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vom 30.01.2018, aktuelle Version,

Maria von Peteani

Maria von Peteani, geborene Sauer (* 2. Februar 1888 in Prag; † 28. Juli 1960 in Linz) war eine österreichische Zeichnerin und Schriftstellerin.

Leben

1890, als Zweijährige, übersiedelte sie mit ihrer der Kunstwelt eng zugetanen Familie nach Linz,[1] Mozartstraße 26, wo der Tochter von Postrat Edmund Sauer jun. nach der Volksschule der Besuch eines Mädchenlyzeums ermöglicht wurde.

Ehemann Eugen Peteani von Steinberg (vor 1909)

Sie heiratete am 24. November 1908 den vierzehn Jahre älteren, 1907/08 in Linz unter Hans Claar (1861–1918) wirkenden, in Görz begüterten Tenor Eugen Peteani Reichsritter von Steinberg (1873–1913). Gastspiele führten den Opernsänger erst durch halb Europa. Als er an starken Stimmproblemen zu leiden begann und er infolge des sich Mitte 1909 abzeichnenden Zusammenbruchs der Görzer Volksbank (Banca Popolare Goriziana) [2] dem finanziellen Ruin nahe war, wandelte er 1912, unterstützt von Maria (Marie), seine Görzer Villa in eine Fremdenpension um. Doch nur ein Jahr später, am 3. April 1913, starb der erst 39-Jährige an einem zwei Tage zuvor erlittenen Gehirnschlag. Die Witwe kehrte zu ihrer Mutter, Gisela Sauer († 1932), nach Linz zurück, wo sie sich bis 1920 als Zeichnerin über Wasser hielt, Titelblätter, Modezeichnungen und Exlibris gestaltete. Die Firma Munk in Wien gab von ihr geschaffene Ansichtskarten mit Damenmodeentwürfen heraus.

Mit dem Schreiben begann sie erst im Jahr 1920, wobei sie vor allem durch fast 20 Romane bekannt wurde. Sie verfasste auch etliche Hörspiele, lokale Artikelserien sowie eine große Anzahl von Erzählungen.

Nach ihrer vorher freiberuflichen Tätigkeit war sie schließlich in den Jahren 1926 bis 1938 für das Wiener Tagblatt, sowie die Deutsche Allgemeine Zeitung tätig.

Frau Peteani konnte nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich den Ariernachweis nicht erbringen.[3] 1940 erhielt sie ein Schreiben der Reichsschrifttumskammer, dass ihr ab sofort jede Betätigung als Schriftstellerin untersagt sei, ein Zuwiderhandeln nach den Strafbestimmungen des Reichskulturkammergesetzes[4] geahndet würde.

Doch nach 1945 gelang es ihr relativ rasch wieder ins Geschäft zu kommen. Alle ihre Romane erschienen in Neuauflagen. Vorrangiges Arbeitsgebiet war dann aber nicht mehr der Roman, sondern Feuilleton und Hörspiel.[3]

Maria von Peteani liegt am St.-Barbara-Friedhof in Linz begraben.[3]

Ein umfänglicher Teilnachlass (45 Schuber) wurde 1964/65 dem Archiv der Stadt Linz übergeben.[5][6]

Werke

Preise, Ehrungen

  • Hörspielpreis der RAVAG (1935)[3]
  • Erinnerungstafel am Wohn- und Sterbehaus in der Mozartstraße 26.[7]

Einzelnachweise

  1. E. W.: Maria von Peteani: Mein Lebenszweck, den Menschen Freude zu bringen. In: Oberösterreichische Nachrichten. Unabhängiges Tagblatt österreichischer Demokraten, Nr. 120/1945 (I. Jahrgang), 31. Oktober 1945, S. 6 oben. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/oon.
  2. Der Economist. (…) Die Insolvenz der Görzer Volksbank. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 16078/1909, 26. Mai 1909, S. 14, Spalte 3. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp.
  3. 1 2 3 4 Maria von Peteani, Schriftstellerin. In: linz.at.
  4. GBlfdLÖ 1938/191. In: Gesetzblatt für das Land Österreich, Jahrgang 1938, S. 555–561. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/glo.
  5. Teilnachlass Maria von Peteani. In: Verzeichnis der künstlerischen, wissenschaftlichen und kulturpolitischen Nachlässe in Österreich, OBV.
  6. Peteani Maria - Nachlässe, Materialsammlung (Zeitraum: 1888–1960). In: linz.at, Die Bestände des Archivs der Stadt Linz.
  7. Maria von Peteani. linz.at