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vom 03.06.2015, aktuelle Version,

Kleinboden

Kleinboden (Dorf)
Ortschaft
Kleinboden (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Schwaz (SZ), Tirol
Pol. Gemeinde Fügen
Koordinaten 47° 19′ 31″ N, 11° 50′ 46″ Of1
Höhe 585 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 400 (31. Oktober 2011)
Postleitzahl 6263 Fügen
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 17004
Zählsprengel/ -bezirk Fügen-Umgebung (70909 001)

Kleinboden (links) und Kapfing (rechts) Richtung Westen
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; TIRIS

f0f0

Kleinboden (Zerstreute Häuser)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Schwaz (SZ), Tirol
Pol. Gemeinde Fügenberg
Ortschaft Pankrazberg
f3f0
Postleitzahl 6264 Fügenberg
Statistische Kennzeichnung
Zählsprengel/ -bezirk Fügenberg (70910 000)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; TIRIS

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Kleinboden (Rotte)
Ortschaft
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Schwaz (SZ), Tirol
Pol. Gemeinde Uderns
Höhe 590 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 101 (31. Oktober 2011)
Postleitzahl 6271 Uderns
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 17042
Zählsprengel/ -bezirk Uderns (70935 000)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; TIRIS

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Kleinboden ist ein Ort in den Gemeinden Fügen, Fügenberg und Uderns im Bezirk Schwaz in Tirol mit über 500 Einwohnern. Er war früher das Industriezentrum des vorderen Zillertals.

Geographie

Kleinboden liegt auf rund 590 m ü. A. auf beiden Seiten des Finsingbachs am Ausgang des Finsingtals ins Zillertal. Der größere Teil nördlich des Finsingbachs bildet die Fraktion (Ortschaft) Kleinboden der Gemeinde Fügen mit 400 Einwohnern (Stand 31. Oktober 2011). Der Teil südlich des Bachs ist als Fraktion Kleinboden Teil der Gemeinde Uderns mit 101 Einwohnern. Einige Häuser gehören außerdem zur Gemeinde Fügenberg (Fraktion Pankrazberg).

Geschichte

Ab dem 15. Jahrhundert wurde im Finsinggrund und im Öxltal Eisenerz abgebaut. Um 1500 wurde in Kleinboden ein Schmelzwerk errichtet und Kleinboden wurde ein Zentrum der Eisenerzeugung, das die Wasserkraft des Finsingbachs nutzte.[1] 1596 befanden sich hier ein Eisenwerk, ein Hammerwerk und zwei Hochöfen, die Roheisen und Rohstahl, aber auch Salzpfannen für das Haller Sudhaus, Eisengeräte für den Schwazer Silberbergbau und Harnischbleche sowie Kanonenkugeln für das Innsbrucker Zeughaus herstellten. Letztere wurden insgeheim auch nach Bayern geliefert. Das Zillertaler Eisen war zwar von deutlich schlechterer Qualität als das vom steirischen Erzberg, verursachte aber geringere Transportkosten.[2] Als Brennstoff für die Hochöfen diente Holzkohle, die anfangs aus dem Holz der umgebenden Wälder gewonnen wurde. Später wurde Holz aus dem inneren Zillertal und dem Gerlostal auf dem Ziller getriftet und in Hart auf der gegenüberliegenden Talseite zu Holzkohle gebrannt.[1] Um 1620 gab es Pläne, einen Teil des Hüttenwerks nach Kiefersfelden in Bayen zu verlegen, was 200 Jahre später auch verwirklicht wurde.[3] 1669 waren im Hüttenwerk 440 Personen beschäftigt.[1]

Eine Siedlung entstand erst nach Errichtung des Hüttenwerks, das erste nicht zum Hüttenwerk gehörende Haus wird 1558 erwähnt. Das Dorf gehörte anfangs zum bis 1811 eigenständigen Kapfing und wurde erst im 19. Jahrhundert eine eigene Fraktion von Fügen.[1]

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Hans Mair: Fügen und Fügenberg. Eine Häuser- und Höfegeschichte. Schlern-Schriften, Band 260, Innsbruck 1971 (Digitalisat)
  2. Robert R. v. Srbik: Überblick des Bergbaues von Tirol und Vorarlberg in Vergangenheit und Gegenwart. In: Berichte des Naturwissenschaftlich-Medizinischen Vereines in Innsbruck, Band 41 (1929), S. 113–279 (PDF; 7,2 MB)
  3. Max Reichsritter v. Wolfskron: Beitrag zur Geschichte des Tiroler Erz-Bergbaues. In: Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg, III. Folge, Heft 41 (1897), S. 49–110 (PDF; 4,5 MB)