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vom 29.03.2020, aktuelle Version,

Maria Schutz

Maria Schutz (Dorf)
Maria Schutz (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Neunkirchen (NK), Niederösterreich
Gerichtsbezirk Neunkirchen
Pol. Gemeinde Schottwien  (KG Schottwien)
Ortschaft Göstritz
Koordinaten 47° 38′ 30″ N, 15° 52′ 10″ O
Höhe 760 m ü. A.
Postleitzahl 2642f1
Statistische Kennzeichnung
Zählsprengel/ -bezirk Schottwien (31833 000)

Ortskern mit Wallfahrtskirche Maria Schutz
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
f0

Maria Schutz ist ein Wallfahrtsort im Semmeringgebiet in Niederösterreich und gehört zur Gemeinde Schottwien im Bezirk Neunkirchen.

Geographie

Lage

Das Dorf liegt im südlichen Niederösterreich etwa drei Kilometer vor dem Semmering-Pass auf 760 m ü. A. am Fuß des Sonnwendstein (1523 m ü. A.).

Der Ort ist über eine Landesstraße, die alte Semmeringstraße (Landesstraße L 4168, ehem. B 306 Semmering Ersatzstraße), erreichbar, die von der Semmering Schnellstraße S 6 abzweigt, und von Schottwien über Göstritz und Maria Schutz wieder an die S 6 bei Greis führt.

Nachbarorte

Schottwien
Greis Göstritz
Hinterotter (Gem. Trattenbach)

Geschichte und Sehenswürdigkeiten

Inneres der Wallfahrtskirche

Maria Schutz ist der größte Marien-Wallfahrtsort im südlichen Niederösterreich.

Die erste Kapelle wurde 1721 erbaut und bekam ihren Namen von dem Franziskaner Benignus Seyfried aus Mürzzuschlag.[1] Der Legende nach sollen Pestkranke aus Schottwien sie nach ihrer Heilung durch das heilig Bründl errichtet haben. Diese Quelle entspringt heute noch hinter dem Hauptaltar der Wallfahrtskirche.

Ein Neubau der Wallfahrtskirche erfolgte 1728. Die Grundsteinlegung erfolgte durch den Reichsgrafen Joseph Leopold Julius von Walsegg-Stuppach.

1783 erhob Joseph II. sie zur Pfarrkirche.

Ein Brand zerstörte 1826 Glocken und Zwiebeltürme der Kirche. Ein Erdbeben beschädigte Kirche und Pfarrhof stark. Im Jahr 1840 übernahm Fürst Alois von Liechtenstein das Patronat über den Wallfahrtsort.

1925 gründeten die Passionisten das Kloster (Kloster Maria Schutz), das einzige des Ordens in Österreich, und übernahmen die Wallfahrtskirche.

Am Nachmittag des 7. April 1945, ein Monat vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde Maria Schutz von der Roten Armee besetzt. Die in der Gegend stationierten Alarmeinheiten der deutschen Wehrmacht, die später Teil der deutschen 9. Gebirgs-Division (Ost) wurden, vertrieben die Sowjet-Soldaten in einem Gegenangriff am 8. April wieder. Das Gebiet rund um Kirche und Kloster wurde bis zu Kriegsende von der sowjetischen Infanterie nicht mehr angegriffen und von den Wehrmachtssoldaten stützpunktartig verteidigt.[2]

Anlässlich des 250-jährigen Jubiläums wurde die Kirche 1970 außen und innen renoviert. 1995 wurden die Zwiebeltürme erneuert.

Pfarrkirche wie Kloster der Passionisten stehen unter Denkmalschutz.

Orgel

Das prächtige Orgelgehäuse wurde von Johann Hencke (Wien) 1741 geschaffen. Bei einem Brand 1826 wurde diese Orgel schwer beschädigt. 1899 erfolgte ein Neubau der Orgel durch Albert Mauracher (1858–1917, Salzburg) mit pneumatischer Taschenlade, die 1970 ihren Dienst versagte. 1972 bis 1974 erfolgte ein Orgelneubau durch die Firma Walcker-Mayer in Guntramsdorf mit mechanischen Schleifladen und mit 24 Registern (24/II/P). Das 1899 stillgelegte Rückpositiv wurde im Zuge des Orgelneubaues 1972–1974 durch die Fa. Walcker-Mayer reaktiviert.

Disposition dieser Orgel seit dem Orgelneubau im Jahre 1974:

I. Hauptwerk II. Brüstungspositiv Pedal
Pommer 16‘ Rohrflöte 8‘ Subbaß 16‘
Prinzipal 8‘ Prinzipal 4‘ Oktavbaß 8‘
Gedackt 8' Gedacktflöte 4' Rohrgedackt 8'
Oktav 4‘ Blockflöte 2‘ Gemshorn 4‘
Spitzflöte 4‘ Sesquialter 2fach 22/3' Rohrpfeife 2
Superoktav 2‘ Quinte 11/3 Fagott 16‘
Mixtur 5fach 11/3 Zimbel 3fach 1/2
Scharff 4fach 2/3 Krummhorn 8‘
Trompete 8‘

Literatur

  • Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch, Wien 1955.
Commons: Maria Schutz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Seyfried hielt sich während der Bauzeit dort auf und schätzte besonders die Lage des Ortes. Als er unter einer Birke einschlief und später wieder erwachte, rief er, wenn er den Ort zu taufen hätte, würde er ihn "Maria Schutz" nennen.
  2. Friedrich Brettner: Die letzten Kämpfe des II. Weltkrieges im Grenzgebiet Niederösterreich – Steiermark – Burgenland, KRAL-Verlag 2013, ISBN 978-3-99024-171-4, Seite 102 und 103