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vom 15.01.2019, aktuelle Version,

Kommunistischer StudentInnenverband

Kommunistischer StudentInnenverband (KSV)
Bundesvorsitzender: Dario Tabatabai
Gründung: 1972
Webseite: comunista.at

Der Kommunistische StudentInnenverband (Kurzbezeichnung KSV) ist eine kommunistische Studierendenorganisation an den österreichischen Hochschulen und eine politische Fraktion innerhalb der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft.

Geschichte

Der KSV entstand 1972. Die Vorgängerorganisation hieß Vereinigung Demokratischer Studenten (VDS). Am 29. November 1970 wurden alle eurokommunistischen Aktivisten ausgeschlossen und die Organisation in Marxistisch-Leninistische Studenten (MLS) umbenannt. Am 16. Dezember 1971 wurden dann die "orthodoxen" Anhänger der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) ausgeschlossen, die dann die Gruppe Kommunistischer Studenten (GKS) gründete, die sich am 14. Oktober 1972 in KSV umbenannte.

Spaltung des KSV

Vor dem Bundeskongress im Juli 2006 kam es zu einer Spaltung des KSV in zwei Listen, die beide den Anspruch auf die Bezeichnung KSV erheben. Im Rahmen der Vorbereitungen des Bundeskongresses kam es zu statutarischen Uneinigkeiten zwischen verschiedenen Strömungen im KSV. Ein Teil des Wiener KSV boykottierte schließlich den Bundeskongress und gründete den Kommunistischen StudentInnenverband-Linke Liste (KSV-LiLi).

Im Gegensatz zum KSV-LiLi distanzierte sich der am Bundeskongress gewählte Vorstand des KSV mehrfach vom Kurs des KPÖ-Bundesvorstands und zeigte sich eher der KPÖ Steiermark und Gruppen, welche für einen traditionelleren Kurs der KPÖ eintreten, nahestehend. Während sich der KSV sich vorwiegend auf Mandatare, Mitglieder und Aktivisten aus der Steiermark, Linz, Wien, Kärnten und Salzburg stützte, gründete sich der KSV-LiLi aus ehemaligen Mitgliedern und Aktivisten des KSV Wien.

Bei den ÖH-Wahlen 2007, 2009 und 2011 kandidierte der KSV an der Uni Wien als "Kommunistische Jugend Österreich StudentInnen - KJÖ", während der KSV-LiLi jeweils unter "Kommunistischer StudentInnenverband - Linke Liste" kandidierte.

Der KSV-LiLi hält seit 2007 ein Mandat in der Universitätsvertretung der Universität Wien. Bei den ÖH-Wahlen 2009 und 2011 wurde an dieser Universität ein Direktmandat in der Bundesvertretung der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft erlangt. Des Weiteren ist der KSV-LiLi seit 2007 Teil der Exekutive an der ÖH Uni Wien[1][2][3].

Politische Positionen

Der Kommunistische StudentInnenverband arbeitet eng mit der Kommunistischen Jugend Österreichs, der KPÖ Steiermark und der Partei der Arbeit zusammen.

Zentrale Forderungen des KSV sind:

  • die ersatzlose Abschaffung der Studiengebühren
  • die Ausweitung von bestehenden Stipendienprogrammen
  • die Installierung umfassender Unterstützungsleistungen (in den Bereichen des öffentlichen Verkehrs, der Wohnungsangebote, etc.) von Seiten der öffentlichen Hand
  • die Rücknahme des Universitätsgesetzes (UG 2002)
  • die Abschaffung der Zugangsbeschränkungen und die Erhöhung der Budgets für die Unis.

Bildungspolitisch steht der KSV traditionell für den freien Hochschulzugang und verteidigt das allgemeinpolitische Mandat der ÖH. Die vermehrte Drittmittelfinanzierung der Universitäten durch private Unternehmen und Banken sieht der KSV sehr kritisch und fordert stattdessen eine erhöhte Finanzierung aus staatlichen Mitteln. Den Bologna-Prozess lehnt der KSV ab und setzt sich für die Wiedereinführung der Diplomstudien ein.[4]

Der KSV versteht sich als marxistisch-leninistisch und vertritt feministische und antirassistische Positionen.

Wahlergebnisse

KSV-Wahlergebnisse (1999–2017)
8%
6%
4%
2%
0%
99
01
03
05
07
09
11
13
15
17

Seit den ÖH-Wahlen 2005 ist der KSV konstant mit einem Mandat im Bundesgremium der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft vertreten.

Bei der ÖH-Wahl 2007 büßte der KSV nach der vollzogenen Abspaltung des KSV LiLi knapp die Hälfte seiner Stimmen ein, konnte sein Mandat aber verteidigen.[5]

Bei den ÖH-Wahlen 2017 erreichte der KSV auf der Karl-Franzens-Universität Graz 10,7 Prozent der Stimmen und konnte so ein zweites Mandat erringen. Auf der Technischen Universität Graz (6,5 Prozent) sowie der Pädagogischen Hochschule Steiermark (11,8 Prozent) konnte jeweils ein Mandat erreicht werden.[6]

Arbeit in den Gremien

Im Jahr 2018 wurde an der Universität Graz in Zusammenarbeit mit den beiden Oppositionsfraktionen JUNOS und AktionsGemeinschaft die Affäre rund um den Kauf eines Nespresso Kaffeeautomaten durch die ÖH-Exekutive bestehend aus Unabhängige Fachschaftslisten, VSStÖ und Grüne & Alternative Student innen, aufgedeckt. Sowohl der ÖH-Vorsitzende, als auch der Finanzreferent hätten weder die Mandatare der Hochschulvertretung, noch den Finanzausschuss über eine solche Anschaffung informiert. Finanzausschussvorsitzender Georg Erkinger vom KSV kritisierte die Anschaffung massiv und kalkulierte die Gesamtkosten auf mehr als 40.000 Euro innerhalb einer Laufzeit von 10 Jahren.[7] Als die Kritik in den Medien und Sozialen Netzwerken immer größer wurden trat der ÖH-Vorsitzende Bernhard Wieser zurück.[8]

Publikationen

In unregelmäßigen Abständen erscheint die Zeitschrift "Unitat" als Periodikum des Bundes-KSV. Weiters publiziert der KSV Graz pro Semester zwei Ausgaben der Zeitschrift "rotcrowd".

Bekannte ehemalige AktivistInnen des KSV

Einzelnachweise

  1. ots.at: ÖH Uni Wien: Weiterhin fest in linker Hand.
  2. ots.at: ÖH Uni Wien: Für eine linke und kämpferische ÖH.
  3. ots.at: ÖH Uni Wien auch nach 10 Jahren weiterhin in linker Hand.
  4. Wer wir sind und was wir wollen. In: Kommunistischer StudentInnenverband. (comunista.at [abgerufen am 14. August 2018]).
  5. ÖH-Wahl 2007: Ein Wahlergebnis – keine Mehrheiten. Abgerufen am 9. September 2018.
  6. KPÖ Graz | Aktuelles | Historisches Ergebnis für Grazer KSV. In: KPÖ Graz. (kpoe-graz.at [abgerufen am 26. Juni 2017]).
  7. Kleine Zeitung: Luxuskaffeemaschine für ÖH-Funktionäre wird Fall für Ministerium. In: www.kleinezeitung.at. (kleinezeitung.at [abgerufen am 3. August 2018]).
  8. ÖH Uni Graz: Vorsitzender tritt zurück - Futter. In: Futter. 13. April 2018 (kleinezeitung.at [abgerufen am 3. August 2018]).