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vom 02.05.2020, aktuelle Version,

Lose Yourself

Lose Yourself
Veröffentlichung 22. Oktober 2002
Länge 5:20
Genre(s) Hip-Hop
Text M. Mathers,
J. Bass,
L. Resto
Musik Eminem,
Jeff Bass (Co),
Luis Resto (Co)
Auszeichnung(en) Oscar 2003
(Bester Song),
Grammy 2004
(Best Rap Solo Performance und
Best Rap Song)
Album Music from and Inspired by the Motion Picture 8 Mile

Lose Yourself (engl. für: „Verlier dich“) ist ein Lied des US-amerikanischen Rappers Eminem. Der Song wurde am 22. Oktober 2002 als erste Singleauskopplung aus dem Soundtrack Music from and Inspired by the Motion Picture 8 Mile veröffentlicht. Sein Inhalt sowie das Musikvideo beruhen auf dem Film 8 Mile, in dem Eminem die Hauptrolle spielt. Das Lied selbst ist im Abspann des Films zu hören. Außerdem ist der Song auf Eminems Best-of-Album Curtain Call: The Hits enthalten.

Lose Yourself ist eines der erfolgreichsten Lieder der Hip-Hop-Geschichte und belegte in den deutschen Charts der gesamten 2000er Jahre Platz 44.[1]

Inhalt

Logo des Films 8 Mile

In der ersten Strophe beschreibt Eminem rappend die Szene am Anfang des Films 8 Mile, indem er die Anspannung der Figur Rabbit, deren Versagen beim Battle und die anschließende Rückkehr in ihr unterdurchschnittliches Leben thematisiert. Die anderen beiden Strophen beschreiben autobiografisch Eminems Probleme, den Einstieg in die Rapszene zu finden und sich gleichzeitig um seine Tochter zu kümmern, wobei er betont, dass dies sein wahres Leben und kein Film sei („There’s no Mekhi Phifer“).

Laut Eminem geht es in dem Song darum, „sich in der Musik zu verlieren, jedes Hindernis zu beseitigen, alle Zwischenrufe zu ignorieren, auszublenden, was alle an dir zu bemängeln haben, dich selbst und deine eigene Stimme zu finden und ganz dazu zu werden.“[2] Diese Aussage korrespondiert mit der Rolle Eminems im Film, die in der Eröffnungsszene genau daran scheitert, am Ende dann aber den Inhalt des Songs lebt und über seinen Rivalen sowie seine negative Einstellung triumphiert.

Stil und Produktion

Am Anfang des Liedes ist ein Rauschen ähnlich dem einer Schallplatte zu hören. Daraufhin setzen eine Klaviermelodie und im Hintergrund ein orgelähnlicher Klang eines Keyboards ein. Nach etwa einer halben Minute wird die bisherige Musik von einer E-Gitarre und einem E-Bass abgelöst und Eminem spricht im Stile eines Spoken-Word-Vortrages die Einleitung:

Look… if you had… one shot, or one opportunity
To seize everything you ever wanted… in one moment
Would you capture it… or just let it slip?[3]

Diese Zeilen sind in ähnlicher Form auch auf der Rückseite der DVD-Hülle des Films 8 Mile abgedruckt. Auf dem Bild von Eminem auf der Vorderseite sieht man, wie er sich die Einleitung auf die Hand schreibt.

Während er anfängt, die erste Strophe zu rappen, kommt eine programmierte Bassdrum hinzu. Der ebenfalls programmierte Beat, aus Snare und Hi-Hat bestehend, setzt erst in der Mitte der Strophe ein. Die Snare liegt auf dem zweiten und vierten Taktschlag. Im Refrain des Stückes kommen ein kurz angespielter Keyboard-Klang sowie eine Klaviermelodie hinzu. In der zweiten und dritten Strophe bleibt das Muster gleich, nach der zweiten Wiederholung des Refrains wird das Instrumental des Stückes weitergespielt. Nach etwa einer dreiviertel Minute und einer Gesamtspielzeit des Liedes von 5:26 Minuten wird es durch eine Ausblendung beendet.

Lose Yourself wurde von Eminem, Jeff Bass und Luis Resto geschrieben und von Eminem mit Hilfe von Bass produziert. E-Gitarre, E-Bass und Keyboards wurden von Bass eingespielt, weitere Keyboards und Programmierungen stammen von Resto. Der Beat wurde von Eminem programmiert.[4]

Auf der Enhanced CD befinden sich zusätzlich das Video des Songs und ein Trailer zum Film.

