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vom 23.06.2020, aktuelle Version,

Jubiläumswarte (Anninger)

Gesamtansicht der Jubiläumswarte
Jubiläumswarte gesperrt

Die Jubiläumswarte, auch als Kaiser-Jubiläums-Warte bezeichnet, ist eine 16 Meter hohe eiserne Aussichtswarte auf dem 653 m ü. A. hohen Gipfel des Eschenkogels, einem Gipfel des Anningers, im Gemeindegebiet von Gaaden im Wienerwald. Die Jubiläumswarte ist seit Mai 2019 gesperrt und soll abgerissen werden.

Geschichte

Der Verein der Naturfreunde in Mödling errichtete erstmals eine Aussichtstribüne aus Holz auf dem Eschenkogel, welche am 28. Juli 1878 feierlich eröffnet wurde. Sie erhielt den Namen Sofienwarte, benannt nach Sophie von Todesco, die den Anningerfonds des Vereins unterstützte. Im Jahr 1896 wurde von drei Mitgliedern des Vereins ein neuer Fonds gegründet mit Ziel, zum 50-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. eine neue Warte errichten zu können. Nach der erfolgreichen Aufbringung der 10.200 Kronen konnte mit dem Bau im Jahr 1898 begonnen werden. Nach einer Vorfeier am 2. Juli 1898 erfolgte am Tag darauf die eigentliche Einweihungs- und Eröffnungsfeier einschließlich der Schlusssteinlegung der Eisenconstruction von drei Stockwerken Höhe und einem Unterbau.[1]

Im Jahr 1998 erfolgte anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums die Renovierung der Warte. Hierbei wurden die Holzplatten auf den Stufen sowie der Plattform durch Gitterplatten ersetzt und die Metallkonstruktion neu gestrichen.[2]

Aufgrund massiver Schäden am Fundament und an der Stahlkonstruktion wurde 2019 die Warte gesperrt. Da eine Sanierung zu aufwendig und kostspielig wäre, soll die Warte abgerissen werden.[3]

Architektur

Die Warte besteht aus einer 8700 Kilogramm schweren Eisenkonstruktion mit einem Grundriss von 5,5 × 5,5 Meter. Nach oben hin verjüngt sich der Turm bis zur Aussichtsplattform auf 2,55 × 2,55 Meter. Der Aufstieg erfolgt über 59 Stufen zur Zwischenplattform in 12 Meter Höhe. Von dort geht es über eine Wendeltreppe mit weiteren 19 Stufen zur obersten Plattform in 15 Meter Höhe.

Ausblick

Im Norden blickt man auf den kleinen Anninger mit dem Husarentempel, die Gemeinden Hinterbrühl und Mödling sowie auf gesamte Stadt Wien mit ihren Hausbergen vom Leopoldsberg bis zum Exelberg. Bei klarer Sicht sind auch die Leiser Berge im Weinviertel erkennbar. Im Osten erkennt man aufgrund des Hochanningers nur den Richtfunkturm am Vierjochkogel sowie die Spitze der Wilhelmswarte. In Richtung Westen und Süden hat man einen guten Blick auf den Hohen Lindkogel, Schneeberg, Schöpfl sowie die Gemeinde Sparbach.

Literatur

  • Andreas Brudnjak: Aussichtswartenführer für Wien, Niederösterreich und Burgenland. 81 Aussichtswarten und ihre Geschichte und Baukonstruktion. 1. Auflage. Kral-Verlag, Berndorf 2013, ISBN 978-3-99024-095-3, S. 107 ff.
  • Walter Wenzel: Aussichtswarten im Wienerwald. Eigenverlag des Milleniumsbüro der Tourismusregion Wienerwald, Baden bei Wien 2002, S. 58 ff.
Commons: Jubiläumswarte (Anninger)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Correspondenzen. (…) Die Einweihung der Kaiser Jubiläums-Warte am Eschenkogel (…). In: Badener Zeitung, Nr. 56/1898 (XVIII. Jahrgang), 13. Juli 1898, S. 4, Mitte unten. (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bzt.
  2. Der Anninger – Bauwerke – Jubiläumswarte. In: anninger.heimat.eu. Abgerufen am 3. Juni 2017.
  3. Jubiläumswarte am Anninger muss abgerissen werden im Kurier vom 17. Juli 2019 abgerufen am 17. Juli 2019