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vom 10.04.2017, aktuelle Version,

Laaer Ostbahn

Laaer Ostbahn
(Wien–Laa an der Thaya)
Streckennummer (ÖBB): 116 01
Kursbuchstrecke (ÖBB): 902
Streckenlänge: 92,546 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: Wien–Laa/Thaya: 15 kV 16,7 Hz ~
Minimaler Radius: 262 m
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Zweigleisigkeit: Wien Hauptbahnhof – Wolkersdorf
Mistelbach – Mistelbach Stadt (in Planung)
Wien Hauptbahnhof, Südbahn
101,778 Wien Hbf-Südosttangente
101,830
1,830
KmBruch
Ostbahn nach Hegyeshalom
2,746 Simmering Hauptwerkstätte (1900 aufgelassen)
2,9 Beginn ETCS L2
3,373 Wien Simmering S 80
von Wien Zentralverschiebebahnhof
4,957 Wien Haidestraße S 80
Anschlussbahn Kraftwerk Simmering & Steyr Daimler Puch
5,450 Wien Erdbergerlände
Anschlussbahn Wiener Linien & Linde Gas
5,900 Ostbahnbrücke (53m)
7,534 Wien Praterkai S 80
Donauuferbahn
Stadlauer Ostbahnbrücke (759m)
Ölhafenbahn von Wien Lobau Ölhafen
8,588 Wien Lobau (bis 13. Dez. 2014)
Wien Stadlau S 80
10,552 Wien Stadlau Frachtenbahnhof
11,300 Wien Erzherzog-Karl-Straße S 80
Marchegger Ostbahn nach Marchegg
11,977 Wien Stadlau-Nord
13,902 Wien Breitenleer Straße (früher Kagran ÖBB)
14,878 Breitenlee (20. November 1921 aufgelassen)
15,510 Anschlussbahn (Awanst) MA 48
von Wien Breitenlee Verschiebebahnhof
Wien-Süßenbrunn-Mitte
Nordbahn von Wien Floridsdorf
Wien Süßenbrunn-West
Süßenbrunn Entseuchungsbahnhof
Wien Süßenbrunn S 1
Nordbahn nach Břeclav
Ende ETCS L2
18,732 Gerasdorf S 2 S 7
21,325 Kapellerfeld S 2 S 7
23,000 Seyring S 2 S 7
23,373 Üst Gerasdorf 2
26,722 Obersdorf S 2 S 7 Stammersdorfer Lokalbahn
28,598 Wolkersdorf S 2 S 7
31,880 Ulrichskirchen S 2 S 7
34,099 Schleinbach S 2 S 7
37,896 Hautzendorf S 2 S 7
41,515 Niederkreuzstetten S 2 S 7
44,470 Neubau-Kreuzstetten S 2 S 7
50,089 Ladendorf S 2 S 7 220 m
52,435 Paasdorf S 2 S 7
von Korneuburg
von Gänserndorf
55,633 Mistelbach S 2 S 7 210 m
Mistelbach Lokalbahnhof
nach Hohenau
56,220 Mistelbach Stadt (S 2 S 7) 210 m
61,907 Siebenhirten NÖ (S 2 S 7) 241 m
63,425 Hörersdorf (S 2 S 7)
66,526 Frättingsdorf (S 2 S 7) 263 m
70,918 Enzersdorf bei Staatz (S 2 S 7) 238 m
nach Poysdorf
74,937 Staatz (S 2 S 7) 218 m
77,017 Kottingneusiedl (S 2 S 7)
Pulkautalbahn von Novosedly
Pulkautalbahn nach Zellerndorf
82,460 Laa an der Thaya (S 2 S 7) 184 m
~84,3 Staatsgrenze Österreich-Tschechien
nach Brno

Die Laaer Ostbahn, früher Ostbahn (nördliche Linie), ist eine teilweise zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn in Österreich, welche heute von den Österreichischen Bundesbahnen betrieben wird. Sie führt von Wien Richtung Norden nach Laa an der Thaya und verläuft dabei durch das Weinviertel.

Geschichte

Die Strecke wurde von der k. k. privilegierten österreichisch-ungarischen Staatseisenbahn-Gesellschaft (StEG) als Teil einer durchgehenden Magistrale von Wien über Brünn und Prag nach Bodenbach konzipiert. Am 24. November 1870 wurde sie eröffnet. Die durchgehend zweigleisig geplante Strecke wurde allerdings nur bis Gerasdorf zweigleisig ausgebaut, die restliche Strecke auf einem zweigleisig dimensionierten Unterbau eingleisig ausgeführt. Die Strecke führte von Wien Ostbahnhof über Wolkersdorf, Mistelbach, Laa an der Thaya nach Grußbach in Mähren und weiter über Mährisch-Kromau nach Brünn. 1909 übernahmen die k.k. Staatsbahnen (kkStB) die StEG.

