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vom 09.11.2017, aktuelle Version,

MARTHA-Dörfer

Karte: Tirol
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MARTHA-Dörfer
Tirol

Die MARTHA-Dörfer bezeichnen eine Reihe von Dörfern an der alten Landstraße von Innsbruck nach Hall in Tirol am Nördlichen Tiroler Mittelgebirge.

Siedlungen

Die MARTHA-Dörfer mit ihrer Einwohnerzahl (Stand 2014/2015)

Summe: 20.913

Zum Begriff

Die MARTHA-Dörfer in der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme 1898/1905

Der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Ortschaften Mühlau, Arzl, Rum, Thaur, und Absam zusammen. Eine andere Interpretation führt das H auf den Haller Stadtteil Heiligkreuz zurück, der zwischen Thaur und Absam liegt.

Mühlau und Arzl sind inzwischen nach Innsbruck eingemeindet, Rum, Thaur und Absam sind selbständige Gemeinden.

Wirtschaft

Die Straße heißt in ihrem Verlauf Anton-Rauch-Straße, Arzler Straße, Rumer Straße und Dörferstraße. Mit dem Bau der neuen Landstraße durch die Haller Au im Talboden 1585–1589 (heute Tiroler Straße, hier Haller Straße bzw. Bundesstraße und Innsbrucker Straße) verlor diese Straße an Bedeutung.

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es Pläne, die Dörfer mit einer Überlandstraßenbahn an Innsbruck anzubinden. Diese „Dörferbahn“ wurde aber insbesondere wegen der befürchteten Konkurrenz zur Lokalbahn Innsbruck–Hall in Tirol nie verwirklicht.[1]

Die Landwirtschaft (besonders Gemüseanbau) an den Hängen entlang der Dörferstraße spielt eine große Rolle, Industrie- und Gewerbegebiete gibt es hauptsächlich entlang der Bundesstraße am Talboden.

Kultur

Zaggeler des Mullerlaufens
Spiegeltuxer des Mullerlaufens

Die MARTHA-Dörfer gelten als der Ursprung des Fastnachtsbrauchs Mullerlaufen, wobei die bedeutendsten in Absam und im Nachbarort Mils (Matschgerer genannt), Rum und Thaur (Muller genannt) stattfinden. Seit einigen Jahren findet das Mullerlaufen immer abwechselnd in Rum, Thaur, Absam und Mils statt. Das jeweilige Dorf organisiert den Lauf, die übrigen Dörfer nehmen daran teil. 2011 wurde der Brauch als „Mullen und Matschgern in den MARTHA-Dörfern“ in die Liste des Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen.[2] Ein weiteres Brauchtum, das gepflegt wird, ist die Herstellung und das Ausstellen von Weihnachtskrippen in der Weihnachtszeit.

In der expandierenden Agglomeration Innsbruck gelegen, haben die Gemeinden ihren Dorfcharakter teilweise verloren und sind zu typischen Vororten geworden.

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Einzelnachweise

  1. Die Dörferbahnfrage. In: Innsbrucker Nachrichten, Nr. 171/1908, 28. Juli 1908, S. 7, Mitte unten (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/ibn
  2. Mullen und Matschgern in den MARTHA-Dörfern, Österreichische UNESCO-Kommission