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vom 17.08.2016, aktuelle Version,

Karl von Baden (1832–1906)

Karl Friedrich Gustav Wilhelm Maximilian von Baden (* 9. März 1832 in Karlsruhe; † 3. Dezember 1906 ebenda) war ein badischer Prinz und Titular-Markgraf sowie General der Kavallerie in der Preußischen Armee.

Leben

Karl von Baden war der jüngste Sohn und eines von sieben überlebenden Kindern des Großherzogs Leopold und dessen Frau, der schwedischen Prinzessin Sophie Wilhelmine von Holstein-Gottorp.

Wie auch sein älterer Bruder Wilhelm begann Karl eine Militärkarriere. Zuerst diente er als Kavallerist in der Großherzoglich-Badischen Armee, später stand er in österreichischen Militärdiensten. Nachdem die Badische Armee als Teil des Bundesheeres im Deutschen Krieg 1866 besiegt worden war, wirkte Karl im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 als Führer des badischen Sanitätskorps in der freiwilligen Krankenpflege mit.[1]

Am 17. Mai 1871 heiratete er Rosalie Luise Freiin von Beust (1845–1908), Tochter des Wilhelm Freiherr von Beust. Da diese nicht dem Hohen Adel angehörte und somit keine standesgemäße Frau darstellte, wurde die Ehe morganatisch geschlossen und des Weiteren Rosalie als Gräfin von Rhena in den erblichen Grafenstand erhoben. Die Hochzeit fand im Schloss Bauschlott statt, das dem Paar auch als Wohnort diente. Rosalie Gräfin von Rhena wurde als sozial engagierte Frau bekannt; sie gründete im Dorf Bauschlott einen Frauenverein und unterstützte unter anderem eine Kinderschule.[2] Aus der Ehe ging ein Sohn, der spätere Diplomat Friedrich Graf von Rhena, hervor.

Als Folge der Reichsgründung wurde die Badische Armee durch die Militärkonvention in die Preußische Armee eingegliedert; somit wurde Karl von Baden am 15. Juli 1871 als Generalmajor mit Patent von 1869 und als Chef des 3. Badischen Dragoner-Regiments (Nr. 22) ins preußische Militär übernommen. Im September 1873 wurde er zum Generalleutnant, im März 1883 zum General der Kavallerie befördert.[3]

Als badischer Prinz besaß Karl seit 1855 Sitz und Stimme in der Ersten Kammer der Badischen Ständeversammlung und war von 1897 bis 1906 Präsident dieser Kammer.[4]

Er starb 1906 in Karlsruhe und wurde in der Großherzoglichen Grabkapelle bestattet.

Vorfahren

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich Erbprinz von Baden (1703–1732)
 
 
 
 
 
 
 
Karl Friedrich Großherzog von Baden (1728–1811)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Anna von Nassau-Dietz-Oranien (1710–1777)
 
 
 
 
 
 
 
Leopold Großherzog von Baden (1790–1852)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freiherr Ludwig Heinrich Philipp Geyer von Geyersberg
 
 
 
 
 
 
 
Luise Karoline von Hochberg (1768–1820)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maximiliana Christina, geb. Gräfin von Sponeck
 
 
 
 
 
 
 
Karl von Baden
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gustav III. König von Schweden (1746–1792)
 
 
 
 
 
 
 
Gustav IV. Adolf König von Schweden (1778–1837)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sophie von Dänemark (1746–1813)
 
 
 
 
 
 
 
Sophie von Schweden (1801–1865)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karl Ludwig von Baden (1755–1801)
 
 
 
 
 
 
 
Friederike von Baden (1781–1826)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Amalie von Hessen-Darmstadt (1754–1832)
 
 
 
 
 
 

Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. Klaus Häfner, Badische Landesbibliothek Karlsruhe: Großherzog Leopold von Baden: 1790–1852; Regent - Mäzen - Bürger; Versuch eines Porträts; eine Ausstellung der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe aus Anlass seines 200. Geburtstages am 29. August 1990; Ausstellungskatalog
  2. Persönlichkeiten des Kraichgaus: Gräfin Rosalie von Rhena
  3. Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum, Band 9, S. 280, Nr. 2882
  4. Für Freiheit und Demokratie. Badische Parlamentsgeschichte 1818–1933. Eine Chronik zur demokratischen Bewegung seit 1818 mit Biographien, historischen Film- und Tonaufnahmen, Wahlergebnissen, Bilddokumenten und einer umfassenden Bibliographie. Multimedia CD-ROM herausgegeben vom Stadtarchiv Karlsruhe 1997, ISBN 3-9805956-0-9. Systemvoraussetzung Windows 95 oder Apple Macintosh. Unter Betriebssystemen der Microsoft Windows NT-Linie lässt sich die CD-ROM nicht verwenden!
  5. 1 2 3 Hof- und Staatshandbuch des Großherzogtums Baden 1847, S. 3.