Nach 1945 wurde die Strecke an der Staatsgrenze zwischen Laa an der Thaya und Hevlín (Höflein) unterbrochen. Der Lückenschluss wurde nach Fall des Eisernen Vorhanges immer wieder von beiden Seiten gefordert, bis jetzt aber noch nicht umgesetzt. Seit 1983 bedient die Linie S2 der Wiener S-Bahn die Strecke Gerasdorf–Mistelbach. Hierfür wurden im Bereich Süßenbrunn zwei Schleifen von der Nordbahn zur Laaer Ostbahn errichtet. Der Abschnitt Wien SüdbahnhofWien Erzherzog-Karl-Straße wird heute von der Linie S80 abgedeckt.

2005 wurde die Strecke zwischen Gerasdorf und Wolkersdorf zweigleisig ausgebaut und zwischen Wien und Wolkersdorf ein Viertelstunden-Takt in der Hauptverkehrszeit eingerichtet. Außerdem wurde der Abschnitt Wien SüdbahnhofWien-Breitenleer-Straße durch die neu geschaffene S-Bahnlinie S8 verstärkt. Nach der Elektrifizierung der Strecke Mistelbach–Laa an der Thaya 2006 wurde die S-Bahn nach Laa verlängert. Seither ist die gesamte Strecke Wien–Laa elektrifiziert und mit durchgehendem Gleiswechselbetrieb ausgestattet. Geplant ist ein zweigleisiger Ausbau der Strecke Mistelbach–Mistelbach Stadt. Nach dessen Abschluss sollen alle Züge aus Wien, die bisher im Bahnhof Mistelbach endeten, bis Mistelbach Stadt verlängert werden. In Obersdorf besteht zudem noch die Umsteigemöglichkeit zur Lokalbahn nach Groß-Schweinbarth, der einzigen noch in Betrieb befindlichen Nebenbahn der Laaer Ostbahn.

Mit 12. Dezember 2010 wurde die Haltestelle Wien Breitenleer Straße (ursprünglich: Breitenlee; später: Breitenlee-Kagran; dann: Kagran; hierauf: Kagran ÖBB zur Unterscheidung von Kagran U1) aufgelassen.

Seit 20. Oktober 2014 ist zwischen Wien Hbf und Gerasdorf ETCS L2 aktiv. Mit Fahrplanwechsel Ende Dezember 2014 wurde die Station Wien Lobau aufgelassen.

Personenverkehr

Auf der Laaer Ostbahn verkehren, dem am 9. Dezember 2012 in Kraft getretenen Fahrplan entsprechend, von Wiener Neustadt Hauptbahnhof aus über die Südbahn und die S-Bahn-Stammstrecke (mit der Haltestelle Wien Hauptbahnhof, Bahnsteige 1 und 2, in Tieflage und dem Bahnhof Wien Floridsdorf) Züge der Linie S2 bis Mistelbach und Laa an der Thaya sowie retour. Auf dem innersten Ast der Laaer Ostbahn von Wien Stadlau nach Gerasdorf besteht derzeit kein Personennahverkehr, zwischen Wien Hauptbahnhof und Süßenbrunn verkehren die Fernverkehrszüge Richtung Breclav und weiter nach Polen, Tschechien oder Deutschland, die bis Dezember 2014 auch in Simmering einen Halt einlegten.

Lückenschluss nach Tschechien

Zwischen dem Ende der Strecke unmittelbar nördlich des Laaer Bahnhofs und dem Ende der Stichstrecke Hevlin-Hrušovany der Bahnstrecke Hevlín–Brno besteht seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges (1945) keine Verbindung. Die fehlenden zwei Streckenkilometer, die auch eine Brücke über die Thaya beinhalten, wurden auch nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nicht wiederhergestellt.

Von politischer Seite besteht seit jeher verhältnismäßig wenig Interesse, die Verbindung wieder zu reaktivieren, da sowohl Österreich als auch Tschechien einer durchgängigen Bahnstrecke kaum Bedeutung beimessen. Anderer Meinung waren 2007 Lokalpolitiker aus Laa, die damit eine Belebung der Therme Laa erhofften. Auch die Jungbunzlauer Austria AG, für die ein Gleisanschluss an die nördlichen Nachbarn „sehr wichtig wäre“, sprach sich laut einem Zeitungsbericht für den Lückenschluss aus.[1]

Bildergalerie

Siehe auch

  Commons: Laaer Ostbahn  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Zdeněk Hudec u.a.: Atlas drah České republiky 2006-2007, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1
  • Festkomitee (Hrsg.): 100 Jahre. STEG 1870 - 1970 ÖBB. Wien–Stadlau–Marchegg. Wien–Stadlau-Laa a. d. Thaya. Festschrift anlässlich des Jubiläums, Wien, 1970.

Einzelnachweise

  1. Schengen auf news.at vom 27. November 2007, abgerufen am 8. Juni 2010