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vom 03.04.2020, aktuelle Version,

Mathias Gansterer

Mathias Gansterer, Unternehmer in Wien (Gansterergasse)

Mathias Gansterer (* 20. Februar 1791 in Payerbach, Niederösterreich; † 28. Dezember 1849 in Ottakring) war Unternehmer in der Gemeinde Ottakring, dem namensgebenden Teil des heutigen 16. Wiener Gemeindebezirks Ottakring. Die Gansterergasse in Wien-Ottakring wurde nach ihm benannt.

Biographie

Mathias Gansterer besaß in Ottakring Liegenschaften, ein Gasthaus und eine Ziegelbrennerei. Ab 1827 bemühte sich Mathias Gansterer gleichzeitig mit Paul Wurlitzer (Wurlitzergasse) um eine „Kaffeehausgerechtigkeit“ (Konzession) zum Betreiben eines Kaffeehauses in Ottakring. Paul Wurlitzer bekam diese 1837 und Mathias Gansterer 1840 zugesprochen. Er errichtete daraufhin das zweite Ottakringer Kaffeehaus auf seiner Liegenschaft C. Nr. (= Konskriptionsnummer) 77 (später 81, heute Ottakringer Straße Nr. 102).

Ab 1834 war Mathias Gansterer Gerichtsbeisitzer des Dorfgerichtes Ottakring unter dem Ortsrichter Anton Seeböck (Seeböckgasse).

Im Hause des Mathias Gansterer befand sich im Revolutionsjahr 1848 die Wachstube der Ottakringer Nationalgarde (Bürgergarde) unter dem Divisions-Kommandanten Josef Grüllemayr (Grüllemeiergasse).

Gegen Ende des Deutschen Krieges (1866) gab es in Ottakring vier Sammelplätze der Bürgerwehr, eine davon vor dem „Ganster’schen Kaffeehaus“.

Kaffeehaus Gansterer

Der Ganstererteich, an den heute nur mehr der Straßenname Teichgasse (im Bezirk Hernals) erinnert, entstand versehentlich bei einer Brunnengrabung. Er wurde im Winter wirtschaftlich zur Eisgewinnung genützt. Nahe am Ganstererteich errichtete Mathias Gansterer eine Badeanstalt. Später wurde der Teich zugeschüttet.

Privates

Mathias Gansterer hatte mit seiner Frau Josefa (geborene Sommer) mehrere Kinder. Seine Tochter Josefa (1833–1907) heiratete Ferdinand Mathias Baldia (1818–1869), Gemeinderat in Ottakring, nach dem die Baldiagasse benannt wurde. Deren Sohn Ferdinand Baldia (1860–1936) wurde Architekt in Wien-Ottakring. Mathias Gansterer wurde am Ottakringer Friedhof begraben.

Quellen

  • Karl Schneider: Geschichte der Gemeinde Ottakring. Selbstverlag des Geschichts-Comité der Gemeinde Ottakring, Wien 1892.
  • Ottakring, ein Heimatbuch des 16. Wiener Gemeindebezirkes. herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde in Ottakring, Österreichischer Schulbücherverlag, Wien 1924.