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vom 01.07.2016, aktuelle Version,

Landesbibliothek „Dr. Friedrich Teßmann“

Landesbibliothek „Dr. Friedrich Teßmann“
Gründung 1982
Bestand über 450.000
Bibliothekstyp wissenschaftliche Allgemeinbibliothek
Ort Bozen
ISIL IT-BZ0115
Website www.tessmann.it

Die Südtiroler Landesbibliothek „Dr. Friedrich Teßmann“ wurde 1982 in Bozen errichtet und ist mit über 450.000 Medieneinheiten die größte wissenschaftliche Allgemeinbibliothek Südtirols. In ihrer Sammeltätigkeit strebt die Landesbibliothek bei regionalem Schrifttum Vollständigkeit an, wobei Veröffentlichungen aus dem Raum des historischen Tirol – die sog. Tirolensien – besonders berücksichtigt werden. Darüber hinaus sammelt die Landesbibliothek hauptsächlich deutsch- und ladinischsprachige Literatur aus sämtlichen Wissensgebieten (mit Ausnahme der Kinder- und Jugendliteratur). Die Digitale Bibliothek der „Teßmann“ macht – in Zusammenarbeit mit Europeana[1] – historische Zeitungsbestände des 19. und 20. Jahrhunderts, Tirolensien und Grafiken elektronisch verfügbar.[2]

Neben der Funktion eines wissenschaftlichen Informationszentrums zur Förderung von Forschung, Berufs- und Weiterbildung versteht sich die Bibliothek – analog zur Bibliothek des Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum – als regionales Dokumentationszentrum, das gezielt eine landeskundliche Sammlung zur Bewahrung des kulturellen Erbes aufbaut. Darüber hinaus dient die Landesbibliothek als Kommunikationszentrum, da sie als Ort des Lernens und Wissens fungiert.

Geschichte

1957 schenkte der Südtiroler Landeskundler und Politiker Friedrich Teßmann (1894–1958) seine überwiegend aus Tirolensien bestehende Privatbibliothek der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unter der Bedingung, die Sammlung in Bozen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und mit einschlägigen Neuerscheinungen zu erweitern. Die Schenkung wurde gemeinsam mit der Studienbibliothek des Südtiroler Kulturinstituts im Haus der Kultur „Walther von der Vogelweide“ verwaltet.

1982 bildete die Sammlung den Grundstock der Südtiroler Landesbibliothek „Dr. Friedrich Teßmann“, die im Bozner Stadtteil Gries angesiedelt ist. Mehrere Nachlässe, wie die des deutschen Germanisten Hermann Pongs oder des Landeskundlers Franz Hieronymus Riedl, sowie Schenkungen erweiterten seither die Bestände.

1992 wurde die EDV-Verwaltung eingeführt. Seit 1999 ist der Bestand im Verbundkatalog der österreichischen Landesbibliotheken, seit 2003 im Karlsruher Virtuellen Katalog nachgewiesen.

2008 wurde die Teßmann-Bibliothek vom Bozner Architekten Christoph Mayr-Fingerle umgebaut; dabei wurden der Ausleihbereich umgestaltet und der Zeitschriftenbereich und der EDV-Bereich vergrößert.[3]

Für die Zukunft ist die Entstehung eines Bibliothekenzentrums geplant, dessen Standort sich unmittelbar gegenüber dem heutigen Bibliothekssitz befindet. Es soll unter einem Dach neben der Teßmann-Bibliothek auch die seit 1928 bestehende Stadtbibliothek Bozen und die italienische Landesbibliothek "Claudia Augusta" zu einer Südtiroler Verbundbibliothek zusammenschließen.[4]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Europeana Newspapers - The Project Partners
  2. Teßmann digital - Die Digitale Bibliothek
  3. Stol.it aufgerufen am 4. Oktober 2008
  4. Planungswettbewerb des neuen Bibliothekenzentrums aufgerufen am 22. Juli 2009

Literatur

  • Adolf Leidlmair, Mathias Frei, August Ploner-Bernard: 20 Jahre Landesbibliothek Dr. Friedrich Teßmann. In: Der Schlern 76, 2002, S. 24–41.
  • Landesbibliothek Dr. Friedrich Teßmann (Hrsg.), Die Teßmann – Friedrich-Teßmann-Sammlung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1957–2012), Landesbibliothek Dr. Friedrich Teßmann (1982–2012), Wien-Bozen: Folio-Verlag 2012. ISBN 978-3-85256-564-4