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vom 06.06.2017, aktuelle Version,

Karl von Plettenberg

Karl von Plettenberg (1852–1938)
Karl von Plettenberg rechts von Kaiser Wilhelm II. (m.) bei einer Feier, 1913

Karl Freiherr von Plettenberg (* 18. Dezember 1852 in Neuhaus; † 10. Februar 1938 in Bückeburg) war ein preußischer General der Infanterie, Kommandierender General des Gardekorps und Generaladjutant von Wilhelm II.

Leben

Herkunft

Karl entstammte dem westfälischen Uradelsgeschlecht Plettenberg aus dem Sauerland. Ein Vorfahre wurde erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt. Sein Vater Eugen von Plettenberg war Major und Eskadronchef, seine Mutter Minette, eine geborene von der Borch.

Militärkarriere

Plettenberg wurde im Kadettenkorps erzogen und trat 1870 in das 5. Westfälische Infanterie-Regiment Nr. 53 in Köln ein. Mit diesem nahm er als Sekondeleutnant 1870/71 am Krieg gegen Frankreich teil und wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Anschließend besuchte er die Kriegsakademie und wurde in das 1. Garde-Regiment zu Fuß versetzt. Dort fungierte er nach der Beförderung zum Hauptmann als Kompaniechef. Unter Beförderung zum Major am 24. März 1890 folgte seine Versetzung nach Bückeburg in das Westfälische Jäger-Bataillons Nr. 7. Dort fungierte Plettenberg vom 18. November 1890 bis zum 15. Juni 1894 als Kommandeur und kam anschließend in gleicher Funktion zum Garde-Jäger-Bataillons nach Potsdam. In dieser Stellung wurde er am 16. Juni 1896 Oberstleutnant. 1898 ernannte man ihn zum Kommandeur des 1. Garde-Regiments zu Fuß. Ab 1902 fungierte er als Inspekteur der Jäger und Schützen und wurde gleichzeitig mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Kommandeurs des Reitenden Feldjägerkorps beauftragt. Am 24. Juni 1906 übernahm er den Befehl über die 22. Division in Kassel. Am 12. April 1910 wurde Plettenberg zum General der Infanterie und gleichzeitig zum Kommandierenden General des IX. Armee-Korps in Altona ernannt, am 1. März 1913 übernahm er schließlich die Führung des Gardekorps.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs marschierte er im August 1914 mit seinem Korps im Verband der 2. Armee in Belgien ein. Danach kämpften seine Truppen erfolgreich gegen die französische 5. Armee unter Charles Lanrezac in der Schlacht bei St. Quentin und an der Marne. Sein Korps verlegte nach der Aisneschlacht nach Flandern und stand in der Schlacht um Ypern im Abschnitt der Korpsgruppe des Generals Fabeck. Anfang Mai 1915 beteiligte sich seine an die Ostfront verlegten Truppen im Verband der 11. Armee an der Schlacht bei Gorlice-Tarnów. Am 14. Mai 1915 wurde Plettenberg mit dem Pour le Mérite, dem höchsten preußischen Tapferkeitsorden, ausgezeichnet und am 27. Januar 1916 à la suite des 1. Garde-Regiments zu Fuß gestellt.

Nach Kritik an der Kriegsführung von Erich Ludendorff und Paul von Hindenburg während der Materialschlachten an der Westfront musste Plettenberg am 24. Januar 1917 zurücktreten. Unter Verleihung des Schwarzen Adlerordens und den Schwertern zu dem en sautoir zu tragenden Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub und der Krone wurde Plettenberg zu den Offizieren von der Armee versetzt und am 6. Februar 1917 zur Disposition gestellt.

Nach seiner Pensionierung kehrte er nach Bückeburg zurück, wo noch heute die Plettenbergstraße nach ihm benannt ist. Er war außerdem Besitzer von etwa 80 Morgen Land des ehemaligen Ritterguts Stockum, mit dem die Familie am 16. April 1494 belehnt worden war.

Familie

Plettenbergs ältester Sohn Karl-Wilhelm war Leutnant im 1. Garde-Regiment zu Fuß und damit Offizier im Gardekorps unter Führung seines Vaters. Er fiel im Alter von 25 Jahren am 30. August 1914 bei Colonfay/Le Sourd in der Schlacht von St. Quentin.

Sein zweiter Sohn Kurt war Generalbevollmächtigter des vormaligen Preußischen Königshauses und gehörte zum engeren Kreis der Widerständler vom 20. Juli 1944. Er stürzte sich vor einem Verhör im Gestapo-Hauptquartier am 10. März 1945 aus einem Fenster.

Auszeichnungen

Siehe auch

Literatur

  • Hanns Möller: Geschichte der Ritter des Ordens pour le mérite im Weltkrieg. Band II: M–Z. Verlag Bernard & Graefe, Berlin 1935, S. 138–140.
  • Fredrich Schulte-Kramer: Das Rittergut Stockum. Sunderner Heimatblätter 18:14.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 Preußisches Kriegsministerium (Hrsg.): Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1914. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1914, S. 47.
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