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vom 25.03.2020, aktuelle Version,

Kompaniechef

Ein Kompaniechef des K. u. k. Infanterieregiment Nr. 73 zu Pferd (1914)

Ein Kompaniechef oder Kompanieführer[1] ist eine militärische Führungsperson und ein Offizier. Er befehligt eine Kompanie oder eine damit vergleichbare Einheit. Historisch leitet sich der Begriff des Chefs vom Inhaber (Besitzer) der von ihm geführten Truppenkörper ab. War die Übernahme der Führungsaufgaben selbst nicht möglich, wurden Offiziere beauftragt, die als Kommandeur oder Führer bezeichnet wurden (heute noch in der britischen Armee anzutreffen – Garderegimenter haben sowohl Chefs als auch Kommandeure). Siehe auch Stabskapitän. In der Bundeswehr wird heute nur der ständige Führer einer Kompanie als Chef bezeichnet, seine Urlaubs- oder Krankheitsvertretung als Kompanieführer.[2]

Deutschland

In der Bundeswehr ist Kompaniechef in den meisten Einheiten die Bezeichnung für einen Einheitsführer. Er ist militärischer Vorgesetzter aller Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften seiner Einheit. Er ist auch Disziplinarvorgesetzter mit der Disziplinarbefugnis der Stufe 1. Der Kompaniechef hat grundsätzlich den Dienstgrad eines Majors. Der Einheitsführer ist für die personelle und materielle Einsatzbereitschaft seiner Einheit verantwortlich.

Österreich

Im Österreichischen Bundesheer wird der Kompaniechef als Kompaniekommandant (KpKdt) bezeichnet und ähnelt der Funktion des Kompaniechefs weitgehend.

Schweiz

In der Schweizer Armee wird der Kompaniechef als Kompaniekommandant (Kp Kdt) bezeichnet, umgangssprachlich Kadi.

Der Kompaniekommandant beginnt seine Ausbildung als Oberleutnant. Die Ausbildung erfolgt in drei Stufen. Als erstes wird der Führungslehrgang Einheit (FLG Einh) absolviert. Dieser findet unabhängig von der Truppengattung in Luzern statt. Den angehenden Einheitskommandanten wird das allgemeine Handwerk des Kommandanten im Bereich der Führungstätigkeiten (5+2) vermittelt. Als zweites wird der Technische Lehrgang besucht, der Truppengattungsspezifisch, teilweise sogar Funktionsspezifisch im jeweiligen Lehrverband stattfindet.

Schließlich wird das Gelernte in einer 19-Wöchigen Rekrutenschule mit dem sog. Abverdienen (praktischer Dienst) angewendet. Dabei führt der angehende Kp Kdt die Kp von Beginn ab, er plant über 19 Wochen die Ausbildung sowie der Einsatz der Kompanie. Die Beförderung zum Hauptmann erfolgt mit der Übernahme des Kommandos über die Kompanie, resp. wenn alle Kurse absolviert wurden.

Unter dem Jahr plant der Einh Kdt die WK. Ausserdienstlich plant er unter Einbezugnahme seiner Unterstellten (Meistens Einh Fw, Einh Four sowie Stv) die Wiederholungskurse. Für alle ausserdienstliche Tätigkeiter erhält er weder Sold noch Erwerbsersatz, es wird vor allem auf freiwilliger Basis gearbeitet.

Die automatische Beförderung des Kommandanten einer Stabskompanie zum Major findet seit dem 1. Januar 2019 (WEA) nicht mehr statt.

Literatur

  • Wolfgang R. Vogt: Die soziale Rolle des Kompaniechefs. Ein Beitrag zur inneren Führung. v. Decker, Hamburg 1970.
Wiktionary: Kompanieführer  – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Duden führt die beiden Begriffe als Synonyme. Vgl: Duden. 24. Auflage. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Duden 2006 S. 593
  2. vgl.: http://worterbuchdeutsch.com/de/kompaniefuhrer