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vom 06.01.2017, aktuelle Version,

Karl von Kageneck

Karl Marquard Viktor Graf von Kageneck (* 10. Mai 1871 in Munzingen;[1]23. April 1967[2]) war ein preußischer Generalmajor und Militärattaché.

Leben

Karl von Kageneck stammte aus der in Baden ansässigen katholischen Adelsfamilie von Kageneck. Er trat als junger Mann in die Preußische Armee ein. 1891 wurde er zum Sekondeleutnant befördert. Später übernahm er den Posten als Flügeladjutant des preußischen Königs und deutschen Kaisers Wilhelm II. Im September 1906 wurde er als deutscher Militärattaché nach Wien entsandt, wo ihm die Pflege der militärpolitischen Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und der Österreichisch-Ungarische Doppelmonarchie oblag. Dieses Amt bekleidete er schließlich – am 24. Dezember 1908 zum Major und am 27. Januar 1914 zum Oberstleutnant befördert – bis in die Frühphase des Ersten Weltkriegs.

Nachdem er in der Julikrise von 1914 als Bindeglied zwischen dem deutschen und dem österreichisch-ungarischen Generalstab fungiert hatte, war er in den ersten Kriegsmonaten der deutsche Verbindungsmann im Hauptquartier des österreichisch-ungarischen Generalstabschef Franz Conrad von Hötzendorf. Sein erhalten gebliebenes Kriegstagebuch ist eine nicht unbedeutende Quelle über die von Kageneck miterlebten Ereignisse und seine Beobachtungen bieten Anhaltspunkte über die den Entscheidungen und Maßnahmen dieser Zeit zugrundeliegenden Gedanken und Motive.

Am 18. August 1916 wurde Kageneck zum Oberst befördert und zum Kommandeur der 28. Kavallerie-Brigade ernannt. Später wurde er an der Westfront von kanadischen Truppen in Kriegsgefangenschaft genommen und bis zum Kriegsende in einem verhältnismäßig komfortablen britischen Internierungslager für deutsche Stabsoffiziere festgehalten.[3]

Aus Kagenecks Ehe mit Maria von Schorlemer-Lieser (1888–1959), einer Tochter des preußischen Landwirtschaftsministers Clemens Freiherr von Schorlemer-Lieser, ging unter anderem Arbogast "Erbo" Graf von Kageneck (1918–1942) hervor.

Literatur

  • Tim Hadley: Military Diplomacy in the Dual Alliance. German Military Attaché Reporting from Vienna. 1906–1914. In: War In History. (WIH) 17, 2010, Nr. 3, S. 294–312. (doi:10.1177/0968344510365421).

Einzelnachweise

  1. Geburtsdatum und -ort nach: Hans Jürgen Pantenius: Der Angriffsgedanke gegen Italien bei Conrad von Hötzendorf. 1980, S. 1300.
  2. Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815-1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815-1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 458.
  3. Gordon Williamson, Ramiro Bujeiro: Knight's Cross Oak-Leaves Recipients 1941-45. The Southern Fronts 1941-45. 2005, S. 55.