase des Hohen Liedes[1] zum Dr. phil. und habilitierte sich 1879 – ebenfalls mit einer Schrift über Williram. Bis 1890 unterrichtete er als Grammatiker an Wiener Gymnasien Deutsch. 1890 wurde Joseph Seemüller Professor für Altgermanistik an der Universität Innsbruck. Josef Schatz, der Erforscher des „gesamtbairischen Mundartgebietes“, promovierte und habilitierte sich dort bei ihm über Themen aus der Mundartkunde. 1905 wurde Joseph Seemüller – als ordentlicher Professor für Deutsche Sprache und Literatur an der Universität Wien – Nachfolger Heinzels.

In den Jahren bis 1912 edierte er mittelhochdeutsche österreichische Texte (siehe auch Werke unten) und widmete sich als Hochschullehrer der Ausbildung von Gymnasiallehrern. Zur Untersuchung deutscher Mundarten machte er im Wiener Phonogrammarchiv entsprechende Tonaufnahmen.

1912 beendete er seine berufliche Tätigkeit krankheitshalber. Als aber sein Nachfolger Carl von Kraus 1917 von Wien nach München ging, sprang er ein und lehrte bis kurz vor seinem Tode.

Ehrungen

Werke

Editor

Herausgeber

  • Monumenta Germaniae Historica. Sprachen: Deutsch/Mittelhochdeutsch
    • Deutsche Chroniken und andere Geschichtsbücher des Mittelalters. Bd. 5. Ottokars österreichische Reimchronik. Nach den Abschriften Franz Lichtensteins. Weidmann, Berlin 1890. Halbband 1, 720 Seiten[3]
    • Deutsche Chroniken und andere Geschichtsbücher des Mittelalters. Bd. 5. Ottokars österreichische Reimchronik. Nach den Abschriften Franz Lichtensteins. Weidmann, Berlin 1893. Halbband 2, 719 Seiten[4]
    • Deutsche Chroniken und andere Geschichtsbücher des Mittelalters. Bd. 6. Oesterreichische Chronik von den 95 Herrschaften. Weidmann, Berlin 1906–1909. 276 Seiten
    • Ottokars steirische Reimchronik. Nach den Abschriften Franz Lichtensteins. 2 Bde. (MGH Deutsche Chroniken V, 1–2), Hannover 1890–1893

Literatur

Einzelnachweise

  1. Digitalisat der Dissertation, Trübner, Straßburg 1877
  2. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 222.
  3. Ottokars österreichische Reimchronik. Erster Halbband bei WorldCat
  4. Ottokars österreichische Reimchronik. Zweiter Halbband bei WorldCat