unbekannter Gast
vom 16.12.2017, aktuelle Version,

Liebhartstal

Das Liebhartstal ist ein Tal im Bereich des Gallitzinberges in Wien und Quellgebiet des Ottakringer Bachs.[1] Die Bezeichnung dürfte bis ins 14. Jahrhundert zurückgehen (damals „Liebhartsgraben“).[2]

Bis nach der Wende zum 20. Jahrhundert war es ein beliebtes Ausflugsziel für die Wiener mit zahlreichen Wirtshäusern und Heurigen. Besonders bekannt war die Gaststätte der Familie Matauschek, die in der Geschichte des Wienerliedes eine wesentliche Rolle spielte.[3]

Viele Perlmuttdrechsler versahen in der Gegend ihr Handwerk; der Unterbau der Gallitzinstraße bestand bei deren Bau teilweise aus Perlmuttabfall, sie wurde daher sogar als „Perlmuttstraße“ bezeichnet.[4]

Der letzte Bürgermeister von Ottakring, Anton Zagorski (1838–1902; Bürgermeister 1881–1891)[5] errichtete sich 1886 eine repräsentative Villa im Liebhartstal (Gallitzinstraße 90 / Gerunggasse 1)[6].

Heute ist das Liebhartstal eine ruhige Wohngegend am Rande des Wienerwaldes. Die 1886 oberhalb des Talschlusses errichtete Villa Novak, vulgo „Ganserlburg“, steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag). Die Villa Zagorski wurde vor einigen Jahrzehnten geschleift, an ihrer Stelle befinden sich nun Eigentumswohnungen.

Nordseitig oberhalb des Liebhartstals liegt das Schloss Wilhelminenberg.

Das Liebhartstal ist zentraler Handlungsort der Traumnovelle von Arthur Schnitzler.[7]

Einzelnachweise

  1. Liebhartstal – Wien Geschichte Wiki. In: www.wien.gv.at. Abgerufen am 28. August 2016.
  2. Liebhartstalstraße – Wien Geschichte Wiki. In: www.wien.gv.at. Abgerufen am 28. August 2016.
  3. Pepi Matauschek. Wiener Volksliedwerk, abgerufen am 28. August 2016.
  4. Der Beruf der Perlmuttdrechslerei. In: Handwerk in Ottakring. Bezirksmuseum Ottakring, abgerufen am 28. August 2016.
  5. Anton Adolf Zagorski – Wien Geschichte Wiki. In: www.wien.gv.at. Abgerufen am 30. August 2016.
  6. Bezirksmuseum Ottakring.
  7. Anne-Catherine Simon: Schnitzlers Wien. Pichler, Wien 2002, ISBN 3-85431-278-4, S. 119ff.