Musikvideo

Das Video zu Lose Yourself kombiniert Szenen aus 8 Mile mit neugedrehten Aufnahmen. In denen sieht man Teile von Eminems Heimatstadt Detroit, etwa die Ambassador Bridge, sowie Eminem rappend vor einem Straßenschild mit der Aufschrift „8 Mile Rd – Mobile Court“ und des Weiteren Szenen, in denen er sein Leben als Rapstar nachspielt und Lose Yourself auf einer Bühne rappt. Dabei wird auch die Entfremdung zu seiner Tochter deutlich, die er im Songtext thematisiert („He goes home and barely knows his own daughter“).

Regie führten Eminem, dessen Manager Paul Rosenberg und Philip Atwell.

2003 erhielt das Video den letzten jemals vergebenen MTV Video Music Award in der Kategorie Best Video from a Film und war unter anderem als Video of the Year nominiert.

Auftritte

Eminem trat mit Lose Yourself mehrmals bei bedeutenden Shows auf. Bei den Grammy Awards 2003 gab es eine Performance von ihm zusammen mit The Roots zu sehen.[5] 2009 trat er mit dem Stück bei Jimmy Kimmel Live! auf.[6] Bei der Oscarverleihung 2020 trat er damit als Überraschungsgast auf.[7][8]

Rezeption

Kommerzieller Erfolg

Lose Yourself ist neben Love the Way You Lie, Not Afraid, Stan und Without Me Eminems kommerziell erfolgreichste Single. In beinahe allen bedeutenden Musik-Charts auf der ganzen Welt erreichte das Lied die Spitzenposition. In Deutschland stieg es am 16. Dezember 2002 auf Platz 2 ein und blieb sieben Wochen lang auf diesem.[9] Insgesamt hielt sich Lose Yourself 29 Wochen in den Top 100 (davon zwölf Wochen in den Top 10) und erhielt für über 750.000 Verkäufe im Jahr 2018 eine dreifache Goldene Schallplatte,[10] womit es der meistverkaufte Song des Rappers hierzulande ist. Besonders erfolgreich war Lose Yourself in Australien,[11] wo das Lied auf Platz 1 einstieg, sich zwölf Wochen lang dort halten konnte und mit siebenfach Platin ausgezeichnet wurde.[12]

Im März 2009 überschritt Lose Yourself als zweitältestes Musikstück (nach Don’t Stop Believin’ von Journey) die Grenze von zwei Millionen verkaufter Downloads.[13] Allein in den Vereinigten Staaten wurde der Song mehr als zehn Millionen Mal verkauft und dort 2018 mit einer Diamant-Schallplatte ausgezeichnet.[14]

Chartplatzierungen
Charts Höchst­platzie­rung Wo­chen
Chart­plat­zie­rungen
 Deutschland (GfK) 2 (29 Wo.) 29
 Österreich (Ö3)[15] 1 (29 Wo.) 29
 Schweiz (IFPI)[15] 1 (57 Wo.) 57
 Vereinigtes Königreich (OCC)[15] 1 (52 Wo.) 52
 Vereinigte Staaten (Billboard)[15] 1 (23 Wo.) 23
Jahrescharts
Charts (2003) Platzie­rung
Jahres­charts (2003)
 Deutschland (GfK)[16] 6
 Österreich (Ö3)[16] 6
 Schweiz (IFPI)[16] 12
 Vereinigtes Königreich (OCC)[16] 25
 Vereinigte Staaten (Billboard)[16] 28

Schallplattenauszeichnungen

Land/Region Aus­zeich­nung Ver­käu­fe
Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Auszeichnung, Verkäufe)
 Australien (ARIA)   Platin 490.000
 Belgien (BEA)  Platin 40.000
 Dänemark (IFPI)   Platin 180.000
 Deutschland (BVMI)   Gold 750.000
 Finnland (IFPI)  Gold 5.000
 Frankreich (SNEP)  Gold 250.000
 Griechenland (IFPI)  Gold 10.000
 Italien (FIMI)   Platin 150.000
 Japan (RIAJ)  Gold 100.000
 Kanada (MC)   Platin 600.000
 Neuseeland (RMNZ)   Platin 30.000
 Norwegen (IFPI)  Platin 10.000
 Österreich (IFPI)  Platin 30.000
 Schweden (IFPI)  Platin 20.000
 Schweiz (IFPI)  Platin 40.000
 Vereinigte Staaten (RIAA)  Diamant 10.000.000
 Vereinigtes Königreich (BPI)[17]   Platin 2.120.000
Insgesamt 5× Gold
29× Platin
1× Diamant
14.825.000

Kritiken

Die meisten Kritiker bewerteten den Song sehr positiv. Von der Musikzeitschrift Rolling Stone wurde Lose Yourself 2004 auf Platz 166 der „500 besten Songs aller Zeiten“ gewählt, die höchste Platzierung eines Songs aus dem 21. Jahrhundert. Das American Film Institute platzierte den Song im selben Jahr auf Platz 93 der „100 besten Filmsongs Amerikas“. 2003 fand sich das Lied auf Platz 4 der „Liste der bedeutendsten Songs der letzten 25 Jahre“, zusammengestellt vom Fernsehsender VH1, wieder.[18]

