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vom 10.03.2015, aktuelle Version,

Kilometerbank

Kilometerbank ist bzw. war der Name verschiedener Fahrkartensysteme im Schienenverkehr auf Basis eines Guthabens. Allen Systemen gemein ist, dass der Kunde im Vorfeld ein gewisses Guthaben an Kilometern (manchmal auch einen Wertbetrag) erwirbt, welches anschließend auf dem Schienennetz des Bahnunternehmens eingelöst werden kann.

Österreich

Deckblatt einer Kilometerbank der ÖBB von 1989

Die ÖBB Kilometerbank und die Grüne Bank waren ein Blankofahrscheinsystem für den Schienenpersonenfernverkehr. Ein Kunde konnte entweder ein Guthaben von 2000 oder 5000 Kilometern (Kilometerbank) oder von 2000 ÖS (Grüne Bank) erwerben und damit Fahrten, mit bis zu sechs Personen und in beiden Klassen, ab einer Mindeststrecke von 71 km, im gesamten österreichischen Schienennetz absolvieren. Anstatt eines klassischen Fahrscheins wurden die Reiseangaben in ein Datenheft eingetragen und vom Schaffner bestätigt. Beide Produkte wurden mit 30. September 1999 eingestellt.[1]

Die WESTbahn bot zwischen Betriebsbeginn 2011 und 15. Dezember 2014[2] übertragbare Kilometerbanken zu 1.000 km und 5.000 km, zeitweise auch zu 5.555 km und 10.000 km an, die ohne Mindeststrecke in den Zügen genutzt werden konnten.

Tschechien

Die Tschechische Bahn bietet mit der Kilometerbank 2000 (Kilometrická banka) eine ähnliche Fahrkarte an allen Fahrkartenschaltern an [3]. Mit dieser Fahrkarte kann der Fahrgast insgesamt ca. 2000 km innerhalb eines halben Jahres mit den Zügen der ČD innerhalb der Tschechischen Republik zurücklegen. Derzeit (Stand 12/2013) kostet eine Kilometerbank 2.200 Tschechische Kronen, das entspricht 4 Eurocent pro km.

Die Fahrkarte kann bis zu 2 Monate im Voraus erworben werden und ist ab dem ersten Gültigkeitstag maximal 6 Monate gültig. Die Fahrstrecken werden je Reise einzeln abgebucht. Mindestentfernung sind 100 km bei Erwachsenen und 50 km bei Kindern. Es werden bei einer Einzelfahrt maximal 400 Tarif-km abgebucht.

Der Kunde muss die Fahrstrecke auf dem Fahrschein vermerken. Die Ermittlung der Tarif-Kilometer und die Abbuchung erfolgt durch den Zugbegleiter. Im Falle eines nicht ausreichenden Guthabens kann der Restbetrag des Fahrpreises in bar bezahlt werden oder eine neue Kilometerbank für die anteilige Strecke angefangen werden.

Einzelnachweise

  1. Grüne NÖ: Service statt Schikane (Memento vom 18. August 2005 im Internet Archive), abgerufen am 4. August 2009
  2. Allgemeine Tarifbestimmungen WESTbahn, abgerufen am 21. Dezember 2014
  3. Ceske drahy: Die Kilometerbank Stand: 15. Dezember 2013