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vom 25.04.2017, aktuelle Version,

Kurt Magnus (Ingenieur)

Kurt Magnus (* 8. September 1912 in Magdeburg; † 12. Dezember 2003 in München) war ein deutscher Wissenschaftler auf dem Gebiet der Technischen Mechanik.

Leben

Kurt Magnus begann 1932 ein Studium der Mathematik und Physik an der Georg-August-Universität Göttingen. Im November 1933 wurde er Mitglied der SA[1]. In der Hitlerjugend war sein letzter Dienstgrad Hauptgefolgschaftsführer, vgl. dem Offiziersdienstgrad Hauptmann. Magnus promovierte im Jahre 1937 bei Max Schuler in Göttingen unter Beteiligung von Ludwig Prandtl, 1942 folgte die Habilitation für das Fach Mechanik. Im darauf folgenden Jahr wurde Magnus Dozent in Göttingen und Danzig. Vor Kriegsende wurde er von seiner wissenschaftlichen Arbeit beurlaubt und für ingenieurwissenschaftliche Arbeiten in Industrie und Erprobungsstellen der Luftwaffe eingesetzt. Nach der deutschen Kapitulation folgte ab dem 22. Oktober 1946 im Rahmen der Aktion Ossawakim ein siebenjähriger Zwangsaufenthalt in der damaligen UdSSR.[2]

Nach seiner Rückkehr setze er seine wissenschaftliche Karriere zuerst in Freiburg im Breisgau fort, um 1958 einen Lehrstuhl an der heutigen Universität Stuttgart zu übernehmen. Im Jahre 1966 berief ihn die Technische Universität München auf einen neugegründeten Lehrstuhl.

Leistungen

Kurt Magnus' wissenschaftliches Thema war die technische, analytische und höhere Mechanik. Während seiner wissenschaftlichen Laufbahn arbeitete er immer wieder auf dem Gebiet der Kreiseltheorie und über Kreiselgeräte, sowie über die Schwingungslehre und Regelungstheorie. Die Fachwelt verdankt ihm nahezu 80 Veröffentlichungen, davon sechs Fachbücher, die sich allesamt dadurch auszeichnen, eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis, zwischen Grundlagen und Anwendung aufzuzeigen.

Ehrungen und Auszeichnungen

Werke

  • Schwingungen. Eine Einführung in die theoretische Behandlung von Schwingungsproblemen. 1. Aufl. Teubner, Stuttgart 1961.
  • Der Kreisel. Eine Einführung in die Lehre vom Kreisel, mit Anleitung zur Durchführung von Versuchen. 3. neubearb. Aufl. Industrie-Druck Verlag, Göttingen 1965.
  • Kreisel. Theorie und Anwendungen. 1. Aufl. Springer, Berlin 1971, ISBN 3-540-05198-8.
  • Gyrodynamics. Course held at the department of general mechanics Oct. 1970. Springer, Wien 1974, ISBN 3-211-81229-6.
  • Grundlagen der technischen Mechanik. Teubner, Stuttgart 1974, ISBN 3-519-02324-5.
  • Raketensklaven. Deutsche Forscher hinter rotem Stacheldraht. Elbe-Dnjepr-Verlag, Klitzschen 1999, ISBN 3-933395-67-4.
    • ロケット開発収容所 Japanische Version mit Shigeru Tsumori, Verlag Saimaru Shuppankai, Tokio 1996, ISBN 4-377-31074-7.

Einzelnachweise

  1. Gerhard Rammer, "Die Nazifizierung und Entnazifizierung der Physik an der Universität Göttingen", Dissertation, Universität Göttingen, 2004.
  2. Anatoly Zak: News and history of astronautics in the former USSR – German team on Moscow. Abgerufen am 1. Dezember 2016 (eng).