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vom 29.08.2017, aktuelle Version,

Kurzras

Gesamtansicht
Kurz-Hof und Denkmal für Leo Gurschler
Hauptplatz mit „Ötzi-Supermarkt“

Kurzras (italienisch Maso Corto) in Südtirol gehört zur Gemeinde Schnals und liegt am Ende des Schnalstals (italienisch Val Senales). Es ist auf 2011 m der am höchsten gelegene Ort im Tal.

Geschichte

Das älteste erhaltene Gebäude in Kurzras ist der historische Kurz-Hof (erstmals urkundlich erwähnt etwa um 1300, als „Churtz in Chortscharaus“), und die Geschichte des Ortss ist eng verknüpft mit der Familie Gurschler, die diesen Hof seit etwa 1820 generationenlang bewirtschaftete. So baute Serafin Gurschler ab 1886/90 eine Hütte dort, wo heute die Schöne-Aussicht-Hütte steht, und legte von Kurzras einen Weg dorthin an. Sein Sohn Hermann betrieb die Hütte weiter, und 1953 wurde eine Seilbahn von Kurzras zur Schutzhütte erbaut. Von Serafin Gurschler wurde 1895 auch die heute noch erhaltene Kapelle erbaut oder zumindest in Auftrag gegeben.

Obwohl es Alpinismus und Skilaufen in bescheidenem Umfang bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gegeben hatte, war es letztlich Leo Gurschler, der beginnend in den 1960er Jahren die ersten Lifte im „hinteren Kurzras“ bauen ließ und sich damit über bestehende Pläne hinwegsetzte, ein Skigebiet im „unteren Kurzras“, oberhalb der Gerstgrashöfe zu erschließen. Aus dieser Zeit stammt auch das heutige Sporthotel.

Nachdem im Jahre 1968 der Lazaunlift und 1970 der Glockenlift eingeweiht worden waren, wurde im Jahre 1975 schließlich mit der Schnalstaler Gletscherbahn auf die Grawand der Hochjochferner als Ganzjahres-Skigebiet erschlossen.

Am 1. September 2007 wurde zu Ehren des letzten Kurzras-Bauern Leo Gurschler, der 1983 nach einem Bankrott Suizid begangen hatte, ein Denkmal für seine Pioniertätigkeit beim Seilbahnbau errichtet. Das Werk aus Granit und Bronze wurde von Martin Rainer und Sohn Josef geschaffen und befindet sich vor der Kapelle.

Heute

Weil sich Tourismus stets in bescheidenen Grenzen gehalten hat und keinen ungezügelten Bauboom auslöste, ist der Ort relativ übersichtlich geblieben. Geboten werden heute neben typischen Arten von Wintersport auch Skateboard und ein Hallenbad, und es gibt natürlich diverse Wandermöglichkeiten. Der Sommerskibetrieb wurde wegen Rückgang des Gletschers 2013 eingestellt.

In Kurzras beginnt Mitte Juni der Schafübertrieb ins Ötztal, und im September kehren die Schafe zurück, was jeweils mit einem Fest verbunden ist.

Seit dem Fund des „Mannes aus dem Eis“, der Gletschermumie, steht Kurzras, wie viele andere Orte in der Nähe, ganz im Zeichen des „Ötzi“. Neben diversen Andenken, wie etwa Plastikfiguren, gibt es einen Ötzi-Shop, einen Ötzi-Supermarkt, den Ötzi-Rope-Park, den Ötzilino Kinderclub, eine Ötzi-Showgalerie, und angeblich bekommen Hotelgäste hier als Tischwein gar einen „Chateau Ötzi“ serviert.

Sehenswertes

Bildergalerie

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