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vom 24.05.2018, aktuelle Version,

Marian Eleganti

Weihbischof Marian Eleganti beim Diözesanen Weltjugendtag in Berlin (April 2014)
Wappen des Weihbischofs
Abt Marian Eleganti (2006)

Marian Eleganti OSB (* 7. April 1955 in Uznach, Kanton St. Gallen) ist ein Schweizer Ordenspriester, römisch-katholischer Theologe und Weihbischof im Bistum Chur. Von 1999 bis 2009 war er Abt der Abtei St. Otmarsberg.

Leben

Eugen Eleganti wurde geboren zweites von vier Kindern des Bauunternehmers Eugen Eleganti d. Ä. und der Irma Eleganti geb. Egli. Er besuchte ab 1967 die benediktinische Stiftsschule Einsiedeln, die er 1974 mit der Matura Typus B abschloss. Im selben Jahr trat er der Ordensgemeinschaft der Benediktiner im Kloster Einsiedeln bei und legte 1975 die zeitliche Profess ab, wo er den Ordensnamen David annahm.

Ein Jahr später trat er aus dem Kloster aus und wurde wie Gebhard Paul Maria Sigl Mitglied der Gemeinschaft Priesterwerk um den suspendierten österreichischen Priester Joseph Seidnitzer in Rom.[1][2] Ebenda setzte Eleganti seine Ausbildung fort und studierte katholische Theologie an der Päpstlichen Lateranuniversität. 1978 übernahm er Leitungsaufgaben für die Gemeinschaft in Innsbruck. 1990 trat er aus der Gemeinschaft aus. Es war zum „offenen Bruch“ mit Seidnitzer gekommen.[3] Über seine Mitgliedschaft im Priesterwerk sagte er 2010: „Ich weiss, wie schnell man sich auf der Suche nach Wahrheit verirren kann.“[3]

1990 trat er schließlich in die Abtei der Missionsbenediktiner in St. Otmarsberg in Uznach ein, wo er den Ordensnamen Marian annahm. 1994 beendete er sein Theologiestudium in Salzburg. Am 2. Oktober 1994 legte er seine Profess ab, wurde am 16. November 1994 durch Bischof Otmar Mäder zum Diakon geweiht und empfing am 23. Juni 1995 durch den Bischof von St. Gallen, Ivo Fürer, die Priesterweihe. 2003 wurde er an der Paris-Lodron-Universität Salzburg mit einer Arbeit über den Wahrheitsbegriff bei Romano Guardini mit summa cum laude zum Dr. theol. promoviert. 2009 war er ein Befürworter des Minarettverbotes.[4]

Abt

Am 15. Juli 1999 wählten ihn die Mönche der Abtei St. Otmarsberg, der jüngsten Abtei der Schweiz, zum zweiten Abt des Klosters. Er folgte in diesem Amt auf Ivo Auf der Maur. Die Benediktion erhielt er durch Bischof Ivo Fürer am 29. August 1999.

Die Missionsbenediktiner in Uznach gehören zur Benediktinerkongregation von St. Ottilien bei München mit Niederlassungen in Europa, Ost-, West- und Südafrika, Südamerika, Kuba und den USA, Indien, Korea, China, Kasachstan und Philippinen.

Weihbischof

Am 7. Dezember 2009 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Titularbischof von Lamdia und zum Weihbischof in Chur. Die Bischofsweihe spendete ihm am 31. Januar 2010 der Churer Bischof Vitus Huonder in der Kathedrale St. Maria Himmelfahrt; Mitkonsekratoren waren der Apostolische Nuntius in der Schweiz und in Liechtenstein, Erzbischof Francesco Canalini, und der emeritierte Bischof von Chur, Amédée Grab OSB.

Zum 1. Februar 2010 wurde er Bischofsvikar im regionalen Generalvikariat für die Kantone Zürich und Glarus, mit der Zuständigkeit für die Pastoral, die Repräsentation und die Verwaltung.[5] Als Nachfolger Denis Theurillat wurde er im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz Schweizer Jugendbischof, seit 2011 nur noch für die deutschsprachige Schweiz und den Tessin. Von diesem Amt trat er Anfang März 2018 wegen Unstimmigkeiten mit den anderen Bischöfen der Konferenz über die Jugendsynode im Herbst 2018 zurück. Sein Nachfolger als Jugendbischof, nun wieder für die gesamte Schweiz, wurde Alain de Raemy.[6]

Vom 23. Februar 2011 bis zum 1. Juli 2014 war er als Nachfolger von Ernst Fuchs Regens des Priesterseminars St. Luzi in Chur.[7] Seit dem 7. April 2011 ist er Bischofsvikar für die Ordensleute und klösterlichen Gemeinschaften sowie für die philosophisch-theologische Ausbildung und für die Fortbildung sowie Weiterbildung der Seelsorger.

Sonstiges

Er ist Ehren-Konventualkaplan der Helvetischen Assoziation des Malteserordens.

Am 3. März 2012 wurde er Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in der Klasse VII-Weltreligionen.

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Einzelnachweise

  1. Michael Meier: Weihbischof Elegantis Mentor war ein Unzuchts-Priester., Basler Zeitung vom 18. Juli 2010
  2. Bischof Eleganti war dabei. Tagblatt der Stadt St. Gallen vom 28. April 2012
  3. 1 2 http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/man_muss_immer_mit_der_suende_rechnen_der_mensch_ist_schwach_1.5158592.html
  4. http://www.kath.ch/index.php?&na=11,10,0,0,d,44995
  5. Lebenslauf von Marian Eleganti (Bistum Chur), abgerufen am 5. Januar 2014
  6. Schweiz: Weihbischof Eleganti tritt per sofort als Jugendbischof zurück. Vatican News, 9. März 2018, abgerufen am 31. März 2018.
  7. Bischof Huonder will auch abgewiesene Priesteramtskandidaten. Kipa. 5. Februar 2014. Abgerufen am 5. Februar 2014.
Vorgänger Amt Nachfolger
Ivo Auf der Maur OSB Abt von St. Otmarsberg
1999–2009
Emmanuel Rutz OSB