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vom 30.10.2016, aktuelle Version,

Karl Streitmann

Karl Streitmann (1886)

Karl Streitmann (8. Mai 1858 in Wien, Kaisertum Österreich29. September 1937 in Wien) war ein österreichischer Theaterschauspieler und Opernsänger (Tenor).

Leben

Karl Streitmann wollte eigentlich Arzt werden. Da sein Vater bankrott ging, war er gezwungen, sein Medizinstudium zu beenden und begann die Schauspielerei, nachdem er Unterricht von Joseph Lewinsky erhalten hatte.

Sein Debüt war in Preßburg (als „Geßler“, „Gringoire“ und „Hamlet“), dann in Berlin (Antrittsrolle „Franz Moor“, 16. August 1878), Bromberg, Thorn und Sigmaringen. Danach am Carltheater in Wien und in Prag am Landestheater, wo er den „Jose“ in Carmen und den „Tamino“ in der Zauberflöte sang. In der Uraufführung des Zigeunerbarons verkörperte er den „Barinkay“ und wirkte auch in anderen Operettenaufführungen mit. Er absolvierte eine Nordamerikatournee: von Southampton aus schiffte er sicn nach New York ein, wo er am 22. September 1889 als „Zigeunerbaron“ debütierte. Es folgten Stationen in Chicago, Philadelphia, Pittsburgh, Baltimore, Washington etc. Zudem lernte er englisch, so dass er am 26. Oktober 1891 mit der Primadonna Lillian Russel im Madison Square Garden auftreten konnte.

Sein weiteres Betätigungsfeld erfolgte im Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater in Berlin von 1901 bis 1902, wieder am Carltheater in Wien von 1902 bis 1905, und er gastierte öfters an der Hofoper in Berlin, am Hoftheater in Stuttgart und in Amsterdam.

Seine ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich im Urnenhain der Feuerhalle Simmering (Abteilung 6, Ring 3, Gruppe 3, Nummer 47). 1955 wurde die Streitmanngasse in Wien-Hietzing nach ihm benannt.

Streitmann war ab 1904[A 1] mit der Schauspielerin Louise Übermasser verheiratet. Diese trennte sich von ihm und heiratete Gustav Charlé. Seine Schwester Rosa Streitmann war ebenfalls eine Opernsängerin (Sopran), seine Tante war Rosa Csillag.[1]

Filmografie

  • 1913: Johann Strauß an der schönen blauen Donau

Literatur

Einzelnachweise

  1. Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 1013, (Textarchiv – Internet Archive).

Anmerkungen

  1. Dieses Jahr, laut ÖML (siehe Literatur), kann allerdings nicht stimmen. Sie war lt. Eisenberg in zweiter Ehe mit Gustav Charlé verheiratet. Das Eisenbergsche Lexikon erschien jedoch bereits 1903.