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vom 15.02.2018, aktuelle Version,

Lackenbach

Lackenbach
Wappen Österreichkarte
Wappen von Lackenbach
Lackenbach (Österreich)
Lackenbach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberpullendorf
Kfz-Kennzeichen: OP
Fläche: 18,08 km²
Koordinaten: 47° 35′ N, 16° 28′ O
Höhe: 313 m ü. A.
Einwohner: 1.162 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 64 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7322
Vorwahl: 02619
Gemeindekennziffer: 1 08 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Postgasse 6
7322 Lackenbach
Website: www.gemeinde-lackenbach.at
Politik
Bürgermeister: Christian Weninger (SPÖ)
Gemeinderat: (2017)
(19 Mitglieder)
12
6
1
12  6  1 
Insgesamt 19 Sitze

Lage der Marktgemeinde Lackenbach im Bezirk Oberpullendorf
DeutschkreutzDraßmarktFrankenau-UnterpullendorfGroßwarasdorfHoritschonKaisersdorfKobersdorfLackenbachLackendorfLockenhausLutzmannsburgMannersdorf an der RabnitzMarkt Sankt MartinNeckenmarktNeutalNikitschOberloisdorfOberpullendorfPilgersdorfPiringsdorfRaidingRitzing (Burgenland)Steinberg-DörflStoobUnterfrauenhaidUnterrabnitz-SchwendgrabenWeingrabenWeppersdorfBurgenland Lage der Gemeinde Lackenbach im Bezirk Oberpullendorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Portal zum Schloss Lackenbach
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Lackenbach (ungarisch: Lakompak, kroatisch: Lakimpuh) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland in Österreich.

Geografie

Die Gemeinde liegt im Mittelburgenland.

Nachbargemeinden

Sieggraben
(Bez. Mattersburg, Bgld.)
Rohrbach
(Bez. Mattersburg, Bgld.)
Sopron
(Ödenburg, Ungarn)
Weppersdorf
(Bez. Oberpullendorf, Bgld.)
Lackendorf
(Bez. Oberpullendorf, Bgld.)
Markt Sankt Martin
(Bez. Oberpullendorf, Bgld.)
Unterfrauenhaid
(Bez. Oberpullendorf, Bgld.)

Geschichte

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Lackenbach dann in der Provinz Pannonia.

Zwischen 1548 und 1552 entstand in Lackenbach ein Kastell. Nach 1670/71 siedelten sich aus Wien vertriebene Juden hier an.

Seit dem 18. Jahrhundert gehörte Lackenbach zu den Fürstlich Esterházy'schen Siebengemeinden mit weitgehend autonomer innerjüdischer Verwaltung. 1869 lebten hier 770 Juden – 62 % der Einwohner. Im 20. Jahrhundert nahm ihre Zahl ab; 1934 gab es noch 346 Juden in der Gemeinde.

Lackenbach (Mitte oben) um 1880 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Nach dem Anschluss 1938 wurden die Lackenbacher Juden in Lastwagen nach Wien gebracht, 1942 wurde die Synagoge gesprengt. Der jüdische Friedhof ist bis heute erhalten und zählt über 1700 Grabsteine. Hier befindet sich das Grab von Markus Mordechai Schey, dem Großvater mütterlicherseits von Arthur Schnitzler, sowie von Philip Baron Schey von Koromla (* 20. September 1798 in Güns; † 26. Juni 1881 in Baden bei Wien), u. a. Stifter der Synagoge Güns, der am 3. März 1859 als der erste ungarische Jude in den österreichischen Adelsstand (als Edler von Koromla)[1] erhoben worden war.[2]

Der Ort gehörte, wie das gesamte Burgenland, bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Lakompak verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Auf dem Gemeindegebiet entstand 1940 das „Zigeuner-Anhaltelager Lackenbach“ auf einem ehemaligen esterházyschen Gutshof. Die Lagerinsassen, überwiegend Burgenland-Roma, mussten hier Zwangsarbeit leisten und wurden ab 1943 teilweise in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. Ende März 1945 setzte sich die Lagerleitung beim Heranrücken der sowjetischen Armee ab, so dass es zu keinen opferreichen Todesmärschen kam.

Am 7. November 2012 wurde Lackenbach zur Marktgemeinde erhoben.

Bevölkerungsentwicklung

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2017
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,62
(-1,63)
32,91
(-7,84)
9,48
(n. k.)





