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vom 06.09.2017, aktuelle Version,

Landkreis Saaz

Verwaltungskarte des Reichsgaus Sudetenland

Der deutsche Landkreis Saaz bestand in der Zeit zwischen 1938 und 1945. Er umfasste am 1. Januar 1945:

Am 1. Dezember 1939 hatte das Gebiet des Landkreises Saaz 51.033 Einwohner, am 17. Mai 1939 waren es 44.286 und am 22. Mai 1947 33.276 Bewohner.

Verwaltungsgeschichte

Tschechoslowakei / Deutsche Besatzung

Vor dem Münchner Abkommen vom 29. September 1938 gehörten die politischen Bezirke Rakovnik und Žatec zur Tschechoslowakei.

In der Zeit vom 1. bis 10. Oktober 1938 besetzten deutsche Truppen dieses Gebiet. Rakovnik und Žatec trugen fortan die früheren deutsch-österreichischen Bezeichnungen Rakonitz und Saaz. Der deutsch gewordene Teil des politischen Bezirkes Rakonitz – ohne die gleichnamige Stadt - umfasste Teile des Gerichtsbezirks Rakonitz. Der politische Bezirk Saaz umfasste die Gerichtsbezirke Postelberg und Saaz. Seit dem 20. November 1938 führten beide politischen Bezirke die Bezeichnung „Landkreis“. Sie unterstanden bis zu diesem Tage dem Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Walther von Brauchitsch, als Militärverwaltungschef.

Deutsches Reich

Tags darauf wurde der Landkreis Saaz und Teile von Rakonitz förmlich in das Deutsche Reich eingegliedert und kam zum Verwaltungsbezirk der Sudetendeutschen Gebiete unter dem Reichskommissar Konrad Henlein.

Sitz der Kreisverwaltung wurde die Stadt Saaz.

Ab dem 15. April 1939 galt das Gesetz über den Aufbau der Verwaltung im Reichsgau Sudetenland (Sudetengaugesetz). Danach kamen der Landkreis Saaz und Teile von Rakonitz zum Reichsgau Sudetenland und wurden dem neuen Regierungsbezirk Eger mit dem Sitz des Regierungspräsidenten in Karlsbad zugeteilt.

Nach der Neugliederung der teilweise zerschnittenen Kreise im Sudetenland zum 1. Mai 1939 blieb der Landkreis Saaz in seinen bisherigen Grenzen erhalten. Er erhielt ferner den gesamten Restkreis Rakonitz.

Bei diesem Zustand blieb es bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Tschechoslowakei / Tschechische Republik

Seit 1945 gehörte das Gebiet zunächst wieder zur Tschechoslowakei. Heute ist es ein Teil der Tschechischen Republik.

Landräte

1939–1945: Johann Czapka

Kommunalverfassung

Bereits am Tag vor der förmlichen Eingliederung in das Deutsche Reich, nämlich am 20. November 1938, wurden alle Gemeinden der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 unterstellt, welche die Durchsetzung des Führerprinzips auf Gemeindeebene vorsah. Es galten fortan die im bisherigen Reichsgebiet üblichen Bezeichnungen, nämlich statt:

  • Ortsgemeinde: Gemeinde,
  • Marktgemeinde: Markt,
  • Stadtgemeinde: Stadt,
  • Politischer Bezirk: Landkreis.

Gemeinden

Gemeinden im Landkreis Saaz:[1]

  • Bezděkov - Bezdiek
  • Bitozeves - Wittosess
  • Blažim - Ploscha
  • Březany - Pressern
  • Břvany - Weberschan
  • Čeradice - Tscheraditz
  • Cinov - Schünau
  • Deštnice - Teschnitz
  • Dobřicany - Dobritschan
  • Drahomyšl - Drahomischl
  • Dubcany - Dubschan
  • Holedeč - Holletitz
  • Holedeček - Klein Holletitz
  • Horetice - Horatitz
  • Chuderin - Kutterschin
  • Kounov - Kaunowa
  • Kličin - Klitschin
  • Klucek - Klutschkau
  • Lhota - Wellhütten
  • Liběšice - Libeschitz, Marktgemeinde
  • Libočany - Liebotschan
  • Ličkov - Litschkau
  • Lipenec - Lippenz
  • Lipno - Groß Lippen
  • Lišany - Lischan
  • Měcholupy - Michelob, Marktgemeinde
  • Milceves - Miltschowes
  • Milošice - Miloschitz
  • Minice - Münitz
  • Nečemice - Netschenitz
  • Nehasice - Nehasitz
  • Nové Sedlo - Neusattel
  • Přivlaky - Pröhlig
  • Radičeves - Reitschowes
  • Rybinany - Ribnian
  • Sádek - Satkau
  • Sedcice - Sedschitz
  • Selibice - Sellowitz
  • Staňkovice - Stankowitz
  • Stekník - Stecknitz
  • Stránky - Tronitz
  • Stroupeč - Straupitz
  • Svojetín - Swojetin
  • Tatinná - Tattina
  • Trnovany - Trnowan
  • Truzenice - Trusenz
  • Treskonice - Tscheskonitz
  • Tuchořice - Tuchorschitz
  • Tvršice - Twerschitz
  • Velemyšleves - Welmschloß
  • Veletice - Weletitz
  • Velichov - Welchau
  • Velká Černoc - Gross-Tschernitz
  • Větrušice - Wedruschitz
  • Vidovle - Widobl
  • Výškov - Wischkowa
  • Záhori - Dreihöf
  • Zálezly - Salesel
  • Zálužice - Saluschitz
  • Žabokliky - Schaboglück
  • Želec - Seltsch
  • Železná - Schellesen
  • Žiželice - Schießelitz

Ortsnamen

Es galten die bisherigen Ortsnamen weiter, und zwar in der deutsch-österreichischen Fassung von 1918.

Einzelnachweise

  1. Žatecko na starých pohlednicích (Saaz und Umgebung auf alten Ansichtskarten), Verlag Hostivice 2005, ISBN 80-86914-00-3.

Siehe auch