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vom 18.02.2017, aktuelle Version,

Müllerhütte

Müllerhütte
Die Müllerhütte vor Wildem Pfaff
Die Müllerhütte vor Wildem Pfaff
Lage Pfaffennieder, Einschartung zwischen Wildem Pfaff und Wildem Freiger; Südtirol, Italien
Gebirgsgruppe Stubaier Alpen
Geographische Lage: 46° 57′ 47″ N, 11° 10′ 41″ O
Höhenlage 3145 m s.l.m.
Müllerhütte (Südtirol)
Müllerhütte

Besitzer Autonome Provinz Bozen – Südtirol
Erbaut 1908
Bautyp Hütte
Übliche Öffnungszeiten Anfang Juli bis Mitte September
Beherbergung 20 Betten, 70 Lager
Winterraum 6 Lager
Weblink www.muellerhuette.eu
Hüttenverzeichnis ÖAV DAV

Die Müllerhütte (italienisch Rifugio Cima Libera) ist eine Alpenvereinshütte im Südtiroler Teil der Stubaier Alpen nahe der Grenze zu Österreich. Sie liegt auf einer Höhe von 3145 m s.l.m. über dem Übeltalferner und ist eine von fünf Hütten der Ostalpen, die nur über Gletscher zu erreichen sind. Warentransport zur Hütte ist nur zu Fuß oder mittels Hubschrauber möglich.

Geschichte

1891 erbaute Carl Müller aus Teplitz etwas oberhalb des heutigen Standorts die erste Hütte, die er zur Gänze selbst finanzierte. Dieser Bau war vollkommen neuartig konzipiert und bestand aus einem Gerüst aus Holzbalken, das mit Brettern verschalt und mit imprägniertem Tuch überzogen war. Einen Dachboden gab es nicht. Auch der Innenraum war mit speziellen einklappbaren Stockbetten, die auch als Sitzbänke dienten, innovativ gestaltet. Bereits 1892 musste aufgrund des starken Besuchs erweitert werden. 1894 übernahm die Sektion Teplitz des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins die Müllerhütte. Im Juli 1909 eröffnete die Sektion das Erzherzog-Karl-Franz-Josef-Schutzhaus am heutigen Hüttenstandort. Diese Hütte wurde bereits bewirtschaftet und bot 50 Menschen Platz, wobei die alte Hütte zusätzlich genutzt wurde. 1917 erfolgte die Umbenennung in Kaiser-Karl-Schutzhaus. 1923 wurde die Hütte enteignet und der Sektion Bozen des Club Alpino Italiano (CAI) überantwortet. Die alte Hütte verfiel.[1]

Zusammen mit 24 weiteren vom Staat enteigneten Schutzhütten ging die Müllerhütte 1999 in das Eigentum der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol über; mit Jahresende 2010 lief die Konzession zu deren Führung durch den CAI aus.[2][3] Seit 2015 wird das Land Südtirol bei der Verwaltung der Hütte (Vergabe an Pächter, Überwachung der Führung, Sanierungsmaßnahmen) durch eine paritätische Kommission unterstützt, in der neben der öffentlichen Hand auch der AVS und der CAI vertreten sind.[4]

Zustiege

Müllerhütte vor dem Wilden Freiger.
  • Von Ridnaun-Maiern (1566 m) in einer Gehzeit von 7 Stunden.
  • Von Schönau in Passeier aus über die Schwarzwandscharte in 4 bis 5 Stunden.
  • Aus dem Stubaital über die Grawaalm in 5 Stunden.
  • Mit der Bergbahn bis zur Dresdner Hütte und von dort in 3½ Stunden zur Müllerhütte.

Touren

Gipfeltouren

Übergänge

Besonderheiten

Im August findet mit der sogenannten “Ice Parade” ein Wettbewerb im Eisklettern statt, bei dem die große Gletscherspalte hinter der Müllerhütte über einen jeweils neu angelegten Klettersteig zu durchsteigen ist.

Literatur

  • Vito Brigadoi: Rifugio Cima Libera – Müllerhütte (Erzherzog-Karl-Franz-Josef-Schutzhaus, Pfaffennieder-Hütte). Storia di un rifugio centenario – Geschichte einer hundertjährigen Hütte: 1908–2008. Club Alpino Italiano, Bozen 2008
  Commons: Müllerhütte  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hanspaul Menara: Südtiroler Schutzhütten. 2. Auflage. Athesia, Bozen 1983, ISBN 88-7014-017-2, S. 138.
  2. Übergang der Schutzhütten: Basis für Führungskörperschaft gelegt. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Pressemitteilungen, 2. Oktober 2009, abgerufen am 30. Januar 2012.
  3. Schutzhütten. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Abteilung Vermögensverwaltung, abgerufen am 30. Januar 2012.
  4. Schutzhütten: Abkommen zwischen Land, CAI und AVS unterzeichnet. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Pressemitteilungen, 8. Juli 2015, abgerufen am 8. Juli 2015.