Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast
vom 09.06.2020, aktuelle Version,

Leonid Arbusow (Historiker, 1882)

Leonid Hans Nikolaus Arbusow (russisch Леонид Леонидович Арбузов Leonid Leonidowitsch Arbusow; * 31. Oktober 1882 in Bauske, Kurland; † 16. Februar 1951 in Göttingen) war ein deutsch-baltischer Historiker und Hochschullehrer.

Leben und Wirken

Leonid Arbusow war der Sohn des gleichnamigen Historikers Leonid Arbusow und seiner Ehefrau Olga, geb. Anschütz. Er studierte von 1902 bis 1906 evangelische Theologie an der Universität Dorpat und danach von 1906 bis 1909 Geschichte an der Universität Göttingen. 1911 wurde Arbusow Mitherausgeber der III. Abteilung des Livländischen Urkundenbuchs und 1914 beauftragte ihn die Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde der Ostseeprovinzen Russlands mit der Erarbeitung einer Reformationsgeschichte des Baltikums. Nach dem Ersten Weltkrieg war er von 1922 bis 1936 ordentlicher Professor für Geschichte an der lettischen Universität Riga und wurde dann nach Verdrängung von diesem Lehrstuhl Professor am deutschen Herder-Institut Riga bis zur Umsiedlung der Deutsch-Balten im Jahr 1939 als Folge des Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts. Von 1941 bis 1945 war Arbusow Professor für mittelalterliche Geschichte an der Reichsuniversität Posen. Nach Kriegsende wurde er, wie auch sein Kollege aus Riga und Posen Reinhard Wittram, Lehrbeauftragter an der Universität Göttingen. Als Mediävist befasste sich Arbusow mit der Diplomatik des mittelalterlichen Baltikums. Ihm wurde die Ehrendoktorwürde der Universität Rostock 1932 für seine Reformationsgeschichte des Baltikums verliehen. Er war seit 1910 verheiratet mit Antonie, geb. Freiin von Vietinghoff-Scheel († 1920).

Schriften

  • Colores rhetorici. Eine Auswahl rhetorischer Figuren und Gemeinplätze als Hilfsmittel für akademische Übungen an mittelalterlichen Texten. Göttingen 1948 (Zweite, vermehrte Auflage von Helmut Peter, Göttingen 1963)
  • Die altlivländischen Bauerrecht. In: Mitteilungen aus der livländischen Geschichte, Bd. XXIII. Riga, 1924–1926
  • Die Beziehungen des Deutschen Ordens zum Ablasshandel seit dem 15. Jahrhundert: Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der hohen philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität zu Göttingen. Riga 1909
  • Die Einführung der Reformation in Liv-, Est- und Kurland, Heinsius, Leipzig 1921
  • Die handschriftliche Überlieferung des „Chronicon Livoniae“ Heinrichs von Lettland. in: Latvijas universitātes raksti, 15–16, 1926–1927.
  • Lettland in der jüngeren Eisenzeit. Riga, 1924
  • Liturgie und Geschichtsschreibung im Mittelalter: in ihren Beziehungen erläutert an den Schriften Ottos von Freising († 1158), Heinrichs Livlandchronik (1227) und den anderen Missionsgeschichten des Bremischen Erzsprengels: Rimberts, Adams von Bremen, Helmolds. Bonn 1951
  • mit Friedrich Georg von Bunge und Friedrich Benninghoven: Liv-, est- und kurländische Urkundenregesten bis zum Jahre 1300. Hamburg 1959
  • Livland – Mark des Reiches 1207–1561: Ein Abschnitt deutscher Verfassungs- und Rechtsgeschichte. Ostland, Riga 1944
  • mit Albert Bauer: Heinrichs Livländische Chronik = Henrici chronicon Livoniae. Hannover 1955.
  • Römischer Arbeitsbericht, I-IV. 1928–1933.
  • Frühgeschichte Lettlands. Riga, 1933.
  • Vorläufige Übersicht über die Kartographie Alt-Livlands bis 1595. Riga 1934.
  • Wolter von Plettenberg und der Untergang des Deutschen Ordens in Preussen: eine Studie aus der Reformationszeit Livlands. Leipzig 1919.

Literatur