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vom 16.05.2017, aktuelle Version,

Lotte Medelsky

Karoline (Lotte) Medelsky, 1900
Grabstätte von Lotte Medelsky

Lotte Medelsky (* 20. Mai[1] 1880 als Karoline Medelsky in Wien; † 4. Dezember 1960 in Nußdorf am Attersee, Oberösterreich[2]; verh. Frank/Krauspe) war eine österreichische Schauspielerin.

Leben

Der Vater hieß Karl Medelsky (Wien, 6. September 1851–?) und war Gaskassierer der I.C.G.A.[3] Die Mutter Leopoldine, geb. Egner (11. Oktober 1853–?), war eine Weißnäherin. Sie erhielt ab 1894 eine Ausbildung am Wiener Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde. Auf Empfehlung ihres Lehrers, des Hofschauspielers Alexander Strakosch, wurde sie im Alter von 17 Jahren am Burgtheater engagiert, wo sie bis zu ihrer Pensionierung 1946 blieb. Sie gab ihr Debüt am 23. November 1896 in dem Lustspiel Krieg im Frieden, anschließend verkörperte sie Hedwig Ekdal in Ibsens Die Wildente. Weitere wichtige Rollen waren Gretchen in Faust (1897) und Christine in Liebelei (1898), die sie auch in späteren Jahren immer wieder darstellte.

Zu ihrem über 200 Rollen umfassenden Repertoire gehörten das Dienstmädchen Rosl in der Uraufführung von Anton Wildgans Dies Irae (1919), Julia in Romeo und Julia oder Amalie in Die Räuber. Sie übernahm die Titelrolle der Jungfrau von Orleans und die Rolle der Cordelia in König Lear. In Stücken von Ludwig Anzengruber war sie als Horlacher-Lies in Der G’wissenswurm und Vroni in Der Meineidbauer zu sehen. Häufig wirkte sie auch in Aufführungen von Werken Gerhart Hauptmanns und Arthur Schnitzlers mit.

Sie gab zahlreiche Gastspiele und war bei den Salzburger Festspielen von 1933 bis 1947 Marthe Schwerdtlein in den Faust-Inszenierungen sowie 1947 und 1949 bis 1952 Jedermanns Mutter in Jedermann und 1948 Heros Mutter in Des Meeres und der Liebe Wellen von Franz Grillparzer. Filmauftritte blieben eine Ausnahme.

Lotte Medelsky war seit 1901 mit dem Schauspieler Eugen Frank (eigentlich Krauspe) verheiratet und lebte abwechselnd in der Villa Bergauer in Hietzing und in Nußdorf am Attersee. Sie hatte eine Schwester, Hermine, die am 29. August 1901 im Volkstheater debütierte. Ihre Kinder Liselotte (1907–1981) und Hans († 1946) wurden ebenfalls Schauspieler. Ihre letzte Rolle war das Holzweiberl in Der Verschwender.

Ihr ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich auf dem Hietzinger Friedhof (Gruppe 34, Nummer 24I).

Auszeichnungen

  • 1899: Ernennung zur Hofschauspielerin
  • 1924: Ehrenmitglied des Burgtheaters
  • 1926: Ritterkreuz I. Klasse des Österreichischen Verdienstordens
  • 1936: Verdienstkreuz für Kunst und Wissenschaft anlässlich ihrer 40-jährigen Bühnentätigkeit
  • 1937: Ehrenring der Stadt Wien
  • 1947: Professorin am Max-Reinhardt-Seminar

Filmografie

Literatur

Einzelnachweise

  1. Taufbuch, Sankt Josef Margarethen, Folio 108, online
  2. Sterbeort laut aeiou. IMDb und rororo Theaterlexikon 2, (2007) nennen dagegen Wien als Sterbeort, IMDb zudem den 5. Dezember als Sterbedatum.
  3. Medelsky, Hermine. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. 2. überarbeitete Auflage (nur online).