Auszeichnungen

Lose Yourself war 2003 das erste Rapstück, das einen Oscar für den Besten Song erhielt, womit es Lieder von unter anderem U2 und Paul Simon schlug. Eminem war bei der Verleihung allerdings nicht anwesend, angeblich, da der Song bei einem Auftritt hätte zensiert werden müssen.[19] Eine andere Begründung lautet schlicht „it ‚wasn't his sort of gig‘“.[20]

2004 gewann Eminem zwei Grammy Awards in den Kategorien Best Male Rap Solo Performance und Best Rap Song. Zudem war Lose Yourself als Record of the Year und Song of the Year nominiert.[21]

Gewonnen

  • ASCAP Pop Music Awards
    • 2004: in der Kategorie „Most Performed Song“
  • BMI Film/TV Awards[22]
    • 2003: in der Kategorie „Best Music“
    • 2003: in der Kategorie „Most Performed Song from a Motion Picture“
  • Detroit Music Awards[23]
    • 2003: in der Kategorie „Outstanding National Single“

Nominiert

  • BET Awards
    • 2003: in der Kategorie „Video of the Year“
  • Grammy Awards
    • 2004: in der Kategorie „Single des Jahres“
    • 2004: in der Kategorie „Song des Jahres“
    • 2004: in der Kategorie „Bester Song geschrieben für Film, Fernsehen oder visuelle Medien“
  • MTV Video Music Awards
    • 2003: in der Kategorie „Video of the Year“
    • 2003: in der Kategorie „Best Male Video“
    • 2003: in der Kategorie „Best Rap Video“
  • MuchMusic Video Awards
    • 2003: in der Kategorie „UR Fave: International Artist“

Einfluss

Der Erfolg von Lose Yourself lässt sich auch durch den Einfluss des Songs auf andere Künstler und sogar die Popkultur nachweisen.

Siehe auch

Quellen

  1. Charts des Jahrzehnts DE #44
  2. „Making Of“ auf der DVD des Films 8 Mile
  3. Text von Lose Yourself auf elyrics.net
  4. Booklet von Curtain Call: The Hits.
  5. YouTube: Video des Auftritts bei den Grammy Awards 2003
  6. YouTube: Video des Auftritts bei Jimmy Kimmel Live!
  7. https://www.rollingstone.de/oscars-2020-eminem-performt-ueberraschend-lose-yourself-1903615/
  8. https://www.instagram.com/p/B8XrEBMB0cx/
  9. Chartverfolgung Lose Yourself auf offiziellecharts.de
  10. Eminem „Lose Yourself“ in der IFPI-Datenbank DE AT CH
  11. Lose Yourself in den australischen Charts
  12. Charts der Australian Recording Industry Association
  13. „Week Ending March 15, 2009: The Idol With The Most“, 18. März 2009
  14. US: Diamant (10x Platin)
  15. 1 2 3 4 Chartquellen: DE AT CH UK US
  16. 1 2 3 4 5 Jahrescharts 2003: DE AT CH UK (PDF; 377 kB) US
  17. Rob Copsey: Eminem’s biggest songs on the Official Chart. officialcharts.com, 17. Januar 2020, abgerufen am 19. Februar 2020 (englisch).
  18. „VH1's '100 Greatest Songs of the Past 25 Years'“, 12. Juni 2003
  19. laut.de: „Eminem: Null Bock auf Oscar“, 13. März 2003
  20. People.com: „Eminem Naps Through His Oscar Victory“, 24. März 2003
  21. Liste der Nominierten für die Grammy Awards 2004, 4. Dezember 2003
  22. 2003 BMI Film/TV Awards: Song List bmi.com, 14. Mai 2003, abgerufen am 27. November 2013
  23. Eminem, Funk Brothers Lead Detroit Music Awards Winners prnewswire.com, abgerufen am 27. November 2013
  24. South Park Episodenguide
  25. YouTube: Couch Potato von Weird Al Yankovic
  26. laut.de: „Eminem: Video-Held verbietet Parodie“, 14. Mai 2003
  27. Plattentests.de: Rezension von Return of the Champions von Queen + Paul Rodgers; siehe auch Return of the Champions
  28. msnbc.com: „Jodie Foster quotes Eminem at graduation“, 15. Mai 2006
  29. YouTube: Rezitation von Lose Yourself durch Jodie Foster
  30. Spiegel Online: „Kuhmädel im Paillettenkleid“, 15. Mai 2009
  31. Sönke Wortmann: Deutschland. Ein Sommermärchen Das WM-Tagebuch. Kiepenheuer & Witsch 2006.