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vom 03.05.2018, aktuelle Version,

Kwizda Agro

Die Kwizda Agro GmbH wurde 1926 gegründet und ist ein Anbieter von Pflanzenschutzmitteln in Österreich mit Sitz in Wien. Am österreichischen Markt nimmt Kwizda Agro mit einem Umsatz von 98 Millionen Euro eine führende Position in der Vermarktung und im Vertrieb von Pflanzenschutzmitteln, Blattdüngern und Bioziden ein. Kwizda Agro ist ein eigenständiges Unternehmen und Teil der Kwizda Unternehmensgruppe mit den Geschäftsfeldern Gesundheit (Pharma, Pharmadistribution, Pharmahandel und Apothekenservice), Pflanzenschutz (Agro) und Abdichtungssysteme (Dach- und Abdichtungssysteme von Büsscher & Hoffmann).

Geschäftsführer der Kwizda Agro ist KR Andreas Stöckl. Insgesamt arbeiten an den verschiedenen Standorten der Kwizda Agro rund 275 Mitarbeiter, davon knapp 130 in Österreich.

Organisation

Die in Wien gelegene Zentrale ist Sitz der Verwaltung der Kwizda Agro GmbH mit den Abteilungen Registrierung, Marketing und Controlling. Im Werk Leobendorf werden Insektizide, Fungizide, Rodentizide und Holzschutzmittel sowie Herbizide produziert. Vertriebsstandorte für Pflanzenschutz gibt es neben Österreich, in Ungarn und Rumänien, sowie für den Bereich Schädlingsbekämpfungsmittel auch in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien.

Werk Leobendorf

Im Jahr 1978 wurde das heutige Kwizda Agro-Werk Leobendorf in der ersten Stufe als Zentrallager errichtet. Im Zuge der Unternehmensentwicklung erfolgte die Erweiterung des Standortes. Der Produktionsbetrieb wurde 1982 aufgenommen. Heute verfügt das Werk Leobendorf über Produktionsanlagen und Laboreinrichtungen für die Entwicklung von Formulierungen. Schwerpunkte des Werks bilden die Produktion von Herbiziden, Fungiziden, Insektiziden und Bioziden. Das Werk wurde im Mai 2015 durch die Zertifizierungsorganisation Bureau Veritas gemäß den Normen ISO 9001 (Qualitätsmanagement), ISO 14001 (Umweltmanagement) und OHSAS 18001 (Arbeitsschutzmanagement) zertifiziert. Außerdem ist das Werk Leobendorf nach EMAS (Environmental Management & Audit Scheme – EU-Regulation) zertifiziert.[1][2]

Störfall im Werk Leobendorf

Nach einem Störfall im Werk Leobendorf wurde 2010 eine Grundwasserverunreinigung mit den Pestizidwirkstoffen Thiamethoxam, Clopyralid und Florasulam in Korneuburg festgestellt. Im Auftrag der Bezirkshauptmannschaft Korneuburg hat ein Expertenteam unter der Leitung von Univ. Prof. i. R. Dipl.-Ing. Dr. tech. Werner Wruss und Dipl.-Ing. Dr. nat.tech. Kiril Atanasoff-Kardjalieff ein Sanierungskonzept für die Reinigung des Grundwassers erarbeitet. Das Unternehmen hat seit dem Jahr 2010 sämtliche Kosten für die Grundwassersanierung mit Aktivkohlefiltern übernommen. Bis heute sind hierfür zwölf Millionen Euro aufgewendet worden. Bis Juli 2015 konnte die Grundwasserverunreinigung bereits um ca. 97 Prozent entfrachtet werden.[3][4]

Investitionsprogramm im Werk Leobendorf

Aktuell werden am Standort Leobendorf Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt, die bis 2018 fertig gestellt sein sollen. Das Investitionsprogramm mit acht Einzelprojekten sieht eine Verbesserung der Infrastruktur, des Umweltschutzes und eine Modernisierung der Produktionsanlage vor. Unter den acht Einzelprojekten des Modernisierungsprogrammes befindet sich u. a. auch die Erneuerung aller Abwasserrohre und -gruben am Werksgelände. Um einen Grundwasserfluss unterhalb des Werkgeländes zu verhindern, wurde das Werksareal mit einer Sperrwand umschlossen, die im Jahr 2014 fertiggestellt wurde.[5]

Werk Val d’Izé

2004 hat Kwizda das Werk in Val d’Ize eröffnet. Der Standort wurde für die Formulierung und Konfektionierung von Schädlingsbekämpfungsmitteln und Produkten im Noncrop-Bereich errichtet. [6]

Kwizda Agro Ungarn

Das ungarische Tochterunternehmen der Kwizda Agro wurde 1994 gegründet und beschäftigt aktuell 32 Mitarbeiter. Das Unternehmen mit Sitz in Budapest hat seinen Schwerpunkt in Marketing und Vertrieb von Pflanzenschutzmitteln, Spezialdüngern, Schädlingsbekämpfungsmitteln und Bioziden.[7]

Kwizda Agro Rumänien

2007 wurde Agrovet Trade in Rumänien übernommen. Aktuell beschäftigt das Tochterunternehmen mit Sitz in Bukarest 57 Mitarbeiter an 12 Standorten. Die Schwerpunkte liegen im Großhandel und Wiederverkauf von Pflanzenschutzmitteln, Spezialdüngern, Schädlingsbekämpfungsmitteln, veterinärmedizinischen Produkten und Futteradditiven. [8][9]

Einzelnachweise

  1. Bezirk Korneuburg - Kwizda Agro baut aus. (noen.at [abgerufen am 5. Februar 2017]).
  2. Werk Leobendorf - Umweltbericht 2016. Abgerufen am 5. Februar 2017.
  3. Kwizda gibt Wasserverunreinigung zu. In: noe.orf.at. 1. Oktober 2012, abgerufen am 2. Dezember 2017.
  4. Nach Störfall: Kwizda investiert weiter - noe.ORF.at. Abgerufen am 5. Februar 2017.
  5. Nach Störfall: Kwizda investiert weiter - noe.ORF.at. Abgerufen am 5. Februar 2017.
  6. http://www.boerse-express.com/pages/375242/print
  7. Yumpu.com: 150 Jahre KWIZDA. In: yumpu.com. (yumpu.com [abgerufen am 5. Februar 2017]).
  8. http://news.agropages.com/News/NewsDetail---95.htm
  9. STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H.: Kwizda Agro kauft rumänische Agrovet Trade. In: derStandard.at. (derstandard.at [abgerufen am 5. Februar 2017]).