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vom 26.04.2020, aktuelle Version,

Kommunalkredit Austria

  Kommunalkredit Austria AG
Staat Osterreich  Österreich
Sitz Wien
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 19660[1]
BIC INVOATWWXXX[1]
Gründung 2015 (hervorgehend aus der 1958 gegründeten „Österreichische Kommunalkredit Aktiengesellschaft zur Aufschließung von Industriegelände“)
Website www.kommunalkredit.at
Geschäftsdaten 2018
Bilanzsumme per 31. Dez. 2018: 3,9 Mrd. EUR
Mitarbeiter per 31. Dez. 2018: 253
Geschäftsstellen Wien, Frankfurt
Leitung
Vorstand Bernd Fislage (CEO)
Jochen Lucht (CFO/CRO/COO)
Aufsichtsrat Patrick Bettscheider (Vors.)

Die Kommunalkredit Austria AG (Kommunalkredit) ist eine Spezialbank für Infrastruktur- und Energiefinanzierungen in Europa. Sie bietet Beratung, Strukturierung und Finanzierung von Fremdkapital und Nachrangkapital über den gesamten Lebenszyklus eines Infrastrukturprojekts hinweg an. Dabei konzentriert sie sich vor allem auf die Segmente Energie & Umwelt, Verkehr, Soziale Infrastruktur, Kommunikation & Digitalisierung sowie Natural Resources. Die Kommunalkredit-Gruppe beschäftigt rund 250 Mitarbeiter. Der Hauptsitz ist in Wien, Österreich. Eine Niederlassung befindet sich in Frankfurt am Main, Deutschland.

Im Geschäftsjahr 2018 erwirtschaftete die Kommunalkredit einen Jahresüberschuss nach Steuern von EUR 14,3 Mio. und ein operatives Ergebnis von EUR 23,2 Mio. Sie war mit einem Finanzierungsvolumen von insgesamt rund EUR 1.202 Mio. an Infrastrukturprojekten in Europa beteiligt. Dazu gehörten die Finanzierung eines Breitbandnetzes in ländlichen Regionen in Österreich, die Refinanzierung eines Autobahnabschnitts in Polen und einer Straßenbahnlinie in einer spanischen Stadt und die Finanzierung für die Übernahme einer Konzession eines serbischen Flughafens.

Die Kommunalkredit steht zu 99,78 % im Eigentum der Gesona Beteiligungsverwaltung; 0,22 % hält der Österreichische Gemeindebund.

ehemaliges Logo

Geschichte

1958 wurde die „Österreichische Kommunalkredit Aktiengesellschaft zur Aufschließung von Industriegelände“ von den Initiatoren Bruno Kreisky (Staatssekretär im Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten) und Hermann Withalm (Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen) gegründet. Ziel war die Unterstützung von Investitionsvorhaben mit besonders hohem arbeitsmarktpolitischem Effekt. 1984 erfolgte die Umbenennung in „Österreichische Kommunalkredit Aktiengesellschaft“ mit Fokus auf die Förderung von Umweltschutzinvestitionen. Mit Inkrafttreten des Umweltförderungsgesetzes im Jahr 1993 wurde die Kommunalkredit mit dem Management der Umweltförderungen der Republik Österreich und des Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds betraut. Über ihre Tochtergesellschaft Kommunalkredit Public Consulting betreute sie die Abwicklung öffentlicher Förderungsprogramme sowie die Durchführung nationaler und internationaler Beratungsprojekte in den Bereichen Umweltförderung, Siedlungswasserwirtschaft und Altlasten. Zudem wickelte die Fördertochter unter anderem das Österreichische JI/CDM-Programm ab (Ankauf von Emissionsreduktionseinheiten zur Erreichung des österreichischen Kyoto-Ziels). 1998 erfolgte die Änderung des Firmennamens auf „Kommunalkredit Austria AG“.

Durch den Zusammenbruch des Interbankengeschäftes im Zuge der Finanzkrise 2007/2008 drohte der Kommunalkredit im Herbst 2008 die Zahlungsunfähigkeit und daher musste die Bank Staatshilfe in Anspruch nehmen. Die Republik Österreich unterzeichnete am 3. November 2008 einen Kaufvertrag zum Erwerb der Anteile der Aktionäre Österreichische Volksbanken-AG, Wien, und Dexia Crédit Local, Paris. Im Herbst 2015 wurde die Kommunalkredit wieder privatisiert[2].

Beteiligungen

Die Kommunalkredit hält 90 % an der Kommunalkredit Public Consulting (KPC). Die KPC entwickelt, implementiert und managt Förderungsprogramme der öffentlichen Hand im Umwelt- und Energiebereich. Im Geschäftsjahr 2018 beurteilte sie mehr als 30.000 Umwelt- und Klimaschutzprojekte, denen insgesamt ein Investitionsvolumen von EUR 2.332 Mio. zugrunde lag.

Die Kommunalkredit hat im ersten Halbjahr 2018 durch die Gründung der Gesellschaften Fidelio KA Beteiligung, Fidelio KA Advisory und Fidelio KA Infrastructure Opportunities Fund GP die Strukturen und Voraussetzungen für die Auflage von Fonds zur Investition von Drittmitteln in Infrastruktur- und Energieprojekte geschaffen. Im dritten Quartal 2018 wurde der First Close für den ersten Subfonds „Fidelio KA Infrastructure Debt Fund Europe 1“ abgeschlossen.

Die Kommunalnet E-Government Solutions GmbH (Kommunalnet), eine 45-%-Beteiligung der Kommunalkredit, ist elektronisches Arbeits- und Informationsportal sowie soziales Netzwerk der österreichischen Gemeinden. Mit Ende Dezember 2018 hatte Kommunalnet 14.624 registrierte Nutzer aus 2.055 österreichischen Gemeinden und Gemeindeverbänden. Damit verfügt Kommunalnet über einen außerordentlich hohen Marktanteil im Gemeindebereich von 96,0 % und somit über eine einzigartige Stellung im österreichischen Markt.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Abfrage für BLZ 19660. In: SEPA-Zahlungsverkehrs-Verzeichnis der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). (Neuladen des Browsers erforderlich.)
  2. Oberösterreichische Nachrichten: Neue Kommunalkredit fährt ihren Betrieb wieder hoch. (nachrichten.at [abgerufen am 14. Juni 2017]).