Gemeindeamt Lackenbach

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 19 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[3] 2012[4] 2007[5] 2002[6] 1997[6]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
SPÖ 450 57,62 12 487 59,25 11 512 59,95 12 463 58,17 11 368 47,79 8
ÖVP 257 32,91 6 335 40,75 8 313 36,65 7 309 38,82 8 320 41,56 6
FPÖ 74 9,48 1 nicht kandidiert 29 3,40 0 24 3,02 0 82 10,65 1
Wahlberechtigte 1098 1082 1056 1016 960
Wahlbeteiligung 79,33 % 85,49 % 85,32 % 84,74 % 88,33 %

Gemeindevorstand

Neben Bürgermeister Christian Weninger (SPÖ) und Vizebürgermeister Norbert Cserinko (SPÖ) gehören weiters Heinrich Dorner (SPÖ), Peter Krail (ÖVP) und Franz Zarits (SPÖ) dem Gemeindevorstand an.[7]

Zum Gemeindekassier wurde Manfred Prinz (SPÖ) und zum Umweltgemeinderat wurde Franz Zarits (SPÖ) gewählt.[7]

Bürgermeister

Bürgermeister ist Christian Weninger (SPÖ), der am 27. Jänner 2012 die Nachfolge von Heinrich Dorner (SPÖ) antrat, der seit 1987 der Gemeinde vorstand.[4] Bei der Bürgermeisterdirektwahl am 1. Oktober 2017 wurde Weninger mit 64,98 % in seinem Amt bestätigt und übertraf damit das Ergebnis seiner SPÖ noch um 7,36 %. Seine beiden Mitbewerber waren Peter Krail (ÖVP), der sich zum zweiten Mal zur Wahl stellte und über 28,66 % nicht hinaus kam, sowie Markus Kraly (FPÖ), der sich mit lediglich 6,37 % zufriedengeben musste.[3]

In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am 23. Oktober 2017 wurde Norbert Cserinko (SPÖ) zum Vizebürgermeister gewählt.[7]

Leiter des Gemeindeamts ist Christian Janitsch.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Katholische Pfarrkirche Lackenbach

Musik

Söhne und Töchter

  • Mida Huber (geboren 1880 auf Schloss Lackenbach; verstorben 1974), österreichische Schriftstellerin, Lyrikerin und Mundartdichterin
  • Julius Deutsch (geboren 1884 Lackenbach; verstorben 1968), österreichischer Sozialdemokrat und General im Spanischen Bürgerkrieg
  • Rudolf Sarközi (geboren 1944 im „Zigeuner-Anhaltelager Lackenbach“; verstorben 2016), bekannter Roma-Vertreter

Bilderbogen von Lackenbach

Literatur

  • Adonijahu Krauss: Lackenbach: eine kultur-historische Skizze einer jüdischen Gemeinde. S. n., Jerusalem 1950, OBV.
  • Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Lackenbach. In: Burgenländische Heimatblätter. Nr. 54/1992, ZDB-ID 214233-8. Amt der Burgenländischen Landesregierung, Landesarchiv und Landesbibliothek, Eisenstadt 1992, S. 123–133, OBV.
  • Erika Thurner: Kurzgeschichte des nationalsozialistischen Zigeunerlagers in Lackenbach (1940 bis 1945). Rötzer-Druck, Eisenstadt 1984, OBV.
  • Uslu-Pauer Susanne: „Verdrängtes Unrecht“. Eine Auseinandersetzung mit den in Zusammenhang mit NS-Verbrechen an Roma und Sinti stehenden Volksgerichtsverfahren (1945–1955) unter besonderer Berücksichtigung des Lagers Lackenbach im Burgenland (Beschreibung – Analyse – Auswirkungen nach 1945). Diplomarbeit. Universität Wien, Wien 2002, OBV.
  Commons: Lackenbach  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Amtlicher Theil. In: Wiener Zeitung, Nr. 145/1859, 24. Juni 1859, S. 1, oben links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrz.
  2. Local-Nachrichten. (…) Baron Philipp Schey †. In: Badener Bezirks-Blatt, Nr. 27/1881 (I. Jahrgang), 2. Juli 1881, S. 5, Mitte oben. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bbb.
  3. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Lackenbach 2017 (abgerufen am 26. Dezember 2017)
  4. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Lackenbach 2012 (abgerufen am 26. Dezember 2017)
  5. Land Burgenland: Wahlergebnis Lackenbach 2007 (abgerufen am 26. Dezember 2017)
  6. 1 2 Land Burgenland: Wahlergebnis Lackenbach 2002 (abgerufen am 26. Dezember 2017)
  7. 1 2 3 Marktgemeinde Lackenbach: Rundschreiben vom 30. Oktober 2017 (pdf-Dokument; abgerufen am 26. Dezember 2017)
  8. Marktgemeinde Lackenbach: Gemeindemitarbeiter (abgerufen am 26. Dezember 2017)