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vom 26.05.2020, aktuelle Version,

Kloster Säben

Kloster Säben, links die Liebfrauenkirche
Kloster Säben von Südwesten
Kloster Säben von Osten

Das seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert bestehende Kloster Säben ist eine Benediktinerinnenabtei auf dem Säbener Berg in Südtirol. Ursprünglich wurde es von Nonnen des Salzburger Stifts Nonnberg bezogen. Es ist bis heute von Klausurschwestern bewohnt.

Geschichte

Säben (lateinisch Sabiona), gelegen auf dem Heiligen Berg oberhalb von Klausen, war schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Am Ort des heutigen Klosters befand sich früher eine spätrömische Siedlung, die sich bald zu einem frühchristlichen Zentrum entwickelte: Vom 6. Jahrhundert bis ca. 960 befand sich hier ein Bischofssitz, zu dem auch die im frühen 5. Jahrhundert errichtete und ausgegrabene Kirche im Weinberg gehörte.[1]

Am 13. September 901 schenkte König Ludwig IV. dem Bischof Zacharias den Meierhof Prichsna, aus dem später Brixen entstehen sollte.[2] Spätestens 960 unter Bischof Richbert wurde der Bischofssitz dorthin verlegt. Danach blieb Säben eine bischöfliche Wehrburg.[3] Im 14. und 15. Jahrhundert war die Burg Säben Sitz des Richters von Klausen und Verwaltungsmittelpunkt der südlichsten Gebiete des Bistums Brixen.

Auf Betreiben von Kanonikus, Stadt- und Spitalspfarrer Matthias Jenner kamen im Jahr 1685 die ersten Nonnen drei Chorfrauen und zwei Laienschwestern aus dem Stift Nonnberg in Salzburg nach Säben, um das zu errichtende Kloster zum Heiligen Kreuz auf Säben zu beleben.[4] Die auf den 21. November 1686 datierte Gründungsurkunde des Fürstbischofs Johann Franz Khuen von Belasi, der auch die Klosterkirche weihte, bestätigt die Errichtung des neuen Klosters. 1699 wurde das Kloster zur Abtei erhoben und M. Agnes von Zeiller (in den Quellen auch Maria Agnes Zeillerin genannt) zur ersten Äbtissin erwählt.[5]

1974 wurde das Kloster in die Beuroner Kongregation aufgenommen. Die kontemplativen Benediktinerinnen leben in strenger Klausur, widmen sich dem Chorgebet und der häuslichen Arbeit, kümmern sich aber auch um Pilger und nehmen im Sommer Gäste im Gästehaus auf.

Von 1970 bis 1996 leitete die aus der Abtei Herstelle stammende Schwester Marcellina Pustet als zehnte Äbtissin die Gemeinschaft. 1996 wurde Sr. Maria Ancilla Hohenegger zur elften Äbtissin des Klosters geweiht.

Baulichkeiten

Das Klostergebäude wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts aus den Ruinen der mittelalterlichen bischöflichen Burg erbaut. Die schlichte Klosterkirche ist ein Werk von Giovanni Battista Delai aus Scaria. Um 1890 erfolgten am Kloster Um- und Ausbauarbeiten.[6] In unmittelbarer Nachbarschaft zur Abtei befinden sich mit der Heilig-Kreuz-Kirche und der Liebfrauenkirche zwei weitere Sakralbauten.

Äbtissinnen

  • 1686–1715 Sr. Maria Agnes Zeiller von Zeillhaimb zu Weiss und Schwarzenfeld
  • 1715–1734 Sr. Maria Antonia Spergser
  • 1734–1749 Sr. Agnes Thekla Zeiller von Zeillhaimb zu Weiss und Schwarzenfeld
  • 1749–1773 Sr. Maria Floriana Pezer
  • 1773–1812 Sr. Maria Candida Mayr
    • 1812–1892 Oberinnen im Dreijahresturnus
  • 1882–1910 Sr. Ida Urthaler
  • 1910–1921 Sr. Aloisia Steiner
  • 1921–1940 Sr. Beatrix Kopp
  • 1940–1969 Sr. Maria Magdalena Felderer
  • 1970–1996 Sr. Marcellina Pustet
  • seit 1996 Sr. Maria Ancilla Hohenegger

Persönlichkeiten

Literatur

  • Martin Bitschnau: Säben. In: Oswald Trapp (Hrsg.): Tiroler Burgenbuch. IV. Band: Eisacktal. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1977, S. 114–155.
  • Oda Hagemeyer: Die Benediktinerinnenabtei Säben in Südtirol. In: Erbe und Auftrag, Jg. 43 (1967), S. 493–498.
  • Sybille-Karin Moser (Hrsg.): Säben. Tappeiner, Bozen 1992, ISBN 88-7073-139-1.
Commons: Kloster Säben  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Oda Hagemeyer: Die Benediktinerinnenabtei Säben in Südtirol. In: Erbe und Auftrag, Jg. 43 (1967), S. 493.
  2. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 84–86, Nr. 116.
  3. Oda Hagemeyer: Die Benediktinerinnenabtei Säben in Südtirol. In: Erbe und Auftrag, Jg. 43 (1967), S. 494.
  4. Oda Hagemeyer: Die Benediktinerinnenabtei Säben in Südtirol. In: Erbe und Auftrag, Jg. 43 (1967), S. 495.
  5. Oda Hagemeyer: Die Benediktinerinnenabtei Säben in Südtirol. In: Erbe und Auftrag, Jg. 43 (1967), S. 496.
  6. Oda Hagemeyer: Die Benediktinerinnenabtei Säben in Südtirol. In: Erbe und Auftrag, Jg. 43 (1967), S